Schnottwil
Haushalte sollen künftig mit Holz aus dem eigenen Wald beheizt werden

Der Schnottwiler Gemeinderat möchte einen Wärmeverbund realisieren. Dabei sollen die Haushalte mit Fernwärme aus einer Holzschnitzelheizung beheizt werden. Der Forstwirtschaft würde so zusätzlich mehr Geld in die Kasse gespült.

Marlene Sedlacek
Drucken
Teilen
Eine Kilowattstunde Wärme soll 17.04 Rappen kosten.

Eine Kilowattstunde Wärme soll 17.04 Rappen kosten.

Keystone

Die Interessensbekundungen der Einwohner waren gross auf die Anfrage, ob sie ihr Haus mit Fernwärme aus einer Holzschnitzelheizung heizen möchten. Theo Kocher vom Ausschuss Wärmeverbund rechnet mit Investitionskosten für eine solche Anlage von 4,3 Mio. Franken. Die Kosten basieren auf einem Leitungsnetz aus Stahlrohren. Dieses ist im Gegensatz zu einem solchen aus Kunststoffrohren problemlos ausbaubar.

In den ersten fünf Jahren ist eine Auslastung von 85 Prozent angestrebt. Später erwartet Kocher weitere Anschlüsse, bis zu einer hundertprozentigen Auslastung der Anlage. Sollte der Wärmebedarf in weiterer Zukunft steigen, wäre der Einbau einer zweiten oder dritten Feuerungsanlage in dasselbe Gebäude möglich.

«Schnottwil hat genug Holz»

Bei der geplanten Anlage kämen 1,047 Mio. Franken an Anschlussgebühren zurück. Kocher schätzt, dass ein Betrag von 10 000 Franken für alle Einfamilienhausbesitzer tragbar ist. Eine Kilowattstunde Wärme soll 17.04 Rappen kosten. Dazu kämen die jährlichen Grundgebühren von rund 800 Franken auf die Hausbesitzer zu. Positiver Nebeneffekt für die Gemeinderechnung wäre, dass der Forstwirtschaft durch zusätzliche Holzverkäufe mehr Geld in die Kasse gespült würde.

Befürchtungen, dass man dereinst Holz aus dem Ausland zuführen müsse, weil der Wald nicht mehr genügend hergibt, zerstreute Kocher: «Der Schnottwiler Wald reicht längstens».

Nicht die Gemeinde soll Trägerschaft des Wärmeverbundes sein. Es ist vorgesehen, eine Aktiengesellschaft zu gründen, an welcher sich Einwohner- und Bürgergemeinde beteiligen. Gemeindepräsident Jürg Willi betonte, dass das Ziel der Gesellschaft sei, günstig Wärme zu produzieren und zu verkaufen und nicht, Gewinn zu machen. Die Dividenden wären gegen oben beschränkt. Sollten sie diese Grenze erreichen, werde der Energiepreis sinken, versicherte Willi.

Wenn die Bank zum benötigten Darlehen von 2,4 Mio. Hand bietet, wird im Oktober eine Informationsveranstaltung für die Bevölkerung stattfinden. An der Budgetgemeindeversammlung wird das Volk über das Projekt abstimmen. Die Heizung soll im Herbst 2014 ans Netz gehen.

Positives Fazit

In verschiedener Hinsicht ist das Projekt Spiel- und Funplatz positiv herausgekommen. Jürg Willi stellte fest, dass der Platz ein gutes Jahr nach der Eröffnung immer noch rege benutzt wird. «Ich hätte erwartet, dass der Zulauf nach einigen Monaten abnehmen wird», bekannte er.

Willi lobte das Werk als «Gemeinschaftswerk». Viele Erwachsene und auch Kinder leisteten Fronarbeit und trugen zur Realisierung des Platzes bei. Dazu kamen Naturalgaben, die Ingenieurarbeiten wurden gespendet, der Ausschuss «Spiel und Bewegung» verzichtete auf Sitzungsgelder. 76 700 Franken kamen als Barspenden herein. Tatsächlich musste die Gemeinde von den 139 000 Franken Gesamtkosten nur 55 000 übernehmen.

Die Bauabrechnung wies eine geringe Budgetunterschreitung von 459 Franken auf. «Der Platz ist eine Bereicherung für unsere Gemeinde», stellte Karin Schluep erfreut fest. Was der Gemeinde an Ausgaben nun noch bleibt, sind die wiederkehrenden Kosten für den Unterhalt.

Aktuelle Nachrichten