Schnottwil

Hochhäuser werden keine aus dem Boden schiessen

Das Verwaltungsgebäude der Einwohnergemeinde Schnottwil.

Das Verwaltungsgebäude der Einwohnergemeinde Schnottwil.

Die Schnottwiler Gemeindeversammlung hat Ja zum neuen Leitbild gesagt. Ziel ist es, das heutige Siedlungsgebiet gegen innen zu verdichten und die bestehenden Strukturen beizubehalten. Nach aussen oder in die Höhe soll das Dorf nicht wachsen.

Was die Bevölkerung vor einem Jahr in der Zukunftswerkstatt als Ideen eingebracht und eine Arbeitsgruppe zusammen mit dem Planungsbüro BSB + Partner ausgearbeitet hat, ist nun in ein räumliches Leitbild gegossen.

«Das Leitbild dient als Grundlage für die Ortsplanungsrevision. Es hat wegweisende Funktion und legt langfristige Siedlungsgrenzen fest oder zeigt mögliche Entwicklungsgebiete auf», erläuterte Monika Kuster vom Planungsbüro an der Gemeindeversammlung.

Das Dorf soll nicht gegen aussen oder in die Höhe wachsen. Grundsatz ist, das heutige Siedlungsgebiet gegen innen zu verdichten und die bestehenden, relativ kompakten Strukturen beizubehalten.

Vorhandene Baulandreserven sollen massvoll genutzt werden. Eine gesunde Durchmischung der Bevölkerung bezüglich Alter und sozialer Durchmischung wird angestrebt. Kuster hob die hohen architektonischen Qualitäten und typischen, historischen Siedlungsstrukturen in der Gemeinde hervor, die es zu erhalten gilt.

Ein attraktiver Dorfkern, wo man sich trifft und verweilt, soll geschaffen werden. Das Leitbild strebt eine hohe verkehrstechnische Sicherheit an. Ohne Gegenstimme nahm die Versammlung die Leitsätze an.

Besser als budgetiert

Die Rechnung schliesst mit einem erfreulichen Ergebnis ab. Vom Ertragsüberschuss von 312 000 Franken, bei einer budgetierten Null, bewilligte die Versammlung eine zusätzliche Abschreibung von 160 000 Franken auf das Verwaltungsvermögen.

Die restlichen 152 000 Franken werden dem Eigenkapital zugewiesen. Dieses beträgt somit 700 000 Franken. Die Investitionsrechnung weist Nettoinvestitionen von 550 000 Franken aus, knapp die Hälfte des budgetierten Betrages. «Einige geplante Investitionen wurden noch nicht durchgeführt», erklärte Gemeinderat Stefan Schluep die Differenz. Es resultierte ein Finanzierungsüberschuss von 230 000 Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad beträgt 148 Prozent.

«Um auch künftig solch positive Zahlen zu erhalten, hilft nur, die Sparanstrengungen fortzusetzen», mahnte Schluep. Eine Pro-Kopf-Verschuldung von 3400 Franken stuft er als zu hoch ein.

Er wünscht sich einen Abbau der Fremdverschuldung. Schluep ist sich bewusst, dass die Gemeinde nur über etwa sieben Prozent der Ausgaben selber bestimmen kann. Bei den steigenden Kosten für die soziale Wohlfahrt und bei der Bildung, den beiden grössten Ausgabenblöcken, haben die Gemeinden wenig bis keinen Spielraum. Als mögliche Sparmassnahmen schlägt Schluep vor, die Mittel gezielt einzusetzen, die Investitionen gut zu überdenken und das Budget einzuhalten.

Letzte Bauparzelle vergeben

Die letzte Baulandparzelle in der Gewerbezone, über welche die Einwohnergemeinde noch verfügte, vergab sie im Baurecht an Stefan Wenger und Anna Wegrzyn. Das Ehepaar plant den Bau einer Werkstatt für Spezialmaschinen und Fahrzeugbau und zwei Wohnungen. Die Versammlung stimmte dem Baurechtsvertrag einstimmig zu und hiess die Eheleute mit einem Applaus willkommen.

Der Wärmeverbund Schnottwil ist auf gutem Weg. Unter dem Traktandum «Verschiedenes» orientierte Jürg Willi über den Stand des Projekts. Im Mai fand die offizielle Gründung der Aktiengesellschaft statt.

15 Bezüger hätten einen Vorvertrag unterschrieben, was für die erste Bauetappe reiche. Nun müsse die Zusage für eine CO2-Vergütung und das Okay vom kantonalen Förderprogramm abgewartet werden, erklärte der Gemeindepräsident. Erst dann könne man mit dem Bau beginnen, denn eine Vergünstigung könne man nur für Projekte erhalten, die noch in Planung sind.

Meistgesehen

Artboard 1