Aeschi
Grosse Herausforderungen für die regionale Schule im äusseren Wasseramt

Stark schwankende und aktuell sinkende Schülerzahlen stellen die Verantwortlichen der regionalen Schule im äusseren Wasseramt (rsaw) vor grosse Herausforderungen.

Rahel Meier
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Alle Schulstandorte (hier Bolken) sollen erhalten bleiben.

Alle Schulstandorte (hier Bolken) sollen erhalten bleiben.

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Die Gemeinderäte der sechs Gemeinden (Aeschi, Bolken, Etziken, Heinrichswil, Hersiwil-Winistorf und Hüniken) im Schulkreis der rsaw beschäftigen sich deshalb schon länger mit der Zukunft der Regionalschule.

Jetzt haben sie sich an einer Konferenz einstimmig für die Erhaltung der Schulstandorte Aeschi, Bolken, Etziken und Heinrichswil-Winistorf ausgesprochen. Schon heute wird an den vier Standorten altersdurchmischt Schule erteilt. Das heisst, dass es jeweils eine Klasse für den Kindergarten gibt, danach werden immer Doppelklassen gebildet. «Das funktioniert seit Jahren bestens», erklärt Gesamtschulleiter Albert Arnold.

Kein Einzelfall

Viele Schulen und Schulkreise seien derzeit von ähnlichen Situationen betroffen: Die Schülerzahlen seien an einzelnen Schulstandorten sinkend oder stark schwankend. Dies erschwere den Schulleitern eine sinnvolle Schulplanung. Die rsaw hat deshalb in den letzten Monaten die Ausgangslage und mögliche Szenarien zur Schulentwicklung eingehend von dw Schulconsulting (Christoph Dobler und Max Wittwer) prüfen lassen, wie Albert Arnold in einer Medienmitteilung schreibt.

Anhand einer Studie der Berater befassten sich der Schulausschuss und die Gemeindepräsidenten an einer ersten Retraite mit Szenarien zur Entwicklung der Gemeinden und der Schülerzahlen. Daraus abgeleitet wurden verschiedene Möglichkeiten zur Entwicklung der rsaw. So prüften Dobler und Wittwer beispielsweise die finanziellen und standortpolitischen Auswirkungen zur Schliessung einzelner Schulen und somit auch die möglichen Überlegungen einer Konzentration auf einen oder zwei Schulstandorte. Dabei wurden auch alle Investitionen in neue und bestehende Schulanlagen berücksichtigt.

An einer zweiten Retraite befassten sich die Gemeindepräsidenten und der Schulausschuss intensiv mit den möglichen Zukunftsszenarien. Die wichtigste Erkenntnis ist: Eine Zusammenlegung der Schulen führt aktuell nicht zu wesentlichen Kosteneinsparungen, da die Investitionen in Schülertransporte und Schulhausbauten den positiven Kosteneffekt grösserer Klassen mehr als kompensieren. «Würden wir zwei Standorte schliessen, müssten wir an den beiden verbleibenden Standorten 2,5 bis 3,5 Mio. Franken investieren.» Das würde wiederum Zinsen, Amortisation und Unterhalt verursachen, mit denen stattdessen auch in zehn Jahren noch mehr als drei Lehrerpensen finanziert werden könnten.

Schon bald Versuchsschule?

Die Schule im äusseren Wasseramt setzt zudem jetzt schon teilweise aufs sogenannte Fachlehrersystem. Das heisst, dass beispielsweise der Französischunterricht von speziellen Fachlehrern erteilt wird. Das macht es einfacher, eine altersdurchmischte Klasse aufzuteilen, wenn es der Stundenplan erfordert.

Fragt sich nun, ob der Kanton die rsaw nicht dazu zwingen kann, Schulstandorte aufzugeben, wie das im Bucheggberg getan wurde. «Ich kann mir schlecht vorstellen, dass der Kanton einen Zwang ausübt, das würde nur, wie im Bucheggberg, zu einer langwierigen Geschichte führen,» so Arnold.

«Es wurde eine spezielle Arbeitsgruppe einberufen, in der auch das Amt für Volksschule und Kindergarten eingebunden ist», so Arnold auf Anfrage. Die Schule im äusseren Wasseramt sieht in der Einführung der Basisstufe den Lösungsschwerpunkt für ihre strukturellen Probleme. Das heisst, dass die Kinder vom Kindergarten bis in die zweite Klasse gemeinsam unterrichtet würden. «Das geht aber nur, wenn wir vom Kanton als Versuchsschule unterstützt werden.»