Der Gemeinderat sprach sich mit acht Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen klar gegen das Gesuch von Laszlo Gombar aus, der den Betrieb seiner 5ive-Bar an der Bielstrasse an einer Stelle seines Schreibens nur für Freitag und Samstag, an einer anderen Stelle von Donnerstag bis Samstag gerne bis 4 Uhr morgens offen gesehen hätte. Gombars Begründung: In Interlaken würden sich solche Öffnungszeiten auszahlen.

Die Stimmen im Gemeinderat waren jedoch zunächst geteilt. Neben dem Argument, dass das Dorf nun mal keine Stadt sei, wurde auch die mögliche Ruhestörung angesprochen, denn die Bar befinde sich im Dorfzentrum.

Auf der anderen Seite: Da der Ungare sich klar von der Möglichkeit einen erotischen Betrieb zu führen, distanziert habe, wurde zunächst der Antrag gestellt, sein Gesuch für sechs Monate zu bewilligen, jeweils für Freitag- und Samstagnacht. So hätte man nach Ablauf dieser Zeit sehen können, ob es dieses Angebot brauche und wie die Bevölkerung Selzachs darauf reagiere. Im Falle einer negativen Erfahrung hätte man wieder zur alten Ordnung zurückkehren können.

Obschon der Gemeinderat die Aussage Gombars bezüglich des erotischen Betriebs nicht anzweifeln möchte, entschied man sich für den vorsichtigen Weg, denn eine neue Bordelleröffnung will der Gemeinderat unbedingt vermeiden. So möchte er das Gespräch mit Gombar suchen, der Interesse daran hat, die ganze Liegenschaft, in welcher sich die Bar befindet, zu kaufen, und sich auch beim Kanton erkundigen, was die Gemeinde tun könne, sollte doch wieder an diesem gesetzlich bewilligten Ort ein Bordell eröffnet werden.

Zu viel Wasser für die Gemeinde

Zudem nahm der Gemeinderat die Bestimmungen zur neuen Gruppenwasserversorgung Grenchen an, jedoch mit dem Wörtchen «aber». So muss das Ganze noch einmal von den betreffenden Gemeinden abgesegnet werden. Grundsätzlich ist das Dorf mit dem Wasserlieferungsvertrag, den es mit der SWG für die neue Gruppenwasserversorgung Grenchen schliessen will, einverstanden, genauso mit dem Reglement, lediglich die Wasserbezugsmengenangabe gefiel nicht: 600 Kubikmeter pro Tag sollte Selzach erhalten und natürlich auch dafür bezahlen.

Der Gemeinderat befand, dass dies um die Hälfte reduziert werden müsse, denn bisher hätte man täglich 329 Kubikmeter erhalten, was ausgereicht hätte. Mit seinen Quellen kann sich Selzach fast selbst versorgen. Lediglich die Löschwasserversorgung sei problematisch, welche durch die neue Gruppenwasserversorgung Grenchen jedoch geregelt werden würde.

Der Gemeinderat entschied mit neun Zustimmungen und einer Enthaltung, Vertrag und Reglement anzunehmen, wobei die Wasserbezugsmengen auf 300 Kubikmeter angepasst werden müssten, so liesse sich jährlich eine Summe von 15 000 Franken einsparen. Damit ist die Gruppenwasserversorgung noch nicht vom Tisch, denn die betreffenden Gemeinden müssen für den angepassten Anhang ihre Zustimmung geben.

Grüngutsammelstelle boomt

Einstimmig wurde das Projekt zur Erweiterung des Fussballplatzes und Klubhauses angenommen.

Genauso erklärte sich der Gemeinderat einverstanden, das Kaufangebot Bettlachs von einer Fläche von 532 Quadratmetern innerhalb der Schutzzone Schlangenbrunnen anzunehmen. Der Preis beträgt acht Franken pro Quadratmeter.

Die Änderung des Vertrags zwischen Eduard Flury und der Einwohnergemeinde zur Grüngutsammelstelle wurde ebenfalls genehmigt, damit wird das Kostendach von 70 000 Franken auf 130 000 Franken für die Jahre 2015 bis 2019 erweitert. Die Grünsammelstelle erfährt im Dorf grosse Beliebtheit. Inzwischen würde der Bauer Flury jährlich über 100 Tonnen Grüngut erhalten und gehöre deshalb gemäss Kanton einer neuen Kategorie an, die mit mehr Kosten verbunden sei. Dazu überlege sich Flury, die Zufahrt zu asphaltieren und den Annahmeplatz zu vergrössern.

Sowohl für die Gemeinde als auch für Flury ist die Grüngutsammelstelle ein gutes Geschäft: Flury benutzt den daraus entstehenden Kompost als Dünger auf seinem Land und der Gemeinde kommt diese Sammelstelle günstiger als eine Alternative.