Paralympics

Heinz Frei: «London war ein Paukenschlag für mich»

Heinz Frei war an den Londoner Paralympics gewohnt erfolgreich. Ein Blick in das ganz private Fotoalbum des erfolgreichen Etziker Paralympioniken Heinz Frei (54).

Seit den Paralympics 1984 in Stoke Mandeville in England ist der Etziker Rollstuhlsportler Heinz Frei (54) an den Spielen mit dabei, und auch noch eine knappe Woche nach der Rückkehr von London sind die Eindrücke noch frisch. «Die Eröffnungsfeier, wo 80000 Leute, 160000 Augen, auf dich blicken, war ein Ereignis. Inzwischen kennen mich viele Athleten, und ich treffe auch auf alte Bekannte. Wir sind wie eine Familie.» Besonders gefallen haben ihm die Show-Acts bei den Feiern. «Die Engländer können das einfach.»

Für die Organisation der Spiele hat Frei nur Lob übrig. «Obwohl – die Sicherheitsmassnahmen waren aussergewöhnlich gross. Jeder Bus, jede Tasche, jede Akkreditierung und jeder Körper wurde kontrolliert.» Doch so fühle man sich halt sicherer. Ein grosses Lob spricht Frei den vielen tausend freiwilligen Helfern aus. «Das war anders als in Peking, wo wir doch immer wieder Verständigungsprobleme hatten. Die Volunteers waren ungewöhnlich fröhlich und sympathisch und haben für tolle Stimmung zwischen Athleten und Zuschauern gesorgt.» Dass sich Heinz Frei in London besonders wohl fühlte, ist seinen Resultaten anzusehen. «Ich hoffte schon, dass ich noch etwas erreichen kann», sagt er im Rückblick. Man habe auch einen Monat vor den Spielen die Rennstecken besichtigt. «Das machen mittlerweile fast alle Teams.» Dass es dann aber so gut lief, habe er sich selbst auch nicht träumen lassen. «Ich denke, ich war besonders locker und unbeschwert in London. Deshalb meine Leistungen. Das war wie ein Paukenschlag für mich.» Diese Spiele hätten für ihn emotional zu den Besten seiner Karriere gehört. Ihn freute auch das grosse Interesse des Publikums und der Medien für diese Paralympics. «Da hat die geografische Nähe zu London sicher eine grosse Rolle gespielt. In Peking war das schon anders.»

Das Thema Aufhören will Frei nicht ansprechen, doch er weiss, dass seine Leistungen in seinem Alter nicht mehr selbstverständlich sind. «Wichtig ist einfach, die Lebens-Balance zwischen Sport, Beruf und Privatleben zu behalten.»

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