Süssmost
Herbstzeit ist auch Süssmostzeit

Äpfel, Birnen und anderes Obst kann man nicht nur essen, sondern auch trinken In den Mostereien in der Region herrscht derzeit Hochbetrieb.. Eine Reportage von der Moschti in Hüniken.

Fränzi Rütti-Saner
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Herbstzeit- Süssmostzeit
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Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken
Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken
Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken
Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken
Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken
Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken
Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken
Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken
Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken
Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken
Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken
Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken
Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken
Einblick in die Mostherstellung auf dem Hof von Walter Gloor in Hueniken

Herbstzeit- Süssmostzeit

Hanspeter Bärtschi

Derzeit herrscht in den Mostereien der Region viel Betrieb, auch wenn die Apfel- und Birnenernte dieses Jahr viel weniger üppig ausgefallen ist als das letzte Jahr. So beispielsweise auch bei Walter und Beatrice Gloor in Hüniken. Sie haben derzeit in ihrer Moschti keine Pause. Äpfel werden kisten- und palettenweise von Bauern und anderen Baumbesitzern angeliefert und sofort zu Most verarbeitet.

«Dienstag und Donnerstag wird angeliefert und gemostet, Mittwoch und Freitag dann pasteurisiert», erklärt Gloor. Seit 1977 mostet er. «Ich habe ganz klein angefangen, zuerst nur meine eigenen Äpfel zu Most verarbeitet. Bekannte erfuhren davon und so begann ich, auch deren Obst zu Süssmost zu pressen.» Die Sache schien Gloor Spass zu machen, denn 1999 hat er eine grosse Siebbandpresse angeschafft und in seinem Bauernhaus das Untergeschoss ganz aufs Mosten und Pasteurisieren eingerichtet.

In vielen Kursen hat sich der Hüniker zudem viel Wissen über die Herstellung von Äpfel- und Birnensaft angeeignet. Jeweils im Dezember führt er auch auf dem Wallierhof einen Most-Degustier-Wettbewerb durch, wo der beste Apfelsaft eines Jahrgangs gesucht wird.

Auf seiner Siebbandpresse werden die Früchte zunächst in einer Art grosse Rösti-Raffel verkleinert. Danach wird die Maische durch drei verschiedene Trommeln gepresst und ausgedrückt. Zurück bleibt der Trester, das ausgepresste Fruchtfleisch mit allen Rückständen. «Der Trester geht weg zur Viehfütterung.» Bei Gloors bekommt jeder Früchtelieferant seinen Most nur aus seinen eigenen Früchten. «Wir haben die Abläufe so eingerichtet, dass dies funktioniert», sagt Beatrice Gloor und erklärt auch gleich warum. «Jeder sagt, seine Äpfel geben den besten Most. Also soll er auch wirklich seinen Most bekommen.»

Ende August wurde bei Gloors mit dem Mosten der ersten Früchte begonnen, die Saison dauert bis Anfangs November. Die Menge ist im Vergleich zum letzten Jahr etwas kleiner, dafür sei die Qualität des Süssmostes viel besser als 2011, weiss Gloor. «Die Früchte haben mehr Sonne erhalten und sind süsser. Leider bringen uns viele ihre Früchte einfach zu früh, nämlich in einem Stadium, in welchem sie noch nicht voll ausgereift sind. Das ist schade.»

Man bekommt hier seinen Most ab Presse, aber auch pasteurisiert. Dieser wird auf 78 Grad erhitzt und so die wichtigsten Keime abgetötet. «Frischen Most soll man gleich trinken. Pasteurisierter kann rund vier Monate gut aufbewahrt werden.» Der pasteurisierte Most wird heute in der Regel in praktische, schachtelförmige Plastik-Karton-Gebinde abgefüllt. Nur noch wenige Kunden geben ihre gläsernen Mostflaschen zum Einfüllen mit.

Gloor – aber auch viele seiner Kunden – testen immer wieder neue Most-Mischungen aus. Am bekanntesten ist die Mischung Apfel-Birne. Es gibt aber auch Apfel-Quitte, Apfel-Himbeere oder Traube und vieles mehr. Durchschnittlich mostet der Hüniker rund 4 bis 5 Tonnen Äpfel pro Tag und erzielt damit 3000 bis 4000 Liter Most. «Das sind dann schon 10-Stunden-Tage, ohne Pause», sagt er und schmunzelt. Und einmal pro Jahr bekommt er auch noch Besuch vom «Lebensmitteler». «Der findet in der Regel nichts Gravierendes. Er ist zufrieden.»

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