Bellach

Geschäftsführer Marti AG: « Das Recycling Center kommt so oder so»

Christoph Müller: «Wir wollen das Recycling Center in Bellach.» uby

Christoph Müller: «Wir wollen das Recycling Center in Bellach.» uby

Christoph Müller, Geschäftsführer der Marti AG, zaubert eine Variante B aus dem Hut. Er will das Recycling Center auf jeden Fall in der Gemeinde Bellach bauen, notfalls auch ohne den Hauptsitz der Marti AG.

Die kommende Abstimmung – «das Finale» – zum räumlichen Leitbild an der Gemeindeversammlung lockt nun Christoph Müller, den Geschäftsführer der Marti AG, aus der Reserve. Das Recycling Center soll so oder so gebaut werden.

Christoph Müller, Sie befürchten, dass Ihr Projekt eines Recycling Centers abgelehnt wird und haben reagiert, wie?

Christoph Müller: Wir haben einen Flyer an die Bevölkerung verteilt, in dem wir auf die Konsequenzen einer Annahme des Leitbildes und damit einer Ablehnung des Recycling Centers hinweisen.

Bevor wir auf den Inhalt des Flyers kommen, noch die Frage: Wie haben Sie sich gefühlt, als im letzten Gemeinderat das Marti Recycling Center aus dem Leitbild genommen wurde?

Mein erster Gedanke war: Jetzt wird es wirklich schwierig. Denn Leute zu mobilisieren fürs Recycling Center, die sich klar dafür aussprechen und damit das Leitbild ablehnen müssen, ist schwieriger, als an eine Gemeindeversammlung zu gehen und zu etwas Ja sagen, das von den Gemeindebehörden fixfertig vorbereitet wurde. Ich wurde auch sehr überrascht von diesem Entscheid.

Ist dies für Sie so etwas wie ein Vertragsbruch?

Nein, das ist der politische Weg. Ich habe keinen Vertrag abgeschlossen. Der Gemeinderat wollte, dass die Bevölkerung in irgendeiner Form über das Recycling Center bestimmen soll. Da konnte ich nicht viel dazu sagen. Grundsätzlich gilt: Wenn die Bevölkerung zu einem solchen Projekt etwas sagen kann, ist das immer richtig. Im Normalfall wäre dies nicht so gelaufen. Im Normalfall hat man gültige Zonenpläne, die man einhalten muss und damit auch eine Planungssicherheit. Zudem ging man schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt, bevor detailliert klar war, was kommt, vor die Bevölkerung.

Also könnten Sie einen Schaden reklamieren?

Das ist das unternehmerische Risiko, das ich eingehe. Natürlich entsteht ein Schaden, aber mit dem habe ich nicht gerechnet.

Im Flyer erklären Sie nun, dass Sie im Falle einer Annahme des Leitbildes und damit einer Ablehnung des Recycling Centers Alternativen suchen müssten. Welche?

Wir wollen das Recycling Center in Bellach. Unsere Landfläche, die wir in Bellach haben, würde, grob geschätzt, ausreichen für den Bau der Anlage. Was aber nicht mehr Platz hat, ist ein Bürogebäude, also die Verlegung des Hauptsitzes der Marti AG nach Bellach.

Konkret: Ohne das Land in der Reservezone können Sie mit dem Land, das sie in Bellach besitzen, trotzdem ein Recycling Center erstellen?

Ja, das ist möglich.

Könnten Sie das Firmengebäude auf Ihrem Land an der Bielstrasse, wo Sie den Hauptsitz planten, abreissen und stattdessen die neue Halle für das Recycling Center bauen?

Genau. Der Gemeinde entgingen aber mit dieser Variante grössere, zusätzliche Steuereinnahmen.

Das war aber nicht Ihr Ziel?

Nein, wie wollten Bellach immer eine gute Gesamtlösung bieten.

Angenommen die Bevölkerung stimmt dem Leitbild an der Gemeindeversammlung zu und lehnt damit das Recycling Center ab: Kümmert Sie das nicht?

Bei Annahme des Leitbildes sagen die Befürworter ja nur, Bellach soll sich im Reservegebiet nicht entwickeln. Das Recycling Center wird ja einzig von der IG Bellach abgelehnt. Ob dies die Gesamtbevölkerung will, sei dahingestellt. Ich behaupte, das ist nicht der Fall.

Werden Sie für die Gemeindeversammlung mobilisieren?

Nein, irgendeinmal muss Bellach selber kommen und Klartext sprechen. Klar motiviere ich die eigenen Mitarbeiter, die Versammlung zu besuchen. Aber das wird nicht reichen.

Wie lange dauert es, bis die Variante B eines Recycling Centers auf dem bebaubaren Teilstück, das Ihnen gehört, gebaut werden kann?

Das erfordert eine komplette Umplanung. Es war nie mein Ziel, dies zu machen. Deshalb gab es auch keine Variante B. Ich sehe das Recycling Center immer noch als Riesenchance für Bellach. Ich muss mir aber den Vorwurf machen, dass ich diese Chance nicht verkaufen konnte.

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