Selzacher Sommeroper
Hämmern und malen auf den letzten Drücker

Noch drei Stunden vor der Premiere von «Hoffmanns Erzählungen» gab es viel Arbeit für die Sommeroper. Bühnenbildner Oskar Fluri und sein Team waren in den vergangenen Tagen fast rund um die Uhr im Einsatz.

Fränzi Rütti-Saner
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Am Nachmittag um 15.30 Uhr herrschte auf der Bühne des Passionsspielhauses in Selzach noch viel Betrieb. Um 19 Uhr, zur Premiere, musste alles vollendet sein.
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Bühnenbauer: v. l. unten: Ruschti Salah, Guido Kofmel, Verena Ryser, Toni Meyer, Oskar Fluri. v. l. oben: Manfred Lischer, Reto Hartmann.
Oskar Fluri bei der letzten Bemalung
Letzte Vorbereitungen für Selzacher Sommeroper
Die Kissen werden auf den Bänken verteilt

Am Nachmittag um 15.30 Uhr herrschte auf der Bühne des Passionsspielhauses in Selzach noch viel Betrieb. Um 19 Uhr, zur Premiere, musste alles vollendet sein.

Fränzi Rütti-Saner

Am Donnerstagabend pünktlich um 19 Uhr fand die Premiere der diesjährigen Sommeroper in Selzach mit «Hoffmanns Erzählungen» von Jacques Offenbach statt. Doch noch am Nachmittag um vier Uhr herrschte auf der Bühne geschäftiges Treiben, und dass die Premiere in einigen Stunden über die Bühne gehen würde, davon schien man noch ein paar Tage entfernt zu sein.

Doch dass sich Sängerinnen oder Sänger bei Premieren in Acht nehmen müssen, um beim Berühren der Kulissen keine farbige Finger zu bekommen, das ist keine Seltenheit. «Am Schluss kommt eben immer noch vieles zusammen», erklärte Oskar Fluri, der Bühnenbildner der Selzacher Produktionen. Er und sein Team waren in den vergangenen Tagen fast rund um die Uhr vor Ort und hämmerten, tackerten, schneiderten und malten, was das Zeug hielt.

Zeitdruck muss sein

Doch trotz grossem Zeitdruck konnte man spüren: Der Bühnenbildner ist sehr zufrieden mit seiner Arbeit und seinen Leuten. «Es ist ein eingespieltes Team hier in Selzach. Wäre das nicht so, könnte das alles nicht so funktionieren», sagte Fluri. Verena Ryser gab einem grossen Auge noch den letzten Schliff, Toni Meyer und Manfred Lischer schnitten Stoffballen auf die richtige Länge und Oskar Fluri selbst skizzierte noch eine Jugendstil-Schlaufe auf eine Holzverkleidung. Dazwischen schnell ein Bissen ins Sandwich.

Bühnenbild Marke Oski Fluri

Doch wie entsteht denn eigentlich ein Bühnenbild Marke Oskar Fluri? «Ich lese natürlich das Stück, recherchiere darüber, bemühe mich aber, so wenig wie möglich andere Szenerien zu betrachten, um mich möglichst wenig beeinflussen zu lassen», sagt er. Eigene Reisen, Kunstgeschichte, Erfahrungen – das alles ergibt dann seine Szenerie, welche Fluri dann zunächst mal skizziert. «Dann folgen natürlich Gespräche mit dem Regisseur und der Dramaturgin. Deren Wünsche und Ansichten werden ebenfalls eingebaut. Schliesslich muss das ganze Bühnenbild auch technisch umsetzbar und vom Ablauf her realisierbar sein», klärt Fluri weiter auf. Das Passionsspielhaus ist natürlich jeweils eine zusätzliche Herausforderung für alle, die dort beschäftigt sind.

Bühnenbildner Fluri ist in den letzten Tagen vor der Premiere fast permanent auf dem Platz. «Neben dem Aufbau bin ich auch bei Beleuchtungsproben, die schon mal bis in den frühen Morgen hinein dauern, mit dabei. Das muss sein.» Für die fantastische Oper «Hoffmanns Erzählungen» hat Oskar Fluri ein fantasievolles Bühnenbild geschaffen. «Wir legen die Zeit des Geschehens in die späten Zwanzigerjahre des letzten Jahrhunderts. Fluri schuf drei opulente Bühnenbilder. «Ich konnte wirklich aus dem Vollen schöpfen. Und ich habe auch mit erotischer Symbolik nicht gespart.»

Aufführungen bis 18. August. Infos: www.sommeroper.ch