Schlittschuh-Club
Hier ist Spiel noch wirklich Spiel

In der Hockeyschule des Schlittschuh-Clubs Langenthal können schon Vierjährige mitmachen. Wir haben eine Stunde mit den Kleinen besucht.

Alois Winiger
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Die Vierjährigen vom Schlittschuhclub Langenthal
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«Ha! Daneben. Das ging noch mal gut», scheint der dreijährige Torwart Glenn Bircher zu denken.
Gelb spielt gegen Schwarz, und wie es scheint, ist es da zu Meinungsverschiedenheiten gekommen.
Tief runter – und dann hinfallen, dasgehört zum Programm.

Die Vierjährigen vom Schlittschuhclub Langenthal

Alois Winiger

Kann das gut gehen, wenn man Kinder bereits ab dem vierten Altersjahr zum Eishockeyspielen einlädt? Offenbar geht das gut, sonst würde der Schlittschuh-Club Langenthal bzw. dessen Hockeyschule nicht schon seit mehreren Jahren mit Erfolg diese Möglichkeit anbieten. Sie soll dazu dienen, dass sich Kinder möglichst früh mit Eis, Stock und Puck anfreunden können. Falls sie sich für den Eishockeysport interessieren, so können sie weitere Schulstufen besuchen. Der Club hat dafür eine eigene Abteilung geschaffen: Die SC Langenthal Nachwuchs AG.

Altersgrenze unterboten

Gestern Samstag fand in der Schorenhalle Langenthal wieder eine Stunde für Einsteiger statt. 14 Buben und Mädchen wagten sich auf die Eisfläche, wo sie von den Assistenten der Hockeyschule, Marianne Repond und Rolf Steffen, in Empfang genommen wurden. Es stellte sich übrigens heraus, dass diesmal die Altersgrenze der Kinder durch Glenn Bircher aus Langenthal noch unterboten wurde: Er ist erst dreijährig.

Wie zu beobachten war, schaffte Glenn den Einstieg mühelos. «Schlittschuhlaufen müssen sie nicht können», sagt Rolf Steffen, «das können sie hier ausprobieren und lernen, jedes Kind in seinem Tempo.» Darin liege der Sinn dieser Schule, ergänzt Marianne Repond, nämlich die Kinder spielerisch und ohne jeglichen Zwang machen lassen. Wobei das Machenlassen nicht so gemeint ist, dass während dieser vormittäglichen Schulstunde auf dem Eis Chaos herrschen würde. Die Kids machen ganz gerne das nach, was ihnen vorgemacht oder von ihnen verlangt wird.

Nichts von Jammern

«Jetz gheie mer um – und schtöh de grad wieder uf», ruft Marianne Repond. Sofort lassen sich die Kinder vorwärts, rückwärts oder seitwärts fallen und rappeln sich wieder auf. Keines jammert, sondern findet es lustig, auch wenn blaue Flecken hier oder dort kaum zu vermeiden sind.

Es ist erstaunlich, wie die Kinder eine volle Stunde auf dem Eis mit Eifer und Freude durchziehen. Und die Stunde hat erst noch bereits um acht Uhr angefangen. Es gibt kurze Pausen, die aber nicht einmal von allen genutzt werden. Hie und da kommt es vor, dass eines der Kinder auf einmal etwas abseits vom Geschehen bleibt und ganz alleine mit Stock und Puck spielt. «Wir lassen das Kind spielen, denn meistens kommt es bald wieder von selber zurück», sagt Marianne Repond, «nur wenn es zu lange dauert, dann schauen wir nach.»

Jede Stunde sei ein besonderes Erlebnis und auch anders, weil immer wieder andere Kinder mitmachen. Sie kommen aus Langenthal sowie aus der näheren und weiteren Umgebung.

Viel Aufwand für die Eltern

Rolf Steffen betont, wie froh man beim SC Langenthal darüber sei, dass so viele Eltern den Aufwand auf sich nehmen, damit die Kinder erste Erfahrungen auf dem Eis machen können. «Immerhin ist ja der Aufwand gegenüber andern Sportarten etwas grösser. Die Kleinsten sind darauf angewiesen, dass ihnen beim Anziehen von Kleidern, Helm und Handschuhen geholfen wird.»

Roger Bircher aus Langenthal sieht darin kein Problem. Er sei an diesem Samstagmorgen mit seinen Söhnen Glenn (3) und Ewan (6) sowie Tochter Lynn (7) gerne in die Schorenhalle gekommen, sagt er. «Mich freuts, wenn sie Sport treiben wollen. Da helfe ich gerne.» Während sich Lynn weiterhin aufs Zuschauen beschränkt, beteuern Glenn und Ewan, dass sie auf jeden Fall wiederkommen wollen.

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