Mit der Sorge, wie der Gemeindeanteil zur Ausfinanzierung der kantonalen Pensionskasse zu tragen sei, muss sich Günsberg nicht beschäftigen. «Wir haben uns dafür eingesetzt, dass der Kanton die Deckungslücke für die Lehrkräfte übernimmt, und andere Mitarbeitende von uns sind dort nicht versichert», erläuterte Gemeindepräsident Thomas Jenni die komfortable Lage.

Das im Entwurf von Finanzverwalterin Kathrin Windlin und Finanzressortchef Andreas Bühler vorgelegte Budget im Gesamtaufwand von 5,4 Mio. mit Ertragsüberschuss von rund 47 000 Franken gab denn auch nicht zu grossen Diskussionen Anlass. Die Kosten liegen nur unwesentlich höher als im Vorjahr (5,3 Mio. Franken), das noch ohne die teilzeitliche Anstellung eines Bauverwalters gerechnet ist.

Die Kosten der Bildung, veranschlagt mit 2,39 Mio. brutto und rund 150 000 Franken höher als in der laufenden Periode, liess zur Kostenentwicklung im Schulwesen grundsätzliche Fragen entstehen. Mike Weber orientierte als Ressortverantwortlicher und Delegierter in der Unterleberberger Schulorganisation GSU.

Mit einem Postulat will die Gemeinde nun im Verband der Einwohnergemeinden VSEG und gegebenenfalls als Vorstoss im Kantonsrat auf die zunehmende Belastung für Kommunen aufmerksam machen. Thomas Jenni wird sich zu diesem Thema Rückendeckung bei den Präsidenten der ebenso betroffenen umliegenden Gemeinden holen, um einen Alleingang zu verhindern. Zudem wird Gesamtschulleiter Stefan Liechti in den nächsten Gemeinderat eingeladen.

Weitere Verbesserung möglich

Die mit 1,032 Mio. brutto zu Buche schlagende Soziale Wohlfahrt sieht geringfügig günstiger gegenüber dem Vorjahr (1,034 Mio.) aus, soll aber – wie aus gut unterrichteter Quelle im Rat zu hören war – noch etwas reduziert werden, weil offenbar ein kantonaler Berechnungsfehler aufgedeckt wurde, der zu einer kleinen Rückzahlung führt.

Bei der Spezialfinanzierung Wasserversorgung sind laut Daniel Kaufmann, Chef Werke, Sanierungen und Ersatz von Pumpen im Gesamtumfang von rund 9000 Franken nötig.

Gemeindesteuern erwartet die Gemeinde etwa 4 Mio. Franken. Bezüglich Finanzausgleich hat die Finanzverwalterin mit der Möglichkeit gerechnet, dass das Referendum an der bevorstehenden Abstimmung angenommen wird und Günsberg mit 6200 Franken in den Kreis der Einzahler käme. Bei Ablehnung darf sich die Gemeinde indes auf 88 000 Franken freuen. Die Investitionsrechnung beläuft sich auf 1,36 Mio. Franken, wobei der Ausbau Kirchgasse und die Sanierung Buchenrain wesentliche Kostenverursacher sind.

Kein Verkauf an Meistbietenden

Martin Berger, Präsident der örtlichen, 450 Kunden zählenden Fernsehgenossenschaft und zugleich Verwaltungsratspräsident des 34 Mitglieder und 24 000 Kunden umfassenden Dachverbandes, orientierte über Personalfragen und rückläufige Abonnementzahlen. Offenbar ist gemäss Berger auch für eine Nachfolge im Günsberger Vorstand wenig Interesse vorhanden, obwohl die mit «viel Herzblut betriebene Institution» finanziell rentabel und sehr gesund ist. Der Gemeinderat diskutierte vier Möglichkeiten, die auf Antrag von Philipp Eng alle dem Stimmbürger in der Botschaft unterbreitet werden. Eine Lösung könnte darin bestehen, die örtliche Genossenschaft in die Netz-AG einzubringen und dafür Aktien zu erhalten oder sie an den Dachverband zu verkaufen und die Barzahlung in den kommunalen Haushalt oder in Projekte der Allgemeinheit einfliessen zu lassen. Die kommende Gemeindeversammlung wird hierzu entscheiden. Eine öffentliche Verkaufs-Ausschreibung findet nicht statt.