Deitingen
Hans Frei widmet sich nach 32 Jahren Politik dem Brot

Der ehemalige Deitinger Gemeindepräsident Hans Frei zieht sich nach 32 Jahren (fast ganz) aus der Politik zurück. Er wird sich künftig unter anderem noch im Wahlbüro betätigen.

Rahel Meier
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Hans Frei war während 32 Jahren Deitinger Gemeinderat. Jetzt widmet er sich vermehrt seinem Hobby, dem Brotbacken.

Hans Frei war während 32 Jahren Deitinger Gemeinderat. Jetzt widmet er sich vermehrt seinem Hobby, dem Brotbacken.

Hanspeter Bärtschi

Zwei regelrechte Mammutprojekte fallen in die Amtszeit von Hans Frei als Gemeindepräsident in Deitingen. Das eine ist ein überregionales: nämlich der Bau des oz13 in Subingen (Oberstufenzentrum), das andere ein kommunales: das Deitinger Dorfzentrum. Bei beiden Projekten hat Frei eine massgebliche Rolle gespielt.

Hans Frei war für seine Wasserämter Gemeindepräsidiumskollegen nicht immer ganz einfach. Ob das an der geografischen Lage Deitingens liegt, das doch eher am Rand des Bezirks liegt, und in den meisten Bereichen nach wie vor eigenständig agiert, oder an Frei selber, sei dahingestellt. Frei hat sich auf alle Fälle oftmals quer gestellt und seine Meinung immer offen und ehrlich kundgetan. Gerade beim Bau des oz13 hat sich das ausgewirkt, ging doch die erste Abstimmung über das Bauprojekt bachab. «Nicht nur wir Deitinger haben damals Nein gesagt.»

Sieben der 13 Gemeinden hätten schliesslich dagegen gestimmt. «Wir Deitinger haben dann aber die Verhandlungen wieder aufgenommen.» Dass das Schulhaus gebaut werden musste, das war für ihn unbestritten. «Aber das Projekt und der Standort stimmten für uns nicht.» Mit Stolz erinnert er daran, dass die um 7 Mio. Franken abgespeckte Variante dann durchkam und das Zentrum im Jahr 2008 eingeweiht werden konnte.

Gutes Klima im Gemeinderat

Das zweite Grossprojekt ist das Deitinger Dorfzentrum. Auch hier hat Frei immer und immer wieder beharrlich am Karren gezogen. «Ich war der erste Deitinger Gemeindepräsident, der nicht Bürger ist.» 30 Jahre lang planten Bürger- und Einwohnergemeinde eigene Projekte. Keines kam zum Fliegen.

Erst, als sich beide Seiten an einen Tisch setzten, gelang der Durchbruch. Stolz ist Frei in dieser Sache auf den Einwohnergemeinderat. «Acht Jahre lang wurde jeder Entscheid in Sachen Dorfzentrum einstimmig gefällt» Und nebenbei besserte sich auch das vorher eher getrübte Verhältnis zwischen der Einwohner- und der Bürgergemeinde.

Hans Frei erinnert sich gerne an die Gemeinderatssitzungen in den letzten 12 Jahren zurück. Personell blieb der Rat lange Jahre fast unverändert. «Wir waren ein gutes Team.» Das durfte die Bevölkerung auch jahrelang an Hilari erleben, wo sich der Gemeinderat jeweils als Gesamtbehörde absetzen liess und sich dabei jeweils ganz unpolitisch und fasnächtlich gab.

Unter Frei festigte sich das Ressortsystem. Zu Legislaturbeginn wurden Legislaturziele erarbeitet. In Seminaren und bei Ausflügen wuchs der Rat zu einer gemeinsamen Behörde zusammen.

So wurden in diesen 12 Amtsjahren von Gemeindepräsident Hans Frei auch andere Projekte verwirklicht: Die Bahnunterführung, der Abfall-Entsorgungsplatz, die Zusammenlegung von Kindergarten und Schule, die Einführung der Geleiteten Schule, die Verlegung von Feuerwehr und Werkhof und damit verbunden der Umbau der Gemeindeverwaltung sowie die Realisierung des Nahwärmeverbundes. Alle diese Arbeiten waren immer gemeinderätliche Gemeinschaftswerke, wie Frei betont.

Lieblingsthema Quellensteuer

Ein Lieblingsthema von Hans Frei ist die Quellensteuer. Es begleitet ihn seit 20 Jahren. Noch heute ist er davon überzeugt, dass mit dem Quellenbezug und der Quellensteuer viele Probleme vermieden werden könnten. «Aber bei den kantonalen Behörden fand diese Idee nie Anklang.»

Zwischen 700 bis 1000 Stunden hat Hans Frei durchschnittlich pro Jahr für das Gemeindepräsidium aufgewendet. Das entspricht einem Arbeitspensum von 25 bis 30 Prozent. Viele Anlässe fanden zudem abends oder am Wochenende statt.

Und jetzt? Frei wird sich künftig im Wahlbüro betätigen, er bleibt Verwaltungsrat im Dorfzentrum und ist Ersatzmitglied im Zweckverband Wasserversorgung. «Ich konnte mich eigentlich problemlos aus dem Gemeindepräsidium zurückziehen», meint er. Das liege auch daran, dass der Gemeinderat gut funktioniere und sein Nachfolger fünf Jahre Zeit hatte, sich einzuarbeiten. Denn Frei hat seinen Rücktritt schon sehr früh angekündigt.

Als Ausgleich hat er angefangen zu backen. «Als Erstes habe ich eine Züpfe gebacken. Das hat Spass gemacht.» Inzwischen hat er über 50 verschiedene Rezepte für Brot. Gewöhnliche Brote macht er ebenso wie Früchtebrot oder Partybrote. Im Zwiebelbrot à la Hans Frei sind 800 Gramm Zwiebeln und 800 Gramm Mehl – mehr verrät er nicht. «Ich habe halt einfach gerne gutes Brot.»