Egerkingen
Happy End in Egerkingen: Für den neuen Holzzug ist genug Geld beisammen

Dank Spenden kann Sonja Brotzer den Rest der noch nicht vollständig bezahlten Handwerkerrechnung für die neue Holzlokomotive auf dem Spielplatz Zebra aufbringen.

Erwin von Arb
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Sonja Brotzer freut sich über den glücklichen Ausgang der leidigen Geschichte. eva

Sonja Brotzer freut sich über den glücklichen Ausgang der leidigen Geschichte. eva

Dank Spenden kann Sonja Brotzer den Rest der noch nicht vollständig bezahlten Handwerkerrechnung für die neue Holzlokomotive auf dem Spielplatz Zebra aufbringen. «Ich bin froh, dass nun doch niemand zu Schaden kommt. Darum geht es mir jetzt auch richtig gut», sagt die 36-Jährige erleichtert. Diese Zeitung hatte am 18. Juli über den nicht alltäglichen Fall berichtet.

Gemeinde verhinderte Fiasko

In diesen finanziellen Engpass geraten war Sonja Brotzer, weil sie zusammen mit anderen Müttern aus Egerkingen ein ausgemustertes Spielgerät auf dem Spielplatz Zebra durch ein neues ersetzen wollte (wir berichteten). Um das dafür benötigte Geld aufzutreiben, gründete die zweifache Mutter die Facebook-Gruppe «IG Spielplatz Zebra». Ziel der Aktion war, dass der Gemeinde als Besitzerin des Spielplatzes keine Kosten entstehen.

Diese Aktion ging allerdings gründlich schief. Einerseits, weil die Gemeinde der Initiantin untersagte, im Internet auf Betteltour zu gehen, sowie andererseits, weil der Holzzug nicht wie mit dem Handwerker mündlich besprochen 1000, sondern ganze 3800 Franken teuer zu stehen kam. Nur dank der finanziellen Unterstützung durch den Gemeinderat Egerkingen und Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi im Betrag von 2500 Franken konnte das totale Fiasko verhindert werden. «Mir tut leid, dass wir nun doch die Allgemeinheit belastet haben, das war nicht unsere Absicht», hatte Brotzer erklärt.

Die noch ausstehenden 1300 Franken blieben an der IG Spielplatz Zebra respektive an deren Gründerin Sonja Brotzer hängen. Wie sie diese Summe aufbringen sollte, wusste die verzweifelte Frau damals noch nicht.

Insgesamt sechs Spender

Inzwischen sind drei Wochen vergangen. Drei aufregende und höchst erfreuliche Wochen, wie Sonja Brotzer verrät: «Nach dem Zeitungsbericht haben sich viele Leute bei mir gemeldet.» Die meisten Reaktionen seien positiv gewesen. Und dabei blieb es zum Glück nicht, es tröpfelten immer wieder Spenden auf das Konto der IG Spielplatz Zebra. Ende letzter Woche war es dann so weit: Sonja Brotzer konnte auf der Homepage der IG verkünden, dass bereits 1100 Franken gespendet worden sind.

Mit der verbindlichen Zusage von weiteren 350 Franken von der Stiftung Kinderheime Solothurn (SKSO) stehen nun sogar 150 Franken mehr zu Verfügung als benötigt. Aufgebracht wurden die insgesamt 1450 Franken von sechs Spendern. Darunter auch grössere Beträge von Institutionen und Privatpersonen, wobei Letztere im Hintergrund bleiben wollten, wie Brotzer bemerkt.

Geldübergabe steht bevor

Den Überschuss von 150 Franken will die seit fünf Jahren in Egerkingen lebende Hausfrau für eine Holzschutzbehandlung des neuen Spielzuges einsetzen. «Wir müssen den wirklich schönen Zug wetterfest machen, damit er den nahenden Winter und die kommenden Jahre auch gut übersteht.» Die Geldübergabe an den Hobby-Kunsthandwerker, der auch seinerseits Fehler eingeräumt hatte, soll in den nächsten zwei Wochen erfolgen. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte auch das von der SKSO zugesicherte Geld verfügbar sein. Deren Buchhalter sei ferienhalber abwesend.

Eines habe sie aus der Geschichte gelernt, meint Sonja Brotzer im Rückblick: «Ich werde in Zukunft den formell korrekten Weg über die Gemeinde und die zuständigen Kommissionen beschreiten und ein schriftliches Gesuch stellen, wenn es um Anschaffungen für den Spielplatz geht.»