1.-Augustfeier
Heimat – und wo diese für die Bleichenberger liegt

Der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri thematisierte an der 1.-August-Feier auf dem Bleichenberg auch die Gemeindefusion rund um Solothurn.

Christof Ramser
Drucken
Teilen
18 Bilder
Der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri spricht zu den Anwesenden
1. Augustfeier auf dem Bleichenberg
Schweizer Kravatte und Schweizer Pin
Für musikalische Unterhaltung war gesorgt
Pirmin Bischof
Zusammen wird gesungen

Hanspeter Bärtschi

Stand vor zwei Jahren der Aussenblick auf die Schweiz im Zentrum des ökumenischen Gottesdiensts auf dem Bleichenberg, wurde gestern der Rahmen von «Laienprediger» und Stadtpräsident Kurt Fluri enger gesteckt. Zumindest im zweiten Teil seiner Rede thematisierte der FDP-Nationalrat auch die Fusion rund um Solothurn. Der Ort schien passend: Alle Gemeinden im Dreieck zwischen Zuchwil, Biberist und Derendingen sind in den Fusionsprozess involviert. Dabei wolle er seine Ansprache nicht dazu missbrauchen, für die Idee der fusionierten Gemeinde zu werben. Und doch zeigte Fluris Definition des Heimatbegriffs unmissverständlich auf, wie er persönlich zum kommunalen Zusammenschluss steht.

Da gebe es einerseits die Heimat, die sich nach materiellen Massstäben orientiert; andererseits die emotionale Verbundenheit mit einem Ort und den Mitmenschen. «Heimatgefühle sind nicht abhängig von politischen Grenzen.» Vielmehr richte sich die räumliche Dimension des Begriffs nach dem Lebensraum, nach Arbeitsplätzen, Freizeitverhalten, Einkaufsgewohnheiten und besuchten Kulturstätten. «Heimat steckt den Raum ab, in dem man sich verstanden fühlt und die Mitmenschen versteht», zitierte er den Philosophen Karl Jaspers. Er fühle sich auf dem Bleichenberg durchaus auch in seiner Heimat – und er gehe davon aus, dass die Zuchwiler, Biberister und Derendinger auch die Stadt zu ihrer engeren Heimat zählen, so Fluri – der als Präsident einer dereinst fusionierten Gemeinde rund um Solothurn zweifellos prädestiniert scheint.

«Es ist wie beim Jassen»

Wie am ökumenischen Gottesdienst waren die Festbänke auch am Abend gut gefüllt, als vor Lampionumzug und Feuerwerk CVP-Ständerat Pirmin Bischof zur Ansprache anhob. Er pries die demokratischen Strukturen in unserem Land. «Dass das Volk die Verfassung ändert und sogar die Steuern festlegt, ist für Politiker manchmal frustrierend, für die Schweiz aber ein Erfolgsrezept.» Es sei wie beim Jassen, wo man sich für «undenufe» oder «obenabe» entscheiden müsse. Für ihn sei klar, dass sich «undenufe» für das Land bewährt habe. Wichtige Entscheide würden nicht von oben diktiert, sondern von unten beschlossen. Seit Jahrzehnten mache zudem die Innovation den wirtschaftlichen Vorsprung aus.

Schliesslich plädierte Bischof dafür, stolz zu sein: auf die tiefe Arbeitslosigkeit, die tiefen Schulden, den hohen Wohlstand und die intakte Umwelt. «Dazu Stabilität und Zuverlässigkeit, um die uns die Welt beneidet.» Kopf hoch und ein gerades Rückgrat seien eine gesunde Körperhaltung. «Trainieren wir sie.»

Aktuelle Nachrichten