Ein super Jahr sei es gewesen, sagt Silvia Weibel, Badmeisterin der Badi Mühledorf. Wie viele Eintritte genau es denn gewesen seien, weiss sie nicht, denn sie führt keine Statistik. Aber es waren auf jeden Fall mehr als im vergangenen Jahr, da ist sich Weibel sicher. «Wir sind eine kleine familiäre Badi», sagt sie. «Wir haben viele auswärtige Gäste, die hier Ruhe suchen.» Denn im ländlichen Mühledorfer Schwimmbad sei es selbst bei verhältnismässig viel Rummel noch gemütlich.

Glücklich über die Saison ist man auch im Eichholz in Gerlafingen. «Wunderbar» ist die Bezeichnung, die Chefbadmeister Roland Wälchli wählt. Das werden wohl die Verantwortlichen in allen Badis der Region sagen, prophezeit er. «Wer etwas anderes behauptet, der lügt.» Nur gerade der Saisonanfang sei schlecht gewesen – hätte dieser mitgespielt, wäre man nahe ans Rekordjahr 2003 herangekommen, ist Wälchli überzeugt. «Der Frühling war schlecht, aber wir haben total aufgeholt im Sommer», berichtet er.

Von den Eintritten her liege man nun etwa im Durchschnitt der vergangenen Jahre. Im Klartext bedeutet das: rund 67 000 Eintritte. Trotz durchschnittlicher Besucherzahl ist in der Kasse der Badi aber mehr Geld als im Vorjahr. «Das liegt daran, dass zu Beginn der Saison viele Leute vorsichtig waren mit Abos lösen. Dadurch gab es mehr Einzeleintritte.»

Beliebt war das Zelten mit Grillplausch und Nachtbaden am letzten Juniwochenende, erzählt Roland Wälchli. «Wir hatten fast 60 Zelte auf dem Gelände.» Ansonsten gab es im Eichholz wenige Anlässe. «Wir wurden vom guten Wetter fast ein bisschen überrumpelt, sonst hätten wir vermutlich mehr organisiert.» Sowohl die Badi in Mühledorf als auch jene in Gerlafingen sind seit vergangenem Wochenende zu. «Wir wurden aber von Besuchern zum Teil angefragt, ob man den Saisonschluss nicht noch etwas verschieben wolle, da es die letzten paar Tage so schön war», erzählt Wälchli.

Fast jeden Sommertag gut besucht

Bis zum 15. September ist hingegen das Schwimmbad Messen noch geöffnet. Auch hier heisst es: «Die Saison ist super gelaufen.» Badmeister und Betriebsleiter Thomas Siegenthaler ist besonders froh, dass es keine ernsthaften Unfälle gegeben habe. «An einem guten Tag haben wir 600 bis 1000 Leute in der Badi», resümiert er. Und durch den Sommer hindurch sei fast jeder Tag ein guter gewesen. Besucher habe auch das Beachvolleyball-Turnier vor den Sommerferien angelockt. Das Mitternachtsschwimmen Ende Juli hingegen war schlecht besucht, erinnert sich Siegenthaler. «Da haben wir wohl zu wenig Werbung gemacht.»

Auch im Strandband am Aeschisee dauert die Saison noch bis 15. September. «Je nach Wetterbericht bleiben wir etwas länger offen, aber dann muss es richtig schön sein», sagt der Betreiber Rolf Nützi. Die Saison sei gut gewesen, aber einen Rekordtag wie den 28. August 2012 habe man nicht verzeichnen können – damals waren 1000 Leute in der Badi, «Tüchlein an Tüchlein», wie Nützi sagt. An einem guten Tag seien sonst um die 500 Besucher da. Dazu müsse es aber etwa 30 Grad sein.

«Unser Vorteil ist, dass wir am Abend lange offen haben, bis 22 Uhr. Wenn es schön ist, dann lassen wir die Leute am See», sagt Nützi. Auf die Jahre hinaus betrachtet sei die Beliebtheit des Seebads immer etwa gleich: Mal sei der Anfang der Saison gut, mal das Ende, erklärt der Betreiber. Damit die Badi attraktiv bleibt, wolle er immer mal wieder etwas erneuern. Auf die nächste Saison könnten die Restauranttische ersetzt werden, stellt er in Aussicht. Die Atmosphäre am Aeschisee schätzt auch Schwingerkönig Matthias Sempach. «Der war vor dem Wettkampf noch einige Male bei uns, um abzuschalten und aufzutanken», sagt Nützi. «Das hat uns natürlich sehr gefreut.»

Zuchwil unter den Erwartungen

Spielverderber in den rundweg positiven Saisonbilanzen ist Zuchwil. «Wir hatten eine unterdurchschnittliche Saison, schlechter als die letztjährige und die war schon schlecht», berichtet Direktor Urs Jäggi. Aktuelle Zahlen hat er noch nicht eruiert, aber im letzten Jahr waren es 42 000 Eintritte. Der Mai sei so schlecht wie noch nie gewesen. Im Juni lief wenig bis gar nichts. «Mit dem Juli haben wir Mai und Juni aufholen können. Der Besucherandrang war konstant gut, aber was fehlte, waren Spitzentage, an denen bis zu 2000 Menschen sich im Bad tummeln.

Einen Spitzentag haben wir bei weitem verfehlt.» Die Schönwetterperiode lag in den Sommerferien, «wenn viele in den Ferien sind». Vermehrt würden auch öffentliche Gewässer oder das Planschbecken zu Hause locken. Der August verlief wieder unter Vorjahr. «Nach den Sommerferien war die Luft draussen. Wir hatten noch nie einen derart markanten Einbruch wie in diesem Jahr. Es war als seien die Leute gesättigt gewesen.

Am letzten Mittwoch habe es nochmals ein Aufbäumen gegeben. «Aber wenn das Thermometer nicht mehr auf 30 Grad steigt, hat es keinen Wert mehr.» Zuchwil hat geschlossen. Investitionen sind für 2014 nicht
geplant.