Eigentlich haben sich bis zum Anmeldeschluss von Montag, 17 Uhr, vier Männer angemeldet. Mit dabei war auch René Hohl. Da sein Sohn Pascal (Junges Kriegstetten) bereits im Gemeinderat sitzt, ist seine Kandidatur aber hinfällig. Denn laut Gemeindegesetz dürfen keine Eltern und Kinder im Gemeinderat sitzen.

Gültig sind die Anmeldungen von Roger Gerber (parteilos), Butt Zahid (SP/Grüne) und Thomas Affolter (CVK Culture).

Affolter war bereits in der letzten Legislatur Gemeinderat. Der 43-Jährige war für Beat Bommer (CVP) nachgerutscht, wollte aber im Frühling aus familiären und beruflichen Gründen nicht mehr antreten. Inzwischen sei er von vielen zu einer Kandidatur ermuntert worden, sagt er auf Anfrage. «Ich bin gut eingebettet im Dorf und komme mit allen zurecht», sagt der Fachlehrer Verkehrssicherheit beim Bund. Er will nach den Querelen wieder Stabilität in den Rat bringen, denn «schiefer kann der Haussegen nicht mehr hängen».

Seine Partei hatte sich mit dem Gemeindepräsidenten Manfred Küng (SVP) überworfen, es folgten unschöne Szenen. Anders während Affolters Amtszeit: «Da gingen wir trotz Meinungsverschiedenheiten nach den Sitzungen zusammen etwas trinken. Angeschrien haben wir uns nie.»

Affolter tritt nach dem Rückzug der CVP für die neue Gruppierung CVK Culture an, die offen sein will für alle Parteien.

«Viele offene Fragen»

Genug von den Feindschaften im Dorf hat auch der Parteilose Roger Gerber. «In letzter Zeit gings bei uns drunter und drüber. Das muss ein Ende haben.» Er habe keine Ressentiments gegenüber den Gemeinderäten und stelle die Sache in den Vordergrund.

Der 34-Jährige tritt für die Freie Liste/FDP an. «Der Gemeinderat ist den Einwohnern viele Antworten schuldig. Vieles blieb in letzter Zeit hängen», so der Versicherungs- und Vorsorgeberater. Gerber erwähnt etwa die Verkehrssicherheit, die Dorfgestaltung oder den Unterhalt der Infrastruktur.

«Die ansässigen Firmen pflegen»

Auch Zahid Butt will das «Gegeneinander» stoppen. Der Grüne will den im Frühling verlorenen Sitz für die Linke zurückholen. Er tritt für die Liste SP/Grüne an. «Ich will mich für meinen Wohnort engagieren, mir gefällt es hier.» Die negativen Schlagzeilen seien kontraproduktiv, sagt der Informatiker.

Akzente setzen will der 30-Jährige in der Wirtschaftspolitik. Die ansässigen Firmen müsse man pflegen und versuchen, den Abgang des grössten Steuerzahlers Cent AG zu ersetzen. «Wir haben eine derart günstige Verkehrslage, diese Chance müssen wir nutzen.» Auch die Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Halten und Oekingen will Butt verstärken. «Da gibts viel Potenzial für Synergien.»

Wer von den dreien den Sprung in den Rat schafft, auf den wartet mit Manfred Küng ein dominanter Gemeindepräsident. Daneben sind im Rumpfgremium derzeit Simon Wiedmer (FDP) und Pascal Hohl (Junges Kriegstetten) vertreten. Alle Kandidaten beteuern, die Feindseligkeiten zu begraben, und sich mit den künftigen Kollegen für die Sache einzusetzen.