Die Gemeindepräsidenten aus dem Wasseramt haben sich in Gerlafingen dezidiert für die Null-Variante bei der Ausfinanzierung der kantonalen Pensionskasse ausgesprochen. In einer Konsultativabstimmung zuhanden des Verbandes Solothurner Einwohnergemeinden (VSEG) waren sie einstimmig dafür, keine Gemeindebeiträge zu leisten. Die 1,1 Mia. Franken – 4400 Franken pro Solothurner – soll gänzlich der Kanton übernehmen.

«Am Ende zahlt sowieso der Steuerzahler, also macht es Sinn, dass der Kanton die Last trägt. Er kriegt günstiges Geld und nur einer muss Geld aufnehmen», begründet Markus Sieber (Lohn-Ammannsegg) die Vorteile der Null-Variante. Er fände es zudem seltsam, wenn auch die heutigen Angestellten zur Kasse gebeten werden und damit für die Fehler der letzten 50 Jahre blechen müssten. «Das ist rein zufällig.»

«Wir müssen es jedem Gemeinderat und jeder Einwohnerin oder Einwohner erklären können», sagt Peter Jordi, Präsident der Wasserämter Konferenz. Deshalb sei er persönlich für die Null-Variante. Im Gerlafinger Gemeinderat wurde das Geschäft noch nicht behandelt. Für Hardy Jäggi, Recherswil, hat sich seit dem GV-Beschluss des VSEG im letzten Frühjahr nichts verändert. «Damals beschlossen wir, dass wir Gemeinden nichts zahlen.»

Martin Blaser, Biberist bezeichnet zwar den nach der GV von Ueli Bucher vorgebrachten Vorschlag als fair, die Gemeinden mit einem Drittel an den Ausfinanzierungskosten zu beteiligen. «Aber die Umsetzung hapert. Das ist eine unheimliche Belastung für alle Gemeinden.» Deshalb sei er für die Null-Variante. «Die ist am
einfachsten.»

Kuno Tschumi, Derendingen erinnerte aber daran, dass diese Variante sowohl im Kantonsrat und bei einer allfälligen Abstimmung im Volk schwer zu verkaufen sein wird. «Der Kantonsrat will, dass die Gemeinden sich beteiligen.» Der anwesende Geschäftsführer des VSEG Thomas Blum ergänzt: «Und der Stimmbürger versteht nicht, weshalb sich das Personal nicht auch beteiligen muss.»

Das Wasseramt nach Top5-Fusion

Das Fusionsprojekt Solothurn Top5 hält die restlichen Wasserämter Gemeinden auf Trab. Diskutiert wurde die Idee einer Studie zum Thema «Was passiert mit dem Restwasseramt». Die Fachhochschule Nordwestschweiz könnte für 2000 Franken eine Studie bis Ende 2014 erarbeiten. Bei zwei Gegenstimmen wurde der Studie grossmehrheitlich zugestimmt.

Markus Dick erhielt die Gelegenheit, vom letztjährigen Wirtschaftstag in Biberist zu berichten. Zwar sei die Jugendarbeitslosigkeit in Biberist kein akutes Problem, aber «wir wollten frühzeitig etwas unternehmen». Er und Martin Blaser seien «stolze Väter» eines Anlasses, mit dem Schulabgänger in der Berufswahl unterstützt werden. Der Wirtschaftstag besteht aus Vorträgen und Workshops sowie Betriebsbesuchen.

Jeder Schüler und jede Schülerin besucht mindestens vier Betriebe. «Der Wirtschaftstag kennt nur Gewinner.» Schüler könnten Ängste abbauen, Kontakte knüpfen und konkrete Vorstellungen entwickeln. Eltern würden in ihren Aussagen gegenüber ihren Kindern unterstützt und für die Firmen sei eine Teilnahme ohne grossen Aufwand möglich.