Bellach

Gemeinderat will auch im Schulkreis sparen

Der Bellacher Gemeinderat fordert eine Kürzung im Sachaufwand des Schulkreises. Im Foto das Verwaltungsgebäude mit Kindergarten in Lommiswil.

Der Bellacher Gemeinderat fordert eine Kürzung im Sachaufwand des Schulkreises. Im Foto das Verwaltungsgebäude mit Kindergarten in Lommiswil.

Der Bellacher Gemeinderat will die Delegierten auf ein strafferes Schul-Budget trimmen. Gemeinderat Stefan Mollet nennt die Mehrkosten im Sachaufwand der Schule «nicht erfreulich».

Herbstzeit ist auch Budgetzeit. In den Gemeinden werden Zahlentabellen vorwärts, rückwärts, aufwärts und abwärts analysiert, immer in der Hoffnung, noch ein paar Zerquetschte zu finden, die eliminiert werden könnten. Und man schaut sich auch Tabellen an, die man früher vielleicht nicht so genau betrachtete. Beispielsweise das Budget des Schulkreises Bellach/Lommiswil/Selzach (BeLoSe). Gemeindepräsident Anton Probst (FDP) hat sich dieses zu Gemüte geführt und ihm ist etwas aufgefallen. «Bei den Positionen, die durch unsere Delegierten beeinflusst werden können, also beim Sachaufwand, bestehen im Vergleich zum Vorjahresbudget grosse Differenzen bei einzelnen Positionen.» Die Positionen betreffen Anschaffungen von Mobilien sowie Beiträge an Schulreisen und Lager.

Rechnerisch vergrössert sich der Sachaufwand in einem Jahr von 1,132 auf 1,400 Mio. Franken. Von der Differenz müsste Bellach als grösste Gemeinde im Schulverband mehr als die Hälfte, sprich rund 135 000 Franken übernehmen. Aktuell droht der Gemeinde Bellach laut Finanzverwalter Dieter Schneider ein Aufwandüberschuss im Gesamtbudget von 200 000 Franken, das man natürlich noch bis zur entscheidenden Abstimmung eliminieren möchte. Da käme eine Verminderung der Ausgaben im Bereich Bildung gerade recht. Also beantragt der Gemeindepräsident, dass sich die BeLoSe-Delegierten für eine Kürzung einsetzen sollten.

«Nicht erfreulich»

Das Ansinnen führte zu einer Grundsatzdiskussion. Gemeinderat Stefan Mollet (CVP) etwa, selber Buchhalter, nennt die Mehrkosten im Sachaufwand der Schule «nicht erfreulich». «Damit ich aber zustimmen kann, brauche ich mehr Angaben.» Diese konnten nicht weniger als drei Gemeinderäte liefern, denn sie sitzen alle im Vorstand des Schulkreises ein. «Die Position Schulreisen und Lager schwankt jährlich, weil verschieden viele Klassen in den Genuss einer Schulreise oder eines Lagers kommen. Und bei den Mobilien haben wir entschieden, die diversen EDV-Geräte nicht etappiert, sondern gleichzeitig zu kaufen», berichtete Heli Schaffter (SP). Roland Stadler (FDP) ergänzte: «Wir wollten keine Etappierung, damit alle Schulen gleich behandelt werden und Frieden im Schulkreis herrscht.» Als Bedingung sei formuliert worden, künftig die Ausgaben im EDV-Bereich zu plafonieren. Jan Siegenthaler (SVP) wiederum nannte das Budget eine komplizierte Sache. Er habe aber das Gefühl, dass die Lehrkräfte Budgeteingaben machten im Wissen darum, dass diese kaum abgelehnt würden.

Kürzung um 40 000 Franken

Es sei nicht Aufgabe des Gemeinderates, einzelne Budgetposten zu korrigieren, erklärte Probst. Er wolle einzig die Delegierten der Gemeinde sensibilisieren, das BeLoSe-Budget an der Delegiertenversammlung zu hinterfragen. «Weil wir in der Gemeinde ein schlechtes Budget haben, müssen wir auch die Ausgaben für den Schulkreis kritisch betrachten.» Er formulierte aber den Antrag um. Die Delegierten sollen eine Kürzung der zwei Positionen um insgesamt 40 000 Franken beantragen. «Wie die Schulleitung dies dann erreichen will, ist ihre Sache», so der Gemeindepräsident. Der Antrag von Probst gewann mit 8 Ja gegen 3 Nein und einer Enthaltung. Halten sich die sechs Delegierten Bellachs im BeLoSe an die Direktive, haben sie schon die Hälfte aller Stimmen.

Studienauftrag Bellach Ost

Zeitlich der Hauptbrocken bildete an der Sitzung die Genehmigung des Programms für den Studienauftrag Bellach Ost. Drei Teams sollen Lösungen für das eingezonte Gebiet Bellach Ost I (so der aktuelle Namen), die Reservezone Bellach Ost II und das Langendorfer Trittibachhofareal suchen und finden. Letzteres Gebiet ist im Arbeitsperimeter, weil es in unmittelbarer Nachbarschaft ennet der Bielstrasse liegt. Dort werde vor allem die Frage der Zonierung betrachtet, erklärte Bernhard Straub vom Planteam S, welches den Studienauftrag koordiniert. Im Gemeinderat wurden noch letzte Details zum Programm des Studienauftrages behandelt, bevor dieser publiziert wird. Straub rechnet mit Bewerbungen von bis zu 20 Teams. Die Honorierung der drei auszuwählenden Teams wurde von je 54 000 Franken (inkl. MwSt) auf je 60 000 Franken (exkl. MwSt) erhöht. Der Studienauftrag wird im April 2015 im Gemeinderat behandelt.

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