«Wenn man doch schon weiss, was unnötig Kosten und Zeitverlust verursacht, warum unternimmt man denn nichts dagegen?», fragte Georg Schellenberg und brachte damit die Meinung des Rats auf den Punkt. Gemeint war die Passage im Jahresbericht 2011, in der Geschäftsführer Charly Pichler schreibt: «Der Betrieb zweier Standorte verursacht Kosten und Zeitverlust.

«Viel Kreativität nötig um Lösungen zu generieren»

So ist es zum Beispiel nicht möglich, eine zentrale Aktenablage oder nur einen Schalter zu realisieren.» Die dafür vorgesehenen Räume an den Standorten Balsthal und Härkingen reichen bereits nicht mehr aus, zusätzlicher Platz musste hinzugemietet werden. Charly Pichler fügt dazu in seinem Bericht an, es werde viel Kreativität benötigt um gute Lösungen generieren zu können.

Die Antwort darauf sei ganz einfach, hiess es im Gemeinderat: Konzentrieren an einem Standort, egal wo. Betont wurde aber ausdrücklich, man sei nicht daran interessiert, den Standort nach Oensingen zu holen.

Argumente nicht stichhaltig

Ferner wurde gefragt, warum sich die Verantwortlichen der Sozialregion dagegen wehrten, Controlling-Instrumente einzuführen, die einen Vergleich mit gleich gelagerten Institutionen zulassen. Bekannt ist, dass die Anzahl Dossiers laufend zunimmt. Man möchte aber wissen, ob wirklich in jedem Fall ein Dossier eröffnet werden müsse.

Und wie viel Personalaufwand für ein Dossier nötig sei. Das Argument, die Sozialregionen seien zu unterschiedlich, als dass sie sich vergleichen lassen, sei nicht stichhaltig. Bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren sei dies schon längst gang und gäbe. Der Rat stimmte schliesslich den Anträgen an die Delegiertenversammlung des Zweckverbandes vom kommenden Mittwoch zu. Die Delegierten wurde so instruiert, dass man von Oensingen aus die Entwicklungen und Zustände der Sozialregion weiterhin äusserst kritisch beobachten werde.

Zehn Franken zur Begrüssung

Meldet sich jemand bei der Gemeindeverwaltung als neuer Einwohner an, so hat er nicht nur ein Formular auszufüllen, sondern auch eine Gebühr zu entrichten. In Oensingen will man dies abschaffen. Der Leiter Verwaltung, Pascal M. Estermann, bezeichnete es als Affront, zur Begrüssung zehn Franken zu verlangen.

Anderseits werden neu Gebühren für Dienstleistungen verlangt, die bisher gratis waren. Oder die Gebühren werden höher, so etwa für die Beglaubigungen aufgrund des grossen Aufwandes. Günstiger dagegen werden Wohnsitzbescheinigungen; bisher wurden diese bei einer Familie pro Kopf berechnet, neu zählt der Haushalt. Korrekturen dieser Art in der Gebührenordnung der Administration lässt der Gemeinderat umsetzen im Sinne des Auftrags der Gemeindeversammlung, wonach die Kostenwahrheit anzustreben ist.

Strasse für zwei Grossbetriebe

Der Gemeinderat hat ferner einen Bruttokredit von 2,75 Mio. Franken für Ausbau und Erweiterung der Südringstrasse inklusive Frisch- und Abwasserleitung verabschiedet, ein Grossteil wird via Beiträge der Grundeigentümer zurückfliessen. Der Ausbau soll im Herbst beginnen und erfolgt für die geplanten Neubauten der Firmen Bell und Swiss Nutrivalor.