Riedholz
Im Bauherrenwäldli soll eine «Biotop-Kette» entstehen

Der Riedholzer Gemeinderat spricht sich für eine «Biotop-Kette» im Bauherrenwäldli aus. Diese soll aus mehreren Tümpeln bestehen und neuen Lebensraum für verschiedene Amphibien bieten.

Gundi Klemm
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Wildnis pur am iselibächli im Bauherrenwäldli.

Wildnis pur am iselibächli im Bauherrenwäldli.

Hanspeter Bärtschi

Gerade das Gemeindegebiet Riedholz weist – wie auch an Flurbezeichnungen erkennbar – zahlreiche feuchte Standorte auf. Diese eignen sich, den Mangel an Lebensraum für aquatische Wesen wie Unken, Frösche, Molche und weitere Amphibien auszugleichen. Die Aufwertung dieser Feuchtgebiete hat sich die Gesundheits- und Umweltkommission (GUK) Riedholz auf die Fahne geschrieben.

Das Interesse der im Juni 2012 eingesetzten Projektgruppe Machbarkeitsstudie richtete sich neben den vorhandenen Weihern auf das Inselibächli im Bauherrenwäldli südlich der Baselstrasse. Beauftragt mit einer Untersuchung wurde das Planungsbüro BSB, dessen Mitarbeiter Martin Huber dem Rat die Erkenntnisse der Studie vortrug.

Geprüft wurden Möglichkeiten, einen neuen Waldweiher in Verbindung mit dem Inselibächli anzulegen, im Weiteren die Aufwertung und Nutzung der sumpfigen Gräben im Bruchwald und schliesslich eine Biotopkette bestehend aus mehreren Tümpeln, unabhängig von der Bachspeisung.

Die Studie untersuchte die Stauhaltung, die Stabilität des dort im Gebiet vorhandenen Damms, mögliche Altlasten und die Vorgaben gemäss Waldgesetz. Huber, der gleichzeitig auch Gestaltungsgrundsätze erläuterte, sah keinerlei «Killerkriterien» für derartige sanfte Eingriffe.

Mehrere Biotope

Nach dem Vergleich der drei Vorschläge hatte sich die Projektgruppe für die Schaffung eines Bruchwaldes ausgesprochen. Die GUK ihrerseits sah, wie ihr Präsident Michel Aebi ausführte, eine Biotopkette in den vorhandenen Geländesenken als sinnvoller für dieses Waldgelände an. Der Gemeinderat stützte diese Sicht einstimmig. «Auch damit können wir leben», sagte Huber als Vertreter der Arbeitsgruppe. Die nächsten Schritte beinhalten die Gründung einer externen Trägerschaft, die Baukosten und planerische Belange übernimmt. Mit im Boot ist bereits die Bürgergemeinde Solothurn als Geländeeigentümerin.

Für Riedholz ist die breite externe Unterstützung ein finanzieller Glücksfall, weil für dieses Vorhaben der für Umweltmassnahmen geäufnete Ökofonds mit rund 100 000 Franken eintritt. Besprochen wurden im Rat die in Abständen nötigen Unterhaltsarbeiten, für die sich Freiwillige finden lassen. Mit Stichentscheid verhinderte Gemeindepräsidentin Jasmine Huber, dass die im GUK-Budget dafür vorgesehenen 1000 Franken halbiert werden.

Wichtig war dem Gemeinderat auch, dass keine Haftungsfragen auf die Gemeinde zukommen und dass kindliches Spiel an den künftigen Biotopen nicht durch Schutzauflagen verhindert wird.
Energieverbrauch reduzieren

Der Gemeinderat hat sich mit 5 zu 1 Stimmen entschlossen, Mitglied im Trägerverein Label Energiestadt zu werden. Auch dieser politische Anstoss kam aus der GUK, die in ihren Reihen eine seit einigen Monaten aktive Energiegruppe eingesetzt hat. Die Mitgliedschaft gibt den angeschlossenen Gemeinden auch vom Kanton Solothurn fachlich und finanziell unterstützte Instrumente in die Hand, um den Energieverbrauch in der Gemeinde zu überprüfen und zum Sparen sinnvolle Massnahmen einzuleiten.

Ohne Fördergelder würde ein solcher Massnahmenplan 12 000 Franken kosten. «Es lohnt sich für die Gemeinde», begründete Gemeinderat Beat Graf einen Beitritt, der zu einer Kostenreduktion auf 8000 Franken, verteilt auf zwei Jahre, führen würde.