Kriegstetten
Gemeinderatswahlen Kriegstetten: Drei Kandidaten kämpfen um zwei freie Sitze

Kriegstetten ist es vorbehalten, die vorläufig letzte Gemeinderatswahl der Legislatur 2013 bis 2017 durchzuführen. Zwei Sitze sind nach den Wahlen im letzten Jahr schon wieder vakant.

Urs Byland
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Das Wahlmaterial ist seit einigen Tagen in den Briefkästen der Kriegstetter.

Das Wahlmaterial ist seit einigen Tagen in den Briefkästen der Kriegstetter.

Urs Byland

Der Politstreit in Kriegstetten hinterliess im letzten Oktober einen gerupften Gemeinderat. Nur noch drei Gemeinderäte, nämlich Manfred Küng, Pascal Hohl und Simon Wiedmer erledigten die Geschäfte. Für Wiedmer, der wegen eines längeren Auslandsaufenthalts entschuldigt war, amtete längere Zeit Ersatzgemeinderätin Ursula Müller. Die beiden Demissionen erfordern nun einen weiteren Wahlgang. Gemeldet haben sich für diese Ersatzwahl drei Kandidaten.

«Zurück zum Kerngeschäft»

Mit dabei sind der für die SP und Grüne antretende Zahid Butt (1983), der bei den Gemeinderatswahlen den bisherigen SP- und Grüne-Sitz nicht verteidigen konnte. Er kam als Zwölfjähriger 1995 mit seinen verfolgten pakistanischen Eltern in die Schweiz, fand gute Freunde und lernte intensiv die Sprache.

«Das war der Schlüssel für meine Integration.» Im laufenden Wahlkampf verzichtete er auf einen Prospekt für die Wahlunterlagen. «Ich habe bereits im letzten Jahr bei der Gemeinderatswahl einen Prospekt abgegeben.

An meiner Message hat sich nichts geändert.» Er setze in den nächsten Tagen auf Hausbesuche. «Mit meinem Namen und meiner Herkunft ist es wichtiger, dass die Wähler mich persönlich sehen und Fragen stellen können», erklärt Butt. Es habe in den letzten Monaten viel Lärm um die kleine Gemeinde gegeben. «Es ist nun Zeit, zurück zum Kerngeschäft zu gehen.»

Für die Freie Liste und FDP kandidiert der parteilose Roger Gerber (1979). Er beteiligte sich nicht an den Gemeinderatswahlen im Frühling 2013. «Jetzt kam die FDP auf mich zu und hat mich für eine Teilnahme angefragt», berichtet Roger Gerber, der die Kulturkommission präsidiert und Mitglied der Kilbikommission ist.

«Was in letzter Zeit ablief, war nicht gut. Ich will dies positiv ändern», begründet er seine Kandidatur. Die Projekte, die jetzt bewältigt werden müssen, sollen sachlich gelöst werden und nicht mit dem Parteibuch.

Neue Gruppierung

Dritter Kandidat für einen der beiden frei gewordenen Sitze ist Thomas Affolter (1970). Er war bereits Gemeinderat und gibt nun nach wenigen Monaten ein Comeback. «Ich bin für die ordentliche Gemeinderatswahl nicht mehr angetreten, weil der Anmeldetermin in die Zeit fiel, als ich einen Jobwechsel vornahm.»

Die Ungewissheit mit der neuen Arbeit, die damit verbundene Weiterbildung und die Familie hätten ihn dazu bewogen, zwischenzeitlich politisch kürzerzutreten. Jetzt sei aber der richtige Zeitpunkt. «Ich bin im Dorf gut integriert.

Viele haben gesagt, ich sollte wieder aktiv werden.» Aber nicht für seine bisherige Partei CVP, die sich aus der Gemeindepolitik zurückgezogen hatte. Also gründete Affolter den Verein Culture Vereinigung Kriegstetten. Der Verein stehe allen Interessierten offen, auch solchen mit anderen Parteibüchern. Ziel des Vereines sei es, Kultur zu fördern und zu pflegen.