39 Stimmberechtigte genehmigten denn das Budget 2013 gleich im ersten Anlauf an der Gemeindeversammlung . Auch wenn trotz der schmerzhaften Kürzungen bei einem Aufwand von 34,5 Mio. immer noch ein Defizit von 986 695 Franken resultiert, führt dies angesichts der Aufgabenfülle gegenüber der niedrigen Gerlafinger Steuerkraft von durchschnittlich 1700 Franken zu keinem besseren Ergebnis. «Aber entscheidend ist, was hinten raus kommt», zitierte Gemeindepräsident Peter Jordi den deutschen Politiker Helmut Schmid.

Gemeindeverwalterin Katalin Kulcsar, die im Vorfeld durch etwas optimistischere Steuereinschätzungen das Budget mit seinem vorherigen Minus von 1,6 Mio. Franken auf den jetzigen Stand «reparieren» konnte, erläuterte ausführlich alle Rahmenbedingungen, die auch für den noch frei beeinflussbaren «Spielraum» von rund 15 Prozent des Voranschlags gelten. Wie überall sind Kostenanstiege vor allem in der Sozialen Wohlfahrt (um 1,1 Mio. auf 11,2 Mio. ), in der Bildung (rund 200 000 Franken) und in weiteren Bereichen unvermeidbar und tragen in Gerlafingen zum Ausgabenplus von 3,1 Prozent gegenüber dem Budget 2012 bei. «Niemand hat Freude an diesen Zahlen», war sich die Finanzverwalterin auch angesichts der Kennzahlen mit dem Plenum einig.

Bestätigt wurde der gleichbleibende Steuerfuss von 130 Prozent, der Kredit für die «Kinderoase» über 160 000 Franken, der Verzicht auf eine Teuerungszulage und die Kompetenz zur Kreditauslösung an Fachkommissionen und Verwaltungsorgane. Um die Finanzplanung nicht noch stärker zu belasten, hatte sich der Rat zuvor schon entschieden, den Bau des dringend nötigen neuen Schulhauses erst an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung im kommenden März zu behandeln.

Aufatmen

Dass der Kanton Solothurn vorerst keine Asylunterkunft in der Nähe des Gerlafinger Bahnhofs einrichtet, sondern laut vorliegendem Regierungsratsbeschluss die Fridau oberhalb von Egerkingen nutzen will, sorgte für allgemeines Aufatmen. Dazu beigetragen habe die gemäss Jordi mit 5300 Unterschriften dokumentierte Unterstützung aus der Bevölkerung. «Die im Bahnhofsquartier verhängte Planungszone, die längerfristig eine vernünftige Entwicklung in diesem Ortsteil anbahnen soll, hat uns gezeigt, wie empfindlich dieses Areal ist.»

Die fünf Einsprachen gegen das Planungsinstrument werden gegenwärtig bearbeitet. «Die Mehrheit der Quartierbewohner zeigt aber grosses Verständnis für diesen Schritt, der auch dem angekündigten Anschluss an das S-Bahnnetz Bern dient,» erläuterte Jordi. Gute Fortschritte mache das bereits in den vorderen Häusern bezogene Neubaugebiet «Verenapark», in dem verschiedene nationale Pensionskassen als Investoren engagiert sind.