25 Jahre lang wurde die Grabenöle von Annette und Urs Schiess-Seifert geprägt, denen das grosse Gebäude seit 1981 auch gehört. Von Anfang an setzten sich die beiden dafür ein, dass die über 400-jährigen Mahlwerke – die Ölmühle, die Knochenstampfe und die Hanf-/Flachsreibe – die längst funktionsunfähig geworden waren, restauriert und öffentlich gemacht werden. Von Beginn weg engagierte sich die Familie Schiess im Trägerverein auch für den Museumsbetrieb, der zuerst von Zimmermeister Hermann Moosmann, seit 2006 von Markus Schmid präsidiert wird.

Nachdem die Ergotherapeutin Annette Schiess – bereits über 50-jährig – noch eine Kochlehre mit allen À-la-carte-Finessen erfolgreich abgeschlossen hatte, richtete sie 2006 in der Grabenöle «Annettes Ölibeiz» ein. Wegen deren legendären Fünfgängern reisten Begeisterte aus der ganzen Schweiz zur Grabenöle an. In der Küche wurden seit der Eröffnung des «lebendigen Museums Grabenöle», in dem man jährlich an zehn Wochenenden zusehen kann, wie aus Baumnusskernen Nussöl gepresst wird, ungezählte Nusskuchen gebacken. Für den süssen Belag verwendet man Nussmehl, den Pressrückstand vom Ölen.

Neue Küche bewährt sich

Im Hinblick auf die Pensionierung von Urs Schiess, der als Lehrer an der Uhrmacherschule Grenchen auch die riesigen hölzernen Zahnräder der Grabenöle betreut, zogen die Eltern Schiess in die Stadt, engagieren sich aber weiterhin im Museumsbetrieb.

In der Grabenöle sind das Haus und der Vorplatz aber seither privat. Sohn Kaspar mit seiner Frau Patrizia und der kleinen Valentina sowie eine befreundete junge Familie bewohnen nun die beiden Hausteile über dem Museum im Untergeschoss.

Über den letzten Winter baute darum der Öliverein in der Hausecke mit dem Museums-WC anstelle eines alten Schweinestalls eine zweckmässige Küche ein. Nun werden die Nusskuchen für den Museumskiosk seit dem Saisonbeginn im April dort gebacken und auch die Menüs für die freiwilligen Ölerinnen und Öler dort gekocht.

Alle Nüsse schon verölt

An der Generalversammlung des Ölivereins am Samstag in der Mehrzweckhalle Lüterswil lobte Kassierin Claudia Hochuli die Planungsgruppe Küchenbau. Dank Eigenleistungen kostete der Anbau samt Einrichtung nur 66 000 Franken. Damit ist die letzte noch baufällige Ecke der Grabenöle saniert. Nun befindet sich die gesamte Museumsinfrastruktur auf einem Boden.

Leider war 2013 ein schlechtes Nussjahr, sodass jetzt am Ölifest-Wochenende dieses Jahr zum letzten Mal geölt werden konnte. Präsident Markus Schmid musste ankünden, dass das Museum zwar am ersten und dritten Oktoberwochenende geöffnet, aber die Öle nicht in Betrieb sei.

Nach sieben Jahren demissioniert Susanna Beer, Limpach, als Vorstandsmitglied. Sie hatte nicht nur stets eine grosse Tombola offerieren können, sondern hatte jeweils 2000 Lose in leeren Nüssen versteckt – eine immense Arbeit. Neu wurde Patrizia Cimeli Schiess, Grabenöle, in den Vorstand gewählt. Der Verein zählt weiterhin 544 Mitglieder.