Aebli, dem auch die Lehrwerkstätte untersteht, sorgt sich um die beiden jungen Menschen. Die beiden Jugendlichen, ein auszubildender Produktionsmechaniker und ein Schnupperstift, zogen sich an Kopf, Armen und Oberkörper Verbrennungen zu. Bei einem der beiden 16-Jährigen sind die Verletzungen so gravierend, dass er mit der Rega in eine Spezialklinik geflogen werden musste. Der zweite Lehrling wurde mit der Ambulanz ins Bürgerspital Solothurn gefahren.

Gestern wurden die Angestellten im Stahlwerk über den Vorfall informiert. Zudem wurde eine Unfallwarnung erlassen und zur Vorsicht im Umgang mit Lösungsmitteln ermahnt. Zum Gesundheitszustand und zum Unfallhergang können aber weder Aebli noch die Polizei Angaben machen. Die beiden Verletzten konnten noch nicht befragt werden.
Erste Meldungen, wonach sich eine unbekannte Menge Reinigungssprit entzündet habe, will Daniel Aebli nicht kommentieren.

Sicherheit wird gross geschrieben

Klar ist: Die Verletzungen sind schwer. Jedenfalls hat die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eingeleitet. Involviert sind gemäss Polizeisprecher Andreas Mock auch die Brandermittlung, das Arbeitsinspektorat und die Suva.

Der Vorfall vom Mittwoch war nicht der einzige in diesem Jahr. Das ist für Daniel Aebli umso betrüblicher, weil die Sensibilität für die Sicherheit im Stahlwerk sehr gross sei. Arbeitsunfälle wie im vergangenen Februar, als ein Mitarbeiter mehrere Knochenbrüche erlitt, als er versuchte, eine Abfallmulde aus einer Anlage zu entfernen, machen das erhöhte Sicherheitsrisiko deutlich. Dabei gelte dieses für die Lehrwerkstatt grundsätzlich nicht. Die 35 Lehrlinge, darunter Polymechaniker, Automatiker und Mechanikpraktiker, arbeiten weder mit flüssigem Stahl, noch überqueren sie das Stahlwerkgelände, um zur Lehrwerkstatt zu gelangen.

«Die Werkstatt ist quasi ein autonomer Betrieb am Rand des Areals», so Aebli. Zudem würden die jungen Leute im firmeninternen Arbeitssicherheitszentrum ausgebildet und auf die Gefahren aufmerksam gemacht. Das Tragen von Schutzkleidung sei selbstverständlich, und die Arbeitssicherheit werde regelmässig intern und extern überprüft. «Stahl Gerlafingen verfügt über ein Netz von Betriebssanitätern und Sicherheitsbeauftragten.»

Konsequenzen nach Unfall

Über die Ursachen des Unfalls vom Mittwoch will Daniel Aebli nicht spekulieren. In den fünf Jahren, seit er für die Lehrwerkstatt zuständig ist, sei es der erste gravierende Fall. Trotzdem wurden nach dem Unfall im Frühling, als sich ein Schnupperstift verletzte (siehe Text oben), die Lehrlinge instruiert, wie man mit Lösungsmitteln umgehen muss. «Das Ziel muss sein, Arbeitsunfälle zu verhindern.»