Zuchwiler Fasnacht
«Ich würde die Chesslete auch mit dem Rollator anführen»

Auch in Zuchwil gab die Chinderchesslete am Mittwoch den Startschuss zur Fasnacht 2014. So zogen rund 50 Kinder in weisser Tracht durch die Zuchwiler Strassen und machten dabei ordentlich Lärm.

Sven Altermatt
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Ob Rassel oder Tröte, die Hauptsache ist, dass es ordentlich Lärm macht.
11 Bilder
Für manche wäre laufen viel zu anstrengend.
Chinderchesslete Zuchwil 2014
Wer viel Luft hat, kann mehr Lärm machen.
Mancher der noch nicht so weit laufen kann hat dafür einen privaten Chauffeur.
Mit einer Rätsche können auch die ganz Kleinen schon ordentlich Lärm machen.
Die weissen «Chesslerhemli» sind für viele einfach dazu.
Weisser Hut und roter Schal, so funktioniert der Partnerlook.
Und noch einmal für die Kamera posieren.
Manche können Sonnenbrillen bei jedem Wetter tragen.
Posieren für das Familienalbum

Ob Rassel oder Tröte, die Hauptsache ist, dass es ordentlich Lärm macht.

Hansjörg Sahli

Mit Rätschen, Hupen und selbst gebastelten Rasseln waren sie gestern wieder unterwegs. Etwa 50 Kinder und fast gleich so viele Mamis und Papis waren gekommen, um den Winter zu vertreiben.

Den Winter? Nein, viel gab es da eigentlich nicht zu vertreiben. Macht nichts. Tradition ist Tradition. «Die Chinderchesslete ist einfach Pflicht», erklärten zwei Mütter fast im Chor. Das sei stets ein stimmiger Fassnachtsauftakt.

Auch die fünfjährige Lina wusste genau, wann es soweit ist: «Dann, wenn ich das schöne weisse Hemdchen anziehen darf.» Punkt 14.32 Uhr gab Oberchessler Hansruedi Meister beim Pisonischulhaus mit seiner Knallpistole den Startschuss zum Umzug.

«Nun mache ich das seit einem Vierteljahrhundert», betonte Meister stolz. Als er Ende der 80er-Jahre an der Chinderchesslete in Solothurn gewesen sei, habe er sich gleich gedacht: «So was brauchen wir in Zuchwil auch.» Das war der Startschuss zu einer neuen Fasnachts-Ära.

Ein weisses Meer

Hatte Meister noch nie die Nase voll von lärmenden Kindern? «Ganz und gar nicht», meinte er mit bestimmter Stimme. Er werde die Chinderchesslete solange organisieren, wie es gesundheitlich möglich sei.

«Ich würde die Chesslete auch mit dem Rollator anführen», kündigte er an; wohl halb im Scherz, halb im Ernst. Mit seiner Rassel gab Hansruedi Meister an der Chesslete den Takt und die Route vor.

Diese hatte er wegen des schweren Fahrradunfalls am Juraplatz kurzfristig anpassen müssen. «Kein Problem», meinte Meister. Die Kinder lärmten, was das Zeug hält. Zum Schluss verwandelten sie den Platz beim Gemeindehaus in ein weisses Meer.

Hier gab es Chnörzli, Weggli und Schokolade zum Zvieri - was den kleinen Gaumen wohl besser mundete als eine Mehlsuppe. Übrigens: Sollte es bei der Zuchwiler Chinderchesslete einen Preis für das schönste Lärm-Instrument geben, so geht dieser an jene Jungs, die sich aus Raviolibüchsen ein wahres Schlagzeug gebastelt haben.