1261 Stimmbürger (63,8 Prozent) sagten Ja, 715 Nein. Die Stimmbeteiligung betrug 49,7 Prozent. Das Leitbild sieht auf den 270 000 Quadratmetern zwischen Birs und Eisenbahn eine Mischung von Gewerbe, Wohnen und öffentlichem Grünraum vor. Der derzeit noch gültige Zonenplan erlaubt nur industrielle und gewerbliche Nutzung.

Dem Gemeinderat schwebt ein «Zukunftsquartier» vor; er erhofft sich von der Umgestaltung die Sanierung der angeschlagenen Dornacher Finanzen. «Ein Impuls ist notwendig, um die Entwicklungen in den Widen und auf dem Areal der ehemaligen Swissmetal anzustossen», schrieb der Gemeinderat im Vorfeld der Abstimmung. Das Leitbild sei «der Schlüssel zum Erfolg».

Im Mitwirkungsverfahren gaben rund 50 Einwohner und Institutionen ihre Meinung ab. Die Gegner des Leitbilds waren nicht grundsätzlich gegen eine Umgestaltung des Areals. Sie hätten aber lieber das Ende des Konkursverfahrens betreffend Swissmetal abgewartet, bevor man Richtlinien für die Planung erlasse. «Mit dem Wohnanteil kann der Konkursverwalter jetzt mehr herausholen als nur mit Industrie», sagte FDP-Präsident Urs Bendel nach dem gestrigen Entscheid. Seine Partei hatte an der Gemeindeversammlung im Juni eine Volksabstimmung erzwungen.

Zonenplan ist entscheidend

Andere Gegner der Vorlage befürchten, mit einer Zunahme der Bevölkerung um rund 1500 Einwohner und mit den neuen Arbeitsplätzen kämen hohe Infrastrukturkosten auf die Gemeinde zu, etwa in den Bereichen Verkehr, Bildung und Soziales. Zudem sei unklar, wer die – vermutlich hohen – Kosten für die Sanierung des Bodens übernehmen solle. Manche sahen anstatt eines finanziellen Zustupfs eine Steuererhöhung auf Dornach zukommen.

Gegner zweifeln an Aufwertung

Definitiv entschieden ist mit dem Urnengang aber noch nichts. Das Leitbild ist zwar verbindlich, enthält aber noch keine Details. Erst mit der anstehenden Revision des Zonenplans wird es konkrete Gestalt annehmen.

FDP-Präsident Urs Bendel machte deutlich, dass die Gegner des Leitbilds im Revisionsprozess Einfluss nehmen wollen. «Wir werden mit Argusaugen beobachten, was jetzt passiert.» Man wolle keine «Grünflächen zum Abwinken» oder «zweitklassigen Wohnraum». «Es soll eine Aufwertung von Dornach geben – ich habe erhebliche Zweifel, ob das jetzt der Fall sein wird.»