Als ob es die Verantwortlichen der Bürgergemeinde Lengnau gewusst hätten passte der diesjährige Themenspaziergang Wald und Wasser zur aktuellen Sommerhitze. Zwar keimte der Wunsch nach Abkühlung durch die dunklen Wolken und leichtes Donnergrollen, doch zu mehr als einigen Tropfen ob vom Himmel oder vom Schweiss vom voraus Gehenden langte es auf dem steilen Spaziergang von der Kirche zum Reservoir west über den Wurzelweg bis zum Waldhaus nicht. Dafür entschädigte der Blick in die beiden 950 Kubikmeter Reservoirs und die kühle Temperatur im Verteilkeller für den ersten Aufstieg.

1200 Kubikmeter Wasser werden im Moment in Lengnau pro Tag verbraucht. «Wir sind glücklich, dass wir heute mit der Grabenbach- und Lochbachquelle mehr als genug Wasser haben» orientieren die Brunnenmeister Jan  Steiner und Beat Bürklin. Für den Notfall besteht ein Wasserverbund mit Grenchen, der jedoch sehr selten benötigt werde. In Spitzenverbrauchszeiten muss zweimal pro Tag Wasser von der Lochbachquelle bei der Kirche ins Reservoir west heraufgepumpt werden.

Das Lengnauer Wasser, gespeichert in drei Reservoirs,  kommt gänzlich ohne Chemie in ausgezeichneter Qualität über 36 Kilometer Haupt- und 24 Kilometer Erschliessungsleitungen in die Haushalte. 1000 Schieber sorgen für die Verteilung und 267 Hydrante sind angeschlossen. Vorsorglich durchläuft das Wasser der Lochbachquelle den UV-Filter. Diese Massnahme würde durch die Behörden verlangt, um jegliches Risiko auszuschliessen. Bis jetzt ist dies für die Grabenbachquelle nicht verlangt. Mit 600 Minutenlitern nonstop aus der Lochbachquelle sollte das Wasser auch mit dem Betrieb der CSL genügen, beantwortete Jan Steiner die Frage nach genügend Wasser in Zukunft. 

Dass genügend gutes Wasser und ein intakter Wald zusammen gehören, zeigten Förster Jonas Walther und Forstwart Lukas Ortner auf dem weiteren Rundgang. Der gesunde Waldboden filtriert und speichert das vom Menschen verschmutzte Regenwasser mit Abermillionen von Mikroorganismen.  Das Blätterdach im Wald hält einen Drittel des Wassers vor Hochwasser zurück. Viele verschiedene Baumarten armieren mit ihren Wurzeln den Waldboden und schützen damit vor Hangrutschen.

Mit 130 Kilometern Wurzeln schätzte einzig eine ganz junge Teilnehmerin die richtige Zahl für eine Weisstanne. So gelte es den Waldboden zu schützen. Dass dafür Bäume für die Waldbebauungsstrassen angezeichnet sind, viel einem weiteren Kind auf. «Ich will unseren Kindern aufzeigen, woher unser Wasser kommt und dass sie Sorge dazu und zum Wald tragen sollten» sagte ein Vater bei der von der Bürgergemeinde spendierten Wurst. Da beginnt die  Diskussion darüber, wer wie viel Wasser beim Duschen verbraucht und wer nicht auf den vorgesehenen Wegen im Wald läuft oder gar frei im Wald mit dem Bike unterwegs ist.