Biberist

Gesamtplanung der «Hufeisen»-Überbaung mit acht Ja-Stimmen besiegelt

Rund 130 Wohnungen sollen zwischen dem Gisihübeli und der ehemaligen Strafanstalt gebaut werden. Felix Gerber

Rund 130 Wohnungen sollen zwischen dem Gisihübeli und der ehemaligen Strafanstalt gebaut werden. Felix Gerber

Der Biberister Gemeinderat beschliesst die öffentliche Auflage des Teilzonen- und Gestaltungsplanes Schöngrün. «Die Überbauung vermittlet ein spezielles Wohn- und Wohlgefühl», so der Gemeindepräsident.

Hufeisenförmig angelegt sollen zwischen der ehemaligen Strafanstalt Schöngrün und dem Gisihübeli rund 130 Wohnungen gebaut werden (wir berichteten). Diese Umnutzung ist möglich, weil die Strafanstalt aufgehoben und die Insassen in den Neubau in Deitingen verlegt wurden. Das Konzept, das auch Hufeisen heisst, wurde in einer Testplanung im August 2011 als Sieger erkoren. Der Entscheid des Beurteilungsgremiums war damals einstimmig. «Das Konzept nutzt den örtlichen Genius Loci und verstärkt ihn. Das Konzept besticht durch seine starke Reaktion auf die einmalige Landschaft und die subtile Einbindung der bestehenden Bauten», steht im Raumplanungsbericht für den Teilzonen- und Gestaltungsplan Schöngrün geschrieben.

«In der Testplanung für das Schöngrün habe ich das Wort ‹Genius Loci› zum ersten Mal gehört», gab Gemeindepräsident Martin Blaser am Montagabend in der Gemeinderatssitzung zu. Wörtlich übersetzt heisst es: «der Geist des Ortes». Tatsächlich habe ihn beeindruckt, wie die Planer mit dem speziellen Ort umgingen. Die Überbauung vermittle ein spezielles Wohn- und Wohlgefühl und werde eine grosse Anziehungskraft haben. Dazu trage sicher auch die Lage bei. Vom Schöngrün aus ist man in wenigen Minuten zu Fuss in der Stadt oder am Bahnhof und das Gebiet ist auch mit dem Bus bestens erschlossen.

Auflage beschlossen

Die Erarbeitung des Teilzonen- und Gestaltungsplanes erfolgte in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Hochbauamt als Bauherrenvertreter und der Bau- und Werkkommission Biberist (BWK). Der Gemeinderat musste am Montagabend über die öffentliche Auflage der Planung beschliessen. Neben dem Gestaltungsplan mit Sonderbauvorschriften gehören auch die Änderung des Bauzonenplanes, die Änderung des Gesamtplanes und der Raumplanungsbericht dazu. Im Gemeinderat wurden diverse Detailfragen gestellt. Die Gesamtplanung als solche wurde nicht bestritten und in der Schlussabstimmung mit acht Ja, einem Nein und zwei Enthaltungen beschlossen.

Gabriella Kaufmann (SP) wollte wissen, ob bereits bekannt sei, dass Lärmschutzbauten nötig seien. Bauverwalter Ueli Sterchi erklärte, dass es an der Bauherrschaft sei, den Nachweis für die Einhaltung während des Baubewilligungsverfahrens zu erbringen. «Wir gehen davon aus, dass es keine Massnahmen braucht.»

Für Verwirrung sorgten auch die Geschosshöhen. Die Angaben würden sich teilweise widersprechen, so Priska Gnägi (CVP). Das habe mit der Tatsache zu tun, dass ein Gestaltungsplan erarbeitet wurde, erklärte Uriel Kramer (Präsident BWK). Mit einem Gestaltungsplan könnten höherere Ausnützungsziffern und damit auch ein Geschoss mehr, als eigentlich nach Zonenvorschrift zulässig, gebaut werden.

Bauland wird rückgezont

Am meisten Diskussionen gab es aber über die Rückzonung von 7000 Quadratmetern Bauland zu Landwirtschaftsland. «Wieso machen wir das», fragte Marcel Wiesendanger (SP). Die Antwort war relativ einfach: Weil es so in dieser Gesamtplanung Sinn mache. Zudem gehöre das Grundstück das rückgezont werde, dem Kanton.

Martin Blaser war sich bewusst, dass sich die Situation mit der Inkraftsetzung des neuen Raumplanungsgesetzes verändert habe. «Neues Land einzuzonen, ist fast unmöglich und hier geben wir Bauland zurück.» Der Bau- und Werkkommission schwebe vor, dass sich die Gemeinde dieses Land wie bei einem Gutschein gutschreiben lassen könnte. Dann könnten die 7000 Quadratmeter an einem anderen Ort eingezont werden. Grundstücke, bei denen dies Sinn mache, seien vorhanden.

Der Gemeinderat beauftragte die BWK in der Folge offiziell damit, beim Kanton vorstellig zu werden und dieses Kompensationsgeschäft vorzuschlagen.

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