Horriwil

Horriwil muss beim Verwaltungspensum über die Bücher

Gemeindepräsident Beat Noll will die Verwaltung neu aufgleisen.

Gemeindepräsident Beat Noll will die Verwaltung neu aufgleisen.

Die Horriwiler Gemeindeverwalterin Therese Müller hat per Ende März ihre Stelle gekündigt, weil ihr Pensum weiter reduziert werden soll. Dabei mangelt es an Arbeit auf der Gemeindeverwaltung keineswegs – im Gegenteil.

«Therese Müller hat ihre Stelle als Gemeindeverwalterin per 31. März 2012 gekündigt. Wir danken ihr für die geleistete Arbeit und wünschen ihr weiterhin alles Gute bei ihrer neuen beruflichen Herausforderung.» So ist es auf der Homepage der Gemeinde Horriwil zu lesen.

Müller ist noch bis Ende März in einem 70-Prozent-Pensum als Gemeindeverwalterin angestellt. Bis Ende 2011 war zudem eine zweite Mitarbeiterin, mit einem 20-Prozent-Pensum, auf der Gemeindeverwaltung tätig. Dieser Arbeitsvertrag war befristet und wurde auf Wunsch der Angestellten nicht weiter verlängert. Therese Müller konnte in den letzten Monaten ihre Arbeit nur leisten, weil sie Überstunden machte. Aus diesem Grund hatte sie bereits im Mai 2011 im Gemeinderat beantragt, dass das Pensum für die Gemeindeverwaltung wieder auf total 100 Prozent aufzustocken sei.

Mit dem Budget wieder diskutieren

Die damalige Gemeindepräsidentin Barbara Hofer fand, dass es politisch ungeschickt sei, das Pensum aufzustocken, bevor die Spezialkommission Sanierung Gemeindefinanzen ihre Arbeit abgeschlossen hat. Eine Mehrheit des Gemeinderates war aber der Meinung, dass die Aufstockung um zehn Prozent mit dem Budget 2012 wieder diskutiert werden sollte. Denn eine Überprüfung der Verwaltungsstruktur durch den Verband der Gemeindebeamten des Kantons Solothurn hatte aufgezeigt, dass eine gut funktionierende Gemeindeverwaltung in der Grössenordnung von Horriwil ein Stellenpensum von 100 Prozent benötige. In einem Protokoll des Gemeinderates steht: «Die Beurteilung zeigt auf, dass die Verwaltungsstruktur ideal umgesetzt ist und dass eine Pensenreduktion nicht verantwortbar ist, ohne dass ein massiver Leistungsabbau stattfinden wird.»

Die Spezialkommission hatte ihrerseits vorgeschlagen, künftig nur noch ein Pensum von 50 Prozent vorzusehen. Im Gegenzug sollten Verwaltungsausgaben ausgelagert und kostengünstiger durch Mandatsträger, wie etwa den Gemeindepräsidenten oder Gemeinderatsmitglieder erledigt werden.

Schon seit Längerem ist übrigens die Finanzverwaltung der Gemeinde Horriwil ausgelagert. Diese wird durch Roland Kummli, Finanzverwalter Subingen, ausgeführt. Laut Kummli wird mit 400 Stunden Aufwand gerechnet, was einem Pensum von rund 33 Prozent entspricht.

Stelle bereits ausgeschrieben

Im «Azeiger» vom letzten Donnerstag wurde die Stelle als Gemeindeverwalter/in bereits wieder ausgeschrieben – mit einem Pensum von 50 bis 70 Prozent. Gemeindepräsident Beat Noll, der in der Stellenanzeige als Kontaktperson angegeben war, weilte in den Ferien und war erst am Montag zu erreichen.

Der Gemeinderat warte ab, was für Personen sich auf die Stelle bewerben würden. «Wir wollen uns nicht im Voraus schon festlegen», so Noll. Sicher sei, dass die Verwaltung und die Verteilung der Arbeiten neu aufgegleist werden sollen. Weitere Arbeiten auszulagern sei, so Noll, ebenfalls möglich.

Turbulente Zeiten in Horriwil

Noll macht klar, dass Therese Müller von sich aus gekündigt habe. Die Zusammenarbeit mit ihr habe in den drei Monaten seit seinem Amtsantritt funktioniert. «Ich habe mit ihr noch nicht über die Kündigung gesprochen. Sie kam vor den Festtagen», so Noll. Als Hauptgrund für die Kündigung gab Noll an, dass Therese Müller verunsichert war, weil ihr Pensum weiter reduziert werden sollte. Dies bestätigt sie. «Ich habe turbulente Zeiten mitgemacht in Horriwil», meint sie weiter.

Die Stelle, die sie heute inne habe, entspreche zudem nicht mehr den Modalitäten, die vereinbart wurde, als sie ihren Job antrat. «Ich habe bereits nach dem Rücktritt des alten Gemeinderates angefangen etwas Neues zu suchen», so Müller weiter. Sie werde wiederum in einer Gemeindeverwaltung arbeiten, aber im Kanton Bern.

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