Zuchwil

Hauptsitz für DePuy Synthes soll in Zuchwil aufgebaut werden

Die geplante Ansiedlung des Europa-Hauptsitzes von DePuy Synthes in Zuchwil wird den Synthes-Neubau «füllen». Archiv

Die geplante Ansiedlung des Europa-Hauptsitzes von DePuy Synthes in Zuchwil wird den Synthes-Neubau «füllen». Archiv

Johnson&Johnson will den Europa-Hauptsitz für die fusionierte Orthopädiesparte DePuy Synthes in Zuchwil aufbauen. Kanton und Gemeinde sind erfreut.

«Das europäische Hauptquartier von DePuy Synthes wird in Solothurn/Zuchwil zu liegen kommen.» So zitiert die Sonntagszeitung «Der Sonntag» in ihrer jüngsten Ausgabe Leila Meresman, Sprecherin des Mutterkonzerns Johnson&Johnson. Wie viele zusätzliche Arbeitsplätze damit im erst im Frühling bezogenen Neubau des Medizinaltechnikunternehmens Synthes entstehen, gab Johnson&Johnson noch nicht bekannt. Es sollen aber mehrere Hundert sein.

Offiziell nicht informiert

Leicht irritierend ist, dass offenbar sowohl der Kanton Solothurn wie auch die Standortgemeinde Zuchwil über die Frohbotschaft noch nicht informiert wurden. Ansatzweise habe man zwar von dieser Möglichkeit gehört, aber auch, dass Zug noch im Rennen sei, erklärt die Solothurner Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler. Zug ist bereits ein wichtiger Standort des US-Gesundheitsriesen Johnson&Johnson. Über den Entscheid, den neuen Europa-Hauptsitz der gesamten Orthopädiesparte von Johnson&Johnson – entstanden aus der Fusion von DePuy und Synthes – in Zuchwil anzusiedeln, habe man offiziell nichts gehört. «Das wäre aber eine ganz wunderbare Sache und ein klares Bekenntnis zum hiesigen Wirtschafts-Standort», freut sich Gassler.

Auch Gilbert Ambühl, Gemeindepräsident von Zuchwil, wusste zwar, dass über den künftigen Standort des Europa-Hauptsitzes der neu formierten DePuy Synthes diskutiert worden sei. «Aber offiziell wurde ich in dieser Sache nicht kontaktiert.» Deshalb könne er auch nicht bestätigen, ob die Wahl tatsächlich auf Zuchwil gefallen sei. Falls aber im Neubau in Zuchwil der Europa-Hauptsitz aufgebaut werde, sei dies «eine sehr, sehr positive Nachricht». Seit Bekanntgabe des Zusammengehens von Johnson&Johnson mit Synthes vor anderthalb Jahren habe nämlich eine gewisse Unsicherheit geherrscht. Es sei nicht klar gewesen, welche Auswirkungen die Fusion auf den Standort Zuchwil haben werde. «Für uns wäre es die gewünschte Entwicklung. Mit dem Hauptsitz wäre der Aufbau von qualifizierten Arbeitsplätzen sowie ein positiver Einfluss auf den Steuerertrag auf Kantons- und Gemeindeebene verbunden.»

Viel Platz in Zuchwil

Weder bei Johnson&Johnson noch bei DePuy Synthes waren gestern konkretere Angaben über den Entscheid erhältlich. Für Zuchwil sprechen sicherlich die Platzverhältnisse. Ist doch der noch von Synthes erstellte neue Prunkbau direkt an der Aare auf rund 1000 Arbeitsplätze ausgelegt. Angesiedelt sind – Stand Frühling 2012 – aber erst deren 410 Arbeitsplätze. Es handelt sich dabei vorwiegend um Stabsstellen wie Finanzen, Personal, Verkauf oder IT, die Entwicklungsabteilung war damals im umgebauten Zeughaus untergebracht.

Zudem war Zuchwil bereits vor der Fusion als Synthes-Hauptsitz Europa, Naher Osten und Afrika bestimmt. Und Chef der neuen Orthopädie-Sparte von Johnson&Johnson, eben der DePuy Synthes, ist Michel Orsinger, der frühere Synthes-Konzernchef. Mit einem Umsatz von rund 10 Milliarden Dollar und 18000 Angestellten gilt DePuy Synthes als weltweit grösste Medizinaltechnikfirma.

Grösster US-Arbeitgeber landesweit

Bereits vor der Synthes-Übernahme war Johnson&Johnson in der Schweiz prominent vertreten. Inklusive Synthes beschäftigen die Amerikaner hierzulande aktuell rund 6300 Mitarbeitende. Der Konzern ist damit der grösste US-amerikanische Arbeitgeber in der Schweiz. In Schaffhausen ist das Pharmaunternehmen Cilag AG für Johnson tätig, in Zug hat das Unternehmen soeben ihren neuen Sitz am Bahnhof bezogen. Dort werden die bisherigen sechs Zuger Standorte konzentriert.

Ab 2013 wird auch die Johnson&Johnson AG aus Spreitenbach sowie die pharmazeutische Vertriebs- und Marketingorganisation Janssen-Cilag AG aus Baar nach Zug umziehen. An den Standorten Neuenburg und Le Locle sind die Amerikaner ebenfalls stark vertreten. Dort entwickelt DePuy unter anderem Medizinalprodukte und Diagnostika; ferner werden auch medizinische Implantate für die Neuro- und Wirbelsäulen-Chirurgie gefertigt.

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