12 neuartige Doppelgelenk-Trolleybusse der Bellacher Carrosserie Hess AG sind seit Dezember für die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) im Einsatz. Während es im ersten Einsatzmonat teilweise Tage gab, an denen nur die Hälfte der Flotte auf den stark frequentierten Strecken im Einsatz stand, hat sich die Situation mittlerweile stark verbessert. So sind es im Durchschnitt noch 2 von 12 Bussen, die Mätzchen machen, wie VBZ-Mediensprecher Andreas Uhl auf Anfrage sagt. «Die Kinderkrankheiten konnten wir nach und nach in Ordnung bringen, sodass es jetzt nur noch wenige Schwachstellen gibt. In den letzten Tagen kam es zu einigen Störungen im Zusammenhang mit dem Energiespeicher.»

Andreas Uhl ist jedoch optimistisch. Man wisse, wo die Komplikationen liegen. Für gröbere Probleme mit der Batterie oder der Ladeelektronik sei der deutsche Lieferant der Batterien, Vossloh Kiepe, an Bord. Gerade auch bezüglich der Batterien habe man herausgefunden, wo die Probleme liegen. «Es braucht offensichtlich einfach Zeit, diese zu beheben», so Uhl. Das Licht am Ende des Tunnels sei klar ersichtlich. «Jetzt wollen wir schauen, dass sich alles entsprechend den Prognosen entwickelt.»

Fahrzeuge müssen funktionieren

Verständnis für den Ausfall haben die VBZ jedoch nicht. «Es kann nicht sein, dass es so eine hohe Ausfallrate gibt», sagt Andreas Uhl. Ein Fahrzeug müsse jeden Tag funktionieren - ausser es sei in einen Unfall verwickelt. «Dass 2 von 12 Fahrzeugen nicht funktionieren, ist ein Zustand, mit dem wir nicht leben können.»

Bleibt ein Bus mitten auf der Strecke stehen, müssen die Passagiere aussteigen und mit Diesel-Ersatzbussen weitertransportiert werden. Für die Verkehrsbetriebe sei es zwar tägliches Brot, jederzeit bereitzustehen, meint Uhl, «es kann aber nicht sein, dass wir für eine so kleine Anzahl von Fahrzeugen eine solche Zitterpartie durchstehen müssen».

Kosten unter dem Deckel halten

Beim Hersteller, der Carrosserie Hess AG in Bellach, ist man zuversichtlich. «Die Situation hat sich im letzten Monat massivst verbessert», sagt Geschäftsführer Alex Naef. Es hätte Tage gegeben, an denen sämtliche Fahrzeuge im Einsatz gestanden seien. «Die Ausfallquote liegt im Rahmen des Üblichen», meint er, gesteht aber dennoch ein, dass es noch einige Schwachstellen gebe. «Diese werden von Mitarbeitern vor Ort gezielt abgearbeitet», so Naef. Die Hess AG arbeite fest mit den VBZ zusammen, was den Unterhalt angehe. «Daher haben wir Leute in Zürich stationiert, die Wartungsdienste machen.» Man habe immer damit gerechnet, dass bei diesem innovativen Produkt Probleme auftauchen könnten.

Wie viel die Ausfälle, Reparaturen und Ersatzbusse das Unternehmen kostet, will der Geschäftsführer nicht verraten. «Dazu will ich mich nicht äussern». Naef sagt lediglich, dass alles «im Rahmen der normalen Geschäftsvereinbarung» liege.