Hess AG

Hess AG erhält von der Stadt Luzern einen Millionenauftrag

Ab Mitte 2014 soll der Hess-Doppelgelenk-Trolleybus mit tramähnlichem Design in Luzern verkehren.

Ab Mitte 2014 soll der Hess-Doppelgelenk-Trolleybus mit tramähnlichem Design in Luzern verkehren.

27 Trolleybusse kann die Bellacher Firma Hess AG für die Städtischen Verkehrsbetribe Luzern liefern. Der Bellacher Busbauer setzt sich damit gegen einen belgischen Konkurrenten durch.

Das sind positive Nachrichten für den Industriestandort Solothurn: Die Städtischen Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) haben bei der Carrosserie Hess AG in Bellach neun Doppelgelenk-Trolleybusse bestellt. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf knapp 13 Millionen Franken. Die neuen Busse sollen ab Mitte 2014 auf der meistfrequentierten Linie des öffentlichen Nahverkehrs im Kanton Luzern zum Einsatz kommen, wie der VBL bekannt gab. Im Rahmen einer öffentlichen Auschreibung habe sich die Firma Hess AG gegen die belgische Konkurrentin Van Hool durchgesetzt. Nach erfolgter Auswertung der beiden Angebote sowie den Testfahrten vor Ort habe sich gezeigt, dass das Fahrzeugkonzept von Hess die gestellten Anforderungen besser erfülle. Insbesondere schneide der fast 25 Meter lange Hess-Bus mit Platz für 207 Fahrgäste bezüglich der Passagierkapazität besser ab als der Mitbewerber aus Belgien, dessen Busmodell 192 Fahrgästen Platz biete, wird VBL-Direktor Norbert Schmassmann in der Mitteilung zitiert.

Option für weitere 18 Busse

Sehr erfreut reagiert Alex Naef, Chef der Carrosserie Hess AG, über den Auftrag. Es handle sich für die Firma um einen Grossauftrag. Denn der Vertrag mit Luzern über die neun Busse enthalte eine schriftlich vereinbarte Option über fünf Jahre zur Lieferung von weiteren 18 Bussen. «Das gesamte potenzielle Auftragsvolumen beträgt also rund 39 Millionen Franken für 27 Busse», sagt Naef.

Der Auftrag sei auch deshalb wichtig, weil es sich beim Trolley-Doppelgelenkbus um ein Flaggschiff von Hess handle und Luzern eine renommierte Trolleybus-Stadt sei mit internationaler Ausstrahlung. Das Modell verfüge nicht über einen Dieselmotor als Notaggregat für den Fall, dass die Stromversorgung vorübergehend nicht verfügbar sei, sondern über eine Lithium-Ionen-Batterie. «Die Trolleybusse verfügen also über einen reinen Elektroantrieb», erläutert Naef. Der Ersteinsatz in Zürich verlief allerdings nicht problemlos.

Viel Interesse an neuen Bussen

Diese Technologie stosse vor allem in mit Trolleybussen erschlossenen Städten im In- und Ausland auf viel Interesse. «Wir haben mehrere internationale Besucher im Werk und Anfragen am Laufen. Namen kann ich allerdings noch keine nennen.»

Rund 100 Millionen Franken Umsatz

Der Auftrag wird die Auslastung im Industriebetrieb in Bellach positiv beeinflussen. Der aktuelle Arbeitsvorrat liege je nach Busabteilung zwischen sechs und zwölf Monaten, sagt Naef. In Bellach beschäftigt Hess rund 275 Angestellte, in der ganzen Gruppe sind es rund 400 Beschäftigte. Wie gross der Luzerner Auftrag ist, zeigt ein Vergleich mit dem Jahresumsatz. «2012 haben wir einen Umsatz von rund 100 Millionen Franken erwirtschaftet.»
Die Verkehrsbetriebe Luzern haben den Zuschlag vorschriftsgemäss im Luzerner Kantonsblatt publiziert. Die zehntätige Rechtsmittelfrist ist am 19. März abgelaufen. Bis dato habe man keine Kenntnis über einen eingegangenen Einspruch gegen den Zuschlag, erklärt VBL-Mediensprecherin Silja Husar. Allerdings stehe der diesbezüglich offizielle Bescheid des Verwaltungsgerichtes noch aus.

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