«Mir Flööö si so luschtig / mir Flööö si so froh / ou wenn mir hüt singe / zum letschte Mol do...» Diesen Abschiedsvers sangen die Gerlafinger Sagibachflööö am Donnerstag Nachmittag am ökumenischen Seniorennachmittag. Kommenden Dienstag treten sie nochmals «im ysig Egge» auf, dann ist endgültig Schluss. 35 Jahre lang haben die Sagibachflööö Schnitzelbänke vorgetragen.

Anfangs neun Leute

Urs Misteli ist das letzte Gründungsmitglied der Schnitzelbankgruppe, das auch heute noch aktiv ist. Die Gruppe wurde 1976 aus dem damaligen Kirchenchor heraus gegründet. «Zwei Wirte wollten damals die Gerlafinger Fasnacht wieder beleben», erinnert er sich. Das hat übrigens funktioniert. Fünf Schnitzelbankgruppen formierten sich in diesem Jahr. Alle kamen aus einem Verein heraus. Hagschlüferli, Rampeliecht, Glunggebur und Ofechüssi gibt es aber schon länger nicht mehr. Einige Jahre lang traten dafür die Fäüdstächer auf.

Dabei war Urs Misteli nicht unbedingt ein Vollblutfasnächtler. Als Kind habe er sich kaum einmal verkleidet, weil er wusste, dass man ihn seiner Grösse wegen sowieso gleich erkennen würde. Trotzdem hat er seine Frau ausgerechnet an der Fasnacht kennen gelernt: Am Tscharandiball war es, vor 51 Jahren.

Im ersten Jahr traten die Sagibachflööö zu neunt auf. Das Kleid hatten sie damals aus einem Kartoffelsack geschneidert. Es begleitete sie mehrere Jahre lang. Insgesamt hat die Gruppe nur viermal das Kostüm gewechselt in all diesen Jahren. «Andere Gruppen haben uns ausgelacht deswegen», so Misteli. «Mal waren wir etwas mehr Mitglieder, mal weniger. Jetzt sind wir noch zu viert.» Vorgetragen werden klassische Schnitzelbänke, Achtzeiler oder Vierzeiler. Immer mit dabei ein Mitglied, das Gitarre spielt. «Der Text soll leicht verständlich sein, die Melodie eingängig.» So lässt es sich auch erklären, dass Urs Misteli einige der alten Verse immer noch jederzeit auswendig singen kann.

Keine allzu bösen Verse

Probleme hatten die Sagibachflööö mit ihren Versen nie. «Wir haben viele dörfliche Begebenheiten besungen, da wir fast ausschliesslich in Gerlafingen aufgetreten sind.» Die Gruppe hat sich denn auch nicht gescheut zu singen, wenn nur wenig Publikum in einer Beiz war.

Deshalb bedauert es Urs Misteli, dass es keine Fasnacht mehr gibt in Gerlafingen. Der Fasnachtsball, die Beizenfasnacht, alles sei verschwunden. Auch die Gerlafinger Guggemusig spielt nicht mehr.