Obergerlafingen
Gemeinden wünschen sich Kreisel beim Bolacker

Die geplante Strassensanierung in Richtung Gerlafingen stösst auf Widerstand. Die Gemeinde Obergerlafingen verlangt vom Kanton, dass ein Kreisel gebaut wird, zudem soll der Langsamverkehr anders gelenkt werden. Auch Gerlafingen will Änderungen.

urs Byland
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Die Verkehrssituation bei der Einfahrt zum Bolacker ist heute komplex.

Die Verkehrssituation bei der Einfahrt zum Bolacker ist heute komplex.

Rahel Meier

Lastwagenchauffeure sind clever. Wenn ihnen auf der Autobahn A1 in der Region der Sprit auszugehen droht, dann kommt ihnen die Ausfahrt Kriegstetten gelegen. Dort befindet sich in Richtung Gerlafingen, beim Bolacker, eine Tankstelle. Diese Tankstelle spielt beim geplanten Strassensanierungsprojekt Kriegstettenstrasse/Gerlafingenstrasse eine kleine Rolle. «Wenn die Tankstelle künftig gänzlich über die Quartierstrassen im Bolacker erschlossen werden soll, haben wir dort das Chaos», sagt Beat Muralt, Gemeindepräsident von Obergerlafingen.

Er darf bei der Strassensanierung mitreden, denn die Dorfgrenze verläuft entlang der Gerlafingenstrasse. Dort, wo sie Gerlafingenstrasse heisst, befindet sich die Strasse auf Land von Kriegstetten und Obergerlafingen. In Gerlafingen heisst die Strasse dann Kriegstettenstrasse.

Starke Frequenz befürchtet

Der Obergerlafinger Beat Muralt und sein Gemeinderat befürchten in ihrer Vernehmlassungsantwort zum Strassensanierungsprojekt eine «starke Frequenz im Bolacker inklusive Suchverkehr bis in die Sackgasse zur Firma Lanz». Das Chaos drohe, wenn der Kanton entgegen seiner ursprünglichen Absicht beim Bolacker auf einen Kreisel verzichten will.

Die Obergerlafinger wünschen zudem in ihrer Vernehmlassung zu den Plänen des Kantons, dass der Langsamverkehr hinter der Tankstelle herumgeführt wird – damit eben die Tankstelle weiterhin von der Gerlafingenstrasse/Kriegstettenstrasse angefahren werden kann. Und sowieso: «Beim Bolacker handelt es sich immerhin um eine Dorfeinfahrt. Ein Kreisel ist bestens geeignet, die Dorfeinfahrt zu markieren und sich verkehrsberuhigend auszuwirken.»

Gleich zwei Kreisel

Auch der Gemeinderat von Gerlafingen ist in seiner Stellungnahme deutlich. Die Bauverwaltung, gestützt vom Gemeinderat, will nicht nur einen Kreisel beim Bolacker, sondern auch einen beim Knoten Grüttstrasse. Die Begründung ist einfach. Man befürchtet mit der Sanierung eine Einladung zu schnellerem Fahren. «Ziel sollte es aber sein, die generelle Durchschnittgeschwindigkeit deutlich zu verringern, um eine sicherere Ortsdurchfahrt zu erhalten.» Zudem sei nur mit einem Kreisel eine sicherere Querung des Langsamverkehrs in Richtung des Schwimmbades möglich.

Beim Knoten Bolacker sei ein Kreisel unabhängig einer zukünftigen Nordumfahrung notwendig. Wie die Obergerlafinger, erwähnen die Gerlafinger das Argument, dass die «Torsituation» eine markante Reduktion der Geschwindigkeit nach sich ziehen würde.

Obergerlafingen spricht sich auch gegen die Agglomerationsmassnahme einer Langsamverkehrsroute parallel zur Kriegstettenstrasse von der Sportfeldstrasse bis zum Finkenweg aus. «Auf diese Variante ist sang- und klanglos zu verzichten», fordert der Obergerlafinger Gemeinderat. Zu hoch seien die Kosten von 420000 Franken, der Kreis der potenziellen Benützer der Ost-West-Verbindung sei sehr klein, denn der Langsamverkehr werde sich nicht auf diesen Umweg von der Kriegstettenstrasse her locken lassen.