Rüttenen
Greifen die Grünen in Rüttenen auch noch nach dem Gemeindepräsidium?

Die Grünen sind im Hinblick auf die Gemeinderatswahlen Rüttenen vom 14. April euphorisch, die FDP ambitioniert, bei der SP knarzt es im Parteigebälk, SVP und CVP kämpfen gegen steigende Kosten.

Christof Ramser
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Neun Sitze sind im Gemeinderat Rüttenen zu vergeben.

Neun Sitze sind im Gemeinderat Rüttenen zu vergeben.

Oliver Menge

Freisinnig und Grün – diese politischen Eigenschaften scheinen in Rüttenen derzeit angesagt zu sein. Bei den Kantonsratswahlen im März hat die grüne Partei in Rüttenen zur FDP aufgeschlossen und zusammen mit der Jungpartei 20,7 Prozent der Stimmen geholt. «Am zweitmeisten im Kanton», wie Gemeinderätin Veronika Fluri sagt. Da könne man schon euphorisch werden. «Trotzdem: Ein dritter Sitz wäre wohl vermessen. Wir hoffen aber, dass wir unsere zwei Sitze im Vollmandat holen.»

Derzeit hält die FDP im neunköpfigen Gremium 3 Sitze, Grüne und SP je 2 und SVP und CVP je 1 Sitz. Wie im Dorf gemunkelt wird, könnten die Grünen nach der Demission von Heidi Pauli (FDP) gar nach dem Gemeindepräsidium streben. «Das lassen wir noch offen und entscheiden nach der Wahl», sagt Fluri. Um die Linke zu stärken, gehen die Grünen mit der SP eine Listenverbindung ein.

FDP-Studer will Präsident werden

Ihre Mandate halten will die FDP, wie Gemeinderat Gilbert Studer sagt. Sie präsentiert mit sieben Kandidaten die mit Abstand grösste Liste. «Wir sind die stärkste Fraktion, und das soll so bleiben.» Laufe es sehr gut, aspiriert man im Restmandat gar auf einen vierten Sitz. «Aber das ist wohl etwas zu ambitiös». Studer, der seit vier Jahren im Gemeinderat sitzt und zuvor Präsident der kommunalen Sozialhilfekommission war, hat bereits angekündigt, für das Gemeindepräsidium zu kandidieren. «Uns ist es nicht egal, was mit dem Präsidium geht», so Studer.

Weniger rosig sieht es bei der SP aus. Die zwei langjährigen Räte Thomas Bigler und Ines Schmid-Morand treten zurück, nur deren zwei frische zu den Wahlen an. «Ich war 16 Jahre im Rat, nun sind andere an der Reihe», sagt Bigler. Die SP geniesse zwar einen starken Rückhalt in der Bevölkerung, trotzdem sei es schwer zu sagen, ob die beiden Sitze gehalten werden können. Grundsätzlich würden sich die Sozialdemokraten für soziale Themen und den Umweltbereich einsetzen. «Wir wollen eine faire, saubere Dorfpolitik. Alle sollen miteinander reden und nicht abgehobene Parteipolitik betreiben.» Konstruktiv.

«Ein attraktiver Ort bleiben»

Ambitioniert zeigt sich die SVP. «Wir haben drei Kandidaten und wollen drei Sitze holen», sagt der bisher einzige amtierende Gemeinderat Peter Christ. «Ob es realistisch ist und Rüttenen dafür bereit ist, wird sich zeigen.» Die Partei sei jedenfalls in der Lage, Verantwortung zu übernehmen. «Das wollen wir zeigen.» Im Rat wolle die SVP dem zunehmenden Verlust der kommunalen Kompetenzen entgegenwirken. «Von links bis rechts ist niemand glücklich über die steigenden Kosten, die vom Kanton abgewälzt werden.» Dagegen müsse man etwas tun.

Die Kosten werden auch die CVP beschäftigen. «Noch steht die Gemeinde gut da, aber die Finanzprognose ist negativ», sagt Parteipräsident Paul Dietschy. Wolle Rüttenen ein attraktiver Ort bleiben, müsse man sparen. Zudem dürfe der Steuerfuss nicht erhöht werden. «Dazu dürfen die Gemeinden nicht weiter belastet werden», so Dietschy. Es müsse aufhören, dass eine übergeordnete Ebene verfüge und die Kosten dann «runterdelegiere». Mit Glück hole die CVP ein zweites Mandat, hofft Dietschy.