Das Zentrum Kind und Jugend (Kijuzu) ist nun schon seit über vier Jahren in Betrieb. In einem Postulat fordert die SVP: «Der Gemeinderat und die Verwaltung der Einwohnergemeinde werden beauftragt, Massnahmen zu prüfen und umzusetzen, die bewirken, dass das Zentrum für Kinder und Jugendliche weitgehend selbsttragend geführt werden kann.»

Nun wurde das Postulat im Gemeinderat besprochen. Die Verfasser des Berichts zum Postulat beschreiben das Kijuzu als Leuchtturmprojekt. Es sei eine als Signal und als Vorbild wirkende Institution, die Spielgruppe, Mütter- und Väterberatung, Jugendarbeit und Jugendraum sowie eine Gemeindebibliothek anbietet. Für Zuzügler sei die Existenz des Zentrums ein wichtiger Grund, nach Zuchwil zu kommen. Dies widerlegt die Aussage der SVP, dass Leute aus Zuchwil wegen der vermeintlichen Mehrkosten, die durch das Kijuzu anfallen, wegziehen würden. Eine grosse Mehrheit der Dorfbevölkerung profitiere vom breiten Angebot des Kijuzu. Daher sei dieses nicht wegzudenken. Heute gibt es viele Familien, in denen Mütter und Väter arbeiten gehen. Diese wie auch Alleinerziehende sind auf die externe tägliche Betreuung ihrer Kinder angewiesen. Familien jeder Einkommensklasse profitierten von dort angebotenen Dienstleistungen. Dadurch bilde sich bei den Kindern bereits von früh auf ein natürliches, tolerantes Sozialverhalten aus.

Das Aus wäre vorhersehbar

Zum Inhalt des Postulats nehmen die Berichtenden wie folgt Stellung: Der Gemeinderat verabschiedete vor dem Bau eine Leistungsvereinbarung. Zuvor brachte die Gemeinde 309 000 Franken für Tageshort, Kinderkrippe und Spielhort auf. Durch den Betrieb des Kijuzu fallen 41 000 Franken mehr an. Mit dem Unterschied, dass dieses den Familien ein grösseres Angebot biete.

Eine vollständig private Finanzierung würde das Ende eines wertvollen Angebots für etliche Kinder bedeuten. Wieder einmal würde solch eine Einschränkung einen grossen Teil des Mittelstands sowie die ganz Schwächsten der Gesellschaft treffen. Was die Privatisierung für Einzelne zum Ergebnis hätte, möchte wahrscheinlich jede Familie in Zuchwil verhindern. Ob es sich bei diesem Ergebnis um Schwierigkeiten bei der Eingliederung des Kindes handeln würde oder rein um die alltägliche Belastung der Eltern, die nicht weiter von den entlastenden Angeboten des Kijuzu profitieren könnten.

Wolle man namhafte Einsparungen erzielen, müsste man die Liegenschaftskosten einsparen. Es bliebe, laut Verfassern des Berichts, nichts anderes übrig, als diese zu verkaufen. Daher wirft der Gemeinderat die Frage auf; wo sonst wolle man die notwendigen Dienstleistungen anbieten, wenn nicht in der spezifisch für das Kijuzu erbauten Einrichtung?

Der Gemeinderat stellte sich bei der Abstimmung mit 19 zu 4 Stimmen klar gegen das Postulat. Er beantragt der Gemeindeversammlung vom 8. Dezember, das Postulat Kijuzu nicht erheblich zu erklären.