Mit Balsthal, Gänsbrunnen, Mümliswil-Ramiswil, Niederbuchsiten und Oensingen haben noch fünf Gemeinden das Inkasso samt Kontrolle der gesetzlichen Vorschriften einem Hundesteuer-Bezüger beziehungsweise einer -Bezügerin übertragen.

Systemwechsel in Oensingen

Doch der Oensinger Mario Bossi dürfte sein langjährig ausgeübtes Amt demnächst loswerden. Im revidierten Behördenreglement, über das die Gemeindeversammlung vom 23. April entscheidet, ist der Hundesteuerbezüger jedenfalls nicht mehr aufgeführt. «Bei einer Annahme wechseln wir das System aber nicht ‹null Komma plötzlich›, sondern erst nach Auslaufen der Amtsperiode Ende Juli 2013», betont Gemeindepräsident Markus Flury. Ab diesem Zeitpunkt werde der Steuerbezug zur Sache der Gemeindeverwaltung. «Die Details sind von der Verwaltung noch zu regeln», sagt Flury.

Bereits ab diesem Jahr gilt jedoch die Erhöhung der Hundesteuer von 60 auf 140 Franken. Der Gemeinderat beschloss den neuen Betrag – es ist notabene der höchste in der ganzen Amtei Thal-Gäu – im September 2011. Erst mit der höheren Steuer für die rund 210 Oensinger Hunde werde das «Hundewesen» kostendeckend, hiess es damals. Für die Leerung der 58 Robidog wende der Oensinger Werkhof jährlich rund 840 Arbeitsstunden auf.

«Persönlich gingen bei mir keine negativen Reaktionen ein», sagt Markus Flury. Er wisse aber von Bemerkungen, dass mit der höheren Steuer die Robidog auch immer mit genügend Kotsäckchen ausgerüstet sein müssten. Und kritisiert worden sei, dass bisher die Hundesteuer nur an drei im «Anzeiger» angekündigten speziellen Terminen bezahlbar ist.

«Ich fahre von Hof zu Hof»

In Mümliswil-Ramiswil besorgt seit drei Jahren Caroline Fluri den Hundesteuereinzug.

«Ich fahre jeweils von Hof zu Hof und sehe die Hunde herumspringen.» Es sei sinnvoll, die Hundebesitzer an ihrer Wohnadresse aufzusuchen, auch in den Mehrfamilienhäusern. Sie vermute, dass von den 235 bis 245 Hunden in der Gemeinde nur etwa ein bis zwei «durch die Maschen fallen».

Seit über 40 Jahren ist der Hundesteuerbezug in Niederbuchsiten die Sache von André Flury. Er lade die Hundebesitzer jeweils an zwei im «Anzeiger» veröffentlichten Terminen ins neue Schulhaus ein. Wer es zeitlich nicht richten könne, komme zum Bezahlen zu ihm nach Hause. «Bei den anderen gehe ich jeweils persönlich vorbei.» Nicht selten werde er von den Leuten auf neue Hundebesitzer hingewiesen. «In Niederbuchsiten gibt es niemand, der die Hundesteuer nicht bezahlt», sagt der bald 65-jährige Flury mit Stolz. Wenn er von Rücktritt rede, rühme ihn Finanzverwalterin Ursula Altermatt jeweils: «Mit dir funktioniert das ausgezeichnet, mach bitte weiter.»

Robidog-Rolle als Geschenk

Während die meisten Gemeinden das Inkasso am Schalter der Gemeindeverwaltung vorsehen, kennen Neuendorf und Wolfwil auch den Rechnungsversand. «Wir versenden aber nur in Ausnahmefällen eine Rechnung, etwa wenn jemand häufig beruflich ortsabwesend ist und nicht persönlich auf der Verwaltung vorbeikommen kann», erklärt die Neuendorfer Kanzleisekretärin Christina Bieli. Gut komme das letztes Jahr eingeführte Geschenk für barzahlende an. «Sie erhalten eine Rolle Robidog-Säcklein», sagt Bieli.

Hundemarke per Post

Auf Vertrauen setzt Wolfwil. Laut Finanzverwalterin Jolanda Misteli verschickt die Verwaltung den Hundebesitzern seit einigen Jahren eine Rechnung und legt die Kontrollmarke in der Regel gleich bei. «Mehrheitlich funktioniert das gut.» Bei negativen Erfahrungen werde die Kontrollmarke erst nach Zahlungseingang zugeschickt.

Für Steuer und Kontrollmarke bezahlen die Gänsbrunner pro Hund
45 Franken. Das ist weit weniger als das vom Kanton alleine für die Steuer gesetzlich vorgegebene Minimum von 50 Franken. Diese Tatsache stört Gemeindepräsident Ernst Lanz überhaupt nicht. «Als ich vor 24Jahren das Gemeindepräsidium antrat, war die Hundesteuer das Erste, was ich abschaffen wollte», sagt Lanz lakonisch. Er habe jedoch akzeptieren müssen, dass das gar nicht möglich sei.