Exakt zehn Jahre sind vergangen, seit die damalige Spielgruppenleiterin und Tagesmutter Verena Roth im Parterre ihres Eigenheims an der Hasenmattstrasse 3 in Langendorf die Kinderkrippe «Sunneschyn» eröffnete. Unterstützt von ihrem Ehemann Hanspeter erfüllte sie sich einen Traum, der sie seit ihrer Kindheit begleitete. «Ich habe schon auf dem Schulweg gerne mit Kindern gespielt und kam deswegen oft zu spät nach Hause», erinnert sie sich.

Zusammen mit einer in Teilzeit angestellten Kindererzieherin in Ausbildung und einer Praktikantin startete sie am 1. September 2003, wie sie damals sagte, «das Projekt meines Lebens». Auf Anhieb war die neu gegründete Krippe mit 14 Kindern zu 55 Prozent ausgelastet.

Anfänglich profitierte die Krippenleiterin von der Anstossfinanzierung des Bundes für familienergänzende Kinderbetreuung. Später sicherte der Gemeinderat Langendorf der Kinderkrippe einen jährlichen Gemeindebeitrag von 30 000 Franken zu. Dieser ermöglichte es Verena Roth, statt des bisherigen Einheitstarifes einkommensabhängige Tarife einzuführen.

Ein zweiter Standort

Mit dem fortschreitenden gesellschaftlichen Wandel wurde die Nachfrage nach Krippenplätzen immer grösser und die Warteliste im «Sunneschyn» immer länger. Bald schon platzten die zur Verfügung stehenden Räume aus allen Nähten. Zeit für Verena und Hanspeter Roth, über eine bauliche Erweiterung nachzudenken. Bald schon wurde im Garten des dreigeschossigen Hauses ein Anbau in die Höhe gezogen, der es fortan erlaubte, zwei altersmässig getrennte Gruppen zu führen.

Damit nicht genug: 2011 erwarb die heutige Kinderkrippe Sunneschyn GmbH eine Liegenschaft an der Schulhausstrasse 34, um der erneut akut gewordenen Platznot entgegenzuwirken. Die Eröffnung der Dependance fiel ebenfalls auf einen 1. September.

Pilotphase für Schülerhort

Seit Anfang Juni kann in Langendorf dank Verena Roth eine weitere Lücke in der Kinderbetreuung geschlossen werden – die schulergänzende Betreuung für Kindergarten- und Schulkinder. Ihr Angebot, für die Gemeinde einen Schülerhort zu führen, wurde vom Gemeinderat einstimmig und von der Gemeindeversammlung grossmehrheitlich angenommen.

«Dieses Angebot überzeugt in jeder Beziehung und ist ein Glücksfall für unsere Gemeinde», argumentierten die Behörden. Gelobt wurde auch der gute Ruf der Krippe und die hohe Betreuungsqualität. Die Leistungsvereinbarung gilt für eine zweijährige Pilotphase.

Um dem Schülerhort genügend Raum zu geben, hat Verena Roth erneut eine Rochade vorgenommen und die Kleinkindergruppe, die an der Schulhausstrasse untergebracht war, ins Stammhaus an der Hasenmattstrasse gezügelt. Für die Leitung des Schülerhorts hat sie zwei Fachfrauen angestellt, wobei die eine das Lehrerpatent besitzt. Die Schüler werden zusätzlich von einer Kleinkinderzieherin und einer Praktikantin betreut. Zurzeit benutzen 20 Langendörfer Kinder das Angebot.

Inzwischen hat Verena Roth auch die Ausbildung zur diplomierten Erwachsenenbildnerin und Fachfrau Betreuung erfolgreich abgeschlossen. «Man kann die Kinderkrippe ‹Sunneschyn› nicht mehr aus Langendorf wegdenken», sagt eine Frau, die mit ihrem bisherigen Lebenswerk zufrieden ist. Ob es beim Status quo bleibt, steht allerdings noch in den Sternen. «Ich bin noch voller Ideen», deutet Verena Roth an, dass man auch in Zukunft mit ihr rechnen kann.

Das Jubiläum wird am kommenden Samstag mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Unter anderem wird ein Bähnchen die Besucher zwischen den beiden Häusern hin und her fahren. Ein Marktstand für die Erwachsenen und Kasperlitheater, Clown und Päcklifischen für die Kleinen sorgen für Abwechslung. Auch für Verpflegung ist gesorgt.