Gerlafingen
Gerlafingen bevorzugt einen Kreisel beim Bolacker

Im Rahmen der Neugestaltung der Kriegstettenstrasse in Gerlafingen möchten nicht nur die Gemeindebehörden, sondern auch Private beim Bolacker eine Kreisellösung. Eine Sammlung brachte 100 Unterschriften.

Urs Byland
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Eugen Andermatt (links) und Beat Brand wollen für die Kreuzung beim Bolacker eine Kreisellösung.

Eugen Andermatt (links) und Beat Brand wollen für die Kreuzung beim Bolacker eine Kreisellösung.

Hansjörg Sahli

Die Neugestaltung der Kriegstettenstrasse in Gerlafingen ist eine zähe Angelegenheit. Die unter dem Titel Radwegsicherung auf der Kriegstettenstrasse laufende Umgestaltung der langen und engen Strasse dorfauswärts zur Autobahneinfahrt ist seit Jahren ein Thema. Geplant ist eine Sanierung des Strassenraums von der Kornfeldstrasse bis zur Gemeindegrenze kurz vor der Autobahn. Zum Projekt gehören auch geschützte Übergänge sowie der Bau einer alternativen Route, der Südumfahrung, für den Veloverkehr. Und gebaut werden soll ab 2017. Noch sind einige Fragen nicht geklärt.

Wie im letzten Sommer berichtet, streben die betroffenen Gemeinden Gerlafingen und Obergerlafingen (dessen Gemeindegrenze verläuft an zwei Strecken entlang der Kriegstettenstrasse) im Bolacker und beim Abzweiger Grüttstrasse, der zum Schwimmbad Gerlafingen führt, eine Kreisellösung an. Bisher favorisierte der Kanton eine konventionelle Kreuzungslösung und nicht einen Kreisel. Begründung: «Um den eventuellen Ausbau der Nordumfahrung Gerlafingen nicht zu tangieren, wird von der Kreiselvariante abgesehen.»

Sichere Verkehrslösung

Dagegen regte sich nicht nur der Widerstand der beiden betroffenen Gemeinden, sondern inzwischen auch von Privaten. So sammelten die Anwohner Beat Brand und Eugen Andermatt Unterschriften für eine Kreisellösung beim Bolacker. Über 100 Unterschriften haben sie beisammen. «Viele Leute fahren ins Quartier und zur Tankstelle. Wir wollen eine sichere Verkehrslösung mit einem Kreisel beim Bolacker», sagt Beat Brand. Der Verkehr nehme stetig zu und die Situation für die Kinder, die mit dem Velo zum nahen Schwimmbad fahren, werde immer schwieriger. Auch Eugen Andermatt bemerkt die hohe Frequenz der verschiedenen Verkehrsteilnehmer. «Um die Kreuzung sicher zu machen, braucht es einen Kreisel», sagt Andermatt, der seit sechs Jahren unmittelbar bei der Kreuzung wohnt und arbeitet. Dabei will er nur den Kanton in dessen Planung unterstützen. «Der Kanton hatte zwei Varianten: Kreisel oder Minilösung. Letztere ist aber meiner Ansicht nach nur Kosmetik und ändert wenig an der Situation.» Wenn schon Geld in die Hand genommen werden soll, dann für eine Lösung, die Sinn mache, so Andermatt.

Auf dem Programm des Kantons steht nun das Gespräch mit den Gemeinden. Diskutiert werden die Vernehmlassungswünsche der Gemeinden, also die beiden Kreiselwünsche. Am 18. Februar findet das Gespräch mit Gerlafingen statt und später folgt ein Treffen mit Obergerlafingen. Stefan Niggli, Leiter Projektmanagement Kreis 1 beim Amt für Verkehr und Tiefbau verspricht ein offenes Gespräch. «Selbstverständlich versuchen wir, unseren Standpunkt zu erklären.» So ist beispielsweise die Lösung einer Kreuzung ohne Kreisel günstiger zu haben. Auch für die Gemeinde, die sich an den Kosten beteiligen muss. Aber vielleicht würden sich mit den Gesprächen neue Erkenntnisse auf beiden Seiten ergeben, so Niggli.

Schlussrechnung

In seiner Investitionsrechnung für dieses Jahr hat der Kanton unter der Rubrik Kleinprojekte noch einen Restbetrag für die Kriegstettenstrasse gesprochen. Dieser betrifft aber nicht die in Planung stehende Strassensanierung von der alten Migros bis zur Autobahn. Das Geld dient für letzte Ausgaben im Zusammenhang mit der bereits abgeschlossenen Strassenraumneugestaltung vom Kreisel Zentrum bis zur ehemaligen Migros. Der Kanton leistet an die Bruttokosten von 710 000 Franken einen Beitrag in der Höhe von 470 000 Franken.