Hüniken
«Hünechofen» feiert seinen 750. Geburtstag

Hüniken macht sich zum Jubiläum gleich selbst drei Geschenke. So schenkte sich die 87-Einwohner-Gemeinde im Wasseramt eine neue Webseite, die restaurierte Glocke der St.-Michaels-Kapelle und eine neue Strassenbeleuchtung.

Rahel Meier
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Zum Jubiläum wird mit Inbrunst musiziert
20 Bilder
Regierungsrat Peter Gomm bei seiner Ansprache
Peter Gomm und Jürg Schibler prosten sich zu
Nicht alle Ansprachen sind aufregend
750-Jahr-Feier Hüniken
Mit Pauken und Trompeten zum nächsten Jubiläum
Gemeindepräsident Jürg Schibler vor der versammelten Menge
Gemeindepräsident Jürg Schibler bei seiner Ansprache
Die restaurierte Glocke wird unter die Lupe genommen
Die versammelten Besucher im festlich geschmückten Wagenschopf
Die restaurierte Glocke wird unter die Lupe genommen
Die restaurierte Glocke wird unter die Lupe genommen
Die Musikgesellschaft Etziken umrahmte den Anlass musikalisch
Die Musikgesellschaft Etziken umrahmte den Anlass musikalisch
Die Musikgesellschaft Etziken umrahmte den Anlass musikalisch
Die Musikgesellschaft Etziken umrahmte den Anlass musikalisch
Die beschaulichen Hüniker haben den Durchblick
Bruno Meier und Jürg Schibler zeigen die von Etziken geschenkten Holzbank
Das Koch-Team verwöhnte die Besucher mit allerlei Köstlichkeiten
Anstossen auf die nächsten 750 Jahre

Zum Jubiläum wird mit Inbrunst musiziert

Hanspeter Bärtschi

Im Jahr 1264 wurde das heutige Hüniken urkundlich zum ersten Mal erwähnt. Damals lagen sich der Abt des Klosters Sankt Peter im Schwarzwald und die Herren vom Stein, die ebenfalls im Gebiet des Schwarzwaldes beheimatet waren, in den Haaren.

Beide Parteien schienen anderer Ansichten über die Grenzführung bei der Burg von Aeschi gewesen zu sein, sodass die Gräfin Elisabeth von Kyburg, die den Streit schliesslich entscheiden musste, ihren Edelknecht Ritter Peter von Hünechofen als Zeuge aufbot. Ebenfalls im Jahre 1264 schenkte Gräfin Elisabeth von Kyburg Thun das Stadtrecht. Thun und Hüniken können also gleichzeitig ein Jubiläum feiern und in beiden Fällen ist Gräfin Elisabeth von Kyburg die Auslöserin für das Fest.

Ein Organisationskomitee rund um Walter Gloor hatte sich ins Zeug gelegt und ein Jubiläumsfest auf die Beine gestellt. Ein nicht ganz leichtes Unterfangen für ein Dorf, das nur gerade 90 Einwohner zählt. «Bei den Vorbereitungen halfen alle spontan mit», freute sich Gloor. Und auch beim Aufräumen kann er wieder auf die Bevölkerung zählen.

Der Sonntag war ein Ruhetag

Der vergangene Sonntag aber war für die Hüniker ein Ruhetag. «Wir wollten nicht, dass die Einwohner an ihrem Jubiläumsfest arbeiten müssen», so Walter Gloor und Gemeindepräsident Jürg Schibler übereinstimmend. Deshalb habe man sich dazu entschlossen, einen Caterer zu engagieren. Das Dorf sei gewachsen in den letzten Jahren. Das Fest soll deshalb ganz bewusst als Treffpunkt zum Reden, Feiern und Kontakte knüpfen genutzt werden.

Eingeladen wurden die Hüniker und alle, die im Dorf — oder besser gesagt in Etziken – die Schule besucht haben. «Irgendwo mussten wir ja eine Grenze ziehen.» Gefeiert wurde in einem Wagenschopf, der Platz für die 180 Gäste bot. Neben Hünikern waren offizielle Gäste mit dabei wie etwa Landammann Peter Gomm. Die Kosten für das Fest teilen sich die Einwohner- und die Bürgergemeinde.

Drei grosse Geschenke

Die Hüniker machten sich selbst auch Geschenke zum Jubiläum. Am Sonntag wurde die Homepage der Gemeinde präsentiert. «Zuerst wollten wir eine Dorfchronik erstellen», so Schibler. Dann habe man sich aber anders entschieden und sich an den Aufbau einer Homepage gemacht. Das zweite bleibende Geburtstagsgeschenk ist die restaurierte Glocke der St.-Michaels-Kapelle. Die übrigens eines der ältesten Gotteshäuser der Region ist. Die Glocke lag fast 40 Jahre lang auf dem Estrich herum.

Sie wurde 1738 von der Solothurner Giesserfamilie der Kaiser gegossen», weiss Walter Gloor. Nun soll sie wieder in der Kapelle platziert werden.

Als Drittes wird die Strassenbeleuchtung im Dorf durch LED-Lampen erneuert. Was Jürg Schibler zum Erzählen einer alten Geschichte veranlasste. Denn in alten Protokollen ist nachzulesen, dass Hüniken stolz auf seine drei Strassenlampen war, denn der Steinhof hatte damals nur eine.

Und schliesslich hatte auch Regierungsrat und Festredner Peter Gomm ein kleines Geschenk in seiner Tasche: eine Wappenscheibe mit dem Solothurner Rathaus. Kleines Dorf, grosses Fest: Der gestrige Sonntag war ein Festtag - auch wenn sich Jürg Schibler bewusst ist, dass Hüniken als Gemeinde wohl nicht mehr lange eigenständig sein kann. Das werde sich aber erst bei den nächsten Wahlen zeigen. Nun lässt sich Hüniken erst mal feiern.