Feldbrunnen
Gemeinderat und Architekturbüro konnten sich nicht einigen

Der Gemeinderat Feldbrunnens kann sich nicht für die Vertragsunterzeichnung mit dem Architekturbüro dsar entscheiden. Weiter gaben dem Gemeinderat die Gefahren durch das Bipperlisi und die Revision des Musikschulreglements zu reden.

Marlene Sedlacek
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Das Projekt «Wohnen am Dorfplatz»

Das Projekt «Wohnen am Dorfplatz»

An der Sitzung Ende März hatte der Gemeinderat noch volles Vertrauen ins Architekturbüro dsar geäussert, das den Wettbewerb «Wohnen am Dorfplatz» gewonnen hat. An der letzten Sitzung bröckelte dieses Vertrauen nach und nach ab.

Zu Beginn benannte die Gemeindepräsidentin Anita Panzer die Architekten noch als «seriöse Schaffer». Doch spätestens dann, als Heinz Brunner, Vizepräsident der Kommission Wohnen am Dorfplatz, ein E-Mail des Architekten vorlas, begannen sich Bedenken zu regen.

Dieses Schreiben drückte deutlich aus, dass eine Realisierung des Projekts zum verlangten Preis nicht durch eine Reduktion der Oberflächenqualität, sondern nur durch eine Verringerung des Bauvolumens möglich sei.

Eine Reduktion der Anzahl Wohnungen kommt für die Gemeinde jedoch nicht infrage. Denn damit würden die Wohnungen zu teuer. Angestrebt sei jedoch, mit dieser Überbauung, erschwinglichen Wohnraum zu schaffen.

Drei Möglichkeiten

Kommissionspräsident Jean-Pierre Simmen präsentierte drei Varianten für das weitere Vorgehen. Man könne den Vertrag mit dsar unterzeichnen. Damit gäbe es keine Verzögerung. «Dann müsste die Gemeinde aber ihre Zielsetzungen anpassen. Entweder das Budget erhöhen oder die Wohnungsanzahl reduzieren», erklärte Pascal Steiner, der fachliche Berater der Kommission.

Die zweite Lösung wäre, ein anderes Architekturbüro zu suchen. Dabei müsste mit Zeitverzögerung gerechnet werden und man nähme juristische Auseinandersetzungen in Kauf, gab Steiner zu bedenken.

Eine dritte Möglichkeit wäre, ein Vorprojekt durch dsar ausarbeiten zu lassen und danach über die Kosten zu diskutieren. Doch unter 100 000 Franken liege dies nicht drin, schätzte Steiner. In der langen Diskussion für und wider die verschiedenen Lösungen meldeten sich bei den Räten mehr und mehr Unsicherheit und Zweifel.

Es war vom Kauf einer Katze im Sack die Rede. Immer wieder tauchte die Vertrauensfrage auf. «Vertrauen ist die Grundlage, wenn man mit jemandem ein Bauprojekt realisieren will», gab Alfred Hug zu bedenken. Schliesslich beauftragte der Rat die Kommission, von den Architekten eine verbindliche Antwort zu verlangen, inwieweit sie die Kosten für die Überbauung unter Beibehaltung der geplanten zwölf Wohneinheiten optimieren können.

Runder Tisch gefordert

Anita Panzer liegt viel daran, endlich eine Lösung zu finden, um die Gefahren durch das Bipperlisi zu entschärfen Sie musste erst kürzlich einen Unfall mit der Bahn miterleben. Die Gemeindepräsidentin wird Fredy Miller, Direktor der Aare Seeland mobil AG (asm), auffordern, zusammen mit dem Gemeinderat und den Einsprechern an einen runden Tisch zu sitzen. Sollte er dazu nicht bereit sein, wird eine Einigungsverhandlung unter der Leitung des Bundesamts für Verkehr (BAV) stattfinden.

Beiträge gerechter verteilen

Bei der Revision des Musikschulreglements werden einige Dinge angepasst, die zwar bereits vorher so gelebt wurden, aber nicht im Reglement festgehalten waren. So sollen, falls der Kindergarten im Vollpensum durchgeführt wird, auch Kindergärtler Beiträge an die Musikstunden erhalten.

Zudem wird die Höhe der Beiträge neu geregelt. Bisher erhielten alle Schüler 30 Franken an eine Lektion. Neu wird die Gemeinde 50 Prozent an die tatsächlichen Kosten leisten. «So ist der Verteiler fair», meinte Finanzverwalterin Isabella Howald.