Attiswil
Handgemachtes aus dem Koffer am Attiswiler Koffermarkt

Schmuck, Karten, Keramik, Genähtes und Gehäkeltes, Engel und Bengel – wer noch kein Weihnachtsgeschenk hat, wird am Koffermarkt im Museum in Attiswil fündig.

Irmgard Bayard
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Sie habens gut zusammen: Sandra de Jong und Marjo Swager van Dok.

Sie habens gut zusammen: Sandra de Jong und Marjo Swager van Dok.

Irmgard Bayard

Ein herziger Anlass, super organisiert.» Mit dieser Meinung ist Ursula Basler aus Aeschi nicht alleine. Die 48-Jährige teilt sich einen grossen Koffer mit Martha Berüther aus Luzern und Corinne Oberli aus Berken. Die Frauen verkaufen eigene Schmuckkreationen, Hüllen aller Art, Teelichter und Vasen. «Ich war bereits im letzten Jahr dabei und habe mich sehr wohl gefühlt», sagt Basler, die ihre Kolleginnen zum Mitmachen animiert hat.

Wie fast alle anderen ist auch Barbara Heid aus Leuzigen Hobbykunsthandwerkerin. «Letztes Jahr war ich als Besucherin hier. Das Ambiente ist so schön, dass ich mich diesmal für die Ausstellung angemeldet habe», begründet die 29-jährige Sportlehrerin, die Stoffaccessoires für Kinder und Erwachsene anbietet, ihre Teilnahme.

Erika Ochsenbein aus Derendingen steht auf der anderen Seite, sie ist Besucherin. «Meine Tochter hat mich auf die Ausstellung aufmerksam gemacht», sagt sie. Weil sie selber Hobbykunsthandwerkerin sei, interessiere sie, was andere machen. «Natürlich nicht, um zu kopieren», fügt sie an. Sie habe zudem im Internet recherchiert und gesehen, dass es bereits viele solche Märkte gibt.

Tatsächlich boomen derzeit die Koffermärkte. Glaubt man dem Internet, so stammt die Idee aus den USA. In Deutschland sind sie weit verbreitet und haben im letzten Jahr die Schweiz erreicht. Die Märkte heissen so, weil die Anbieter ihre Waren in einem nostalgischen, meist kunstvoll dekorierten Koffer mitbringen und ausstellen. Verkauft wird ausschliesslich Handgefertigtes.

Die Anregung, einen solchen Koffermarkt im Museum in Attiswil einzurichten, gab Nicole Rebholz Ingold, Präsidentin des Museumsvereins. «Ich bin Bloggerin und habe viel darüber gelesen. Weil mir die Märkte aber zu weit weg waren, wollte ich einen hierher holen», erzählt sie. Sie konnte die Vorstandsmitglieder überzeugen und im letzten Jahr die erste Ausgabe äusserst erfolgreich durchführen. «Wer ausstellen will, hat einen Meter Tisch zur Verfügung und bezahlt 60 Franken», erklärt Nicole Rebholz das Konzept.

Fast 50 Interessierte haben sich dieses Jahr gemeldet, nur etwa die Hälfte konnte berücksichtigt werden. «Wir haben geschaut, dass die angebotenen Sachen zusammenpassen und natürlich Einheimischen den Vorrang gegeben», erklärt sie das Auswahlprozedere. Wegen der grossen Nachfrage dürfen die Aussteller auch nur zwei Jahre nacheinander mitmachen und müssen danach pausieren. Neben den Erwachsenen durften in diesem Jahr erstmals Kinder ihr Handgemachtes anpreisen. «Es war super», schwärmt Nicole Rebholz. «Über 30 Kinder haben in 17 Köfferchen ihre Sachen ausgestellt, was ebenfalls viele Besucher anlockte.»

«Dass sie nächstes Jahr pausieren muss, findet Sandra de Jong aus Wolfisberg schade. Denn mit Blick auf ihre Tischnachbarin Marjo Swager van Dok aus Grenchen sagt sie: «Wir haben es doch so toll zusammen.» Während die beiden Ausstellerinnen wie fast alle von der Atmosphäre schwärmen, begutachten Monika Wyss aus Flumenthal und Natacha Melly aus Solothurn das vielfältige Angebot. Sie seien aus Interesse hier, «und weil ich noch ein Weihnachtsgeschenk benötige», wie Monika Wyss lachend zugibt.

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