Weissenstein
Gemeinden wollen den Heimatschutz boykottieren

Der Ärger in der Region Solothurn über den Schweizer Heimatschutz (SHS) ist gross. Am Montag haben sich nun auch zahlreiche Gemeindepräsidenten zu Wort gemeldet. Sie kritisieren den Heimatschutz heftig, weil er weiterhin gegen die neue Gondelbahn kämpfen will.

Stefan Frech / Marco Zwahlen
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Der Gemeindepräsident von Recherswil, Hardy Jäggi (SP), hat seine Kollegen zum Boykott gegen den Heimatschutz aufgerufen.

Jäggi selber will sich im Recherswiler Gemeinderat dafür einsetzen, dass die Gemeinde dem Heimatschutz nie mehr spendet und die Schüler keine Schoggitaler mehr verkaufen. Positive Reaktionen erhielt Jäggi von den Gemeindepräsidentinnen und -präsidenten aus Biberist, Gerlafingen, Subingen, Messen, Feldbrunnen-St.Niklaus, Riedholz und Flumenthal. Ausserdem haben die acht Gemeindepräsidenten des Schulkreises äusseres Wasseramt beschlossen, den Schoggitaler-Verkauf zugunsten des Heimatschutzes einzustellen. Übrigens: Viele Gemeinden haben Aktien für die neue Gondelbahn gezeichnet.

Protest direkt beim Heimatschutz

Der Gemeindepräsident von Subingen, Hans Ruedi Ingold (SP), hat Jäggis Boykottaufruf an zahlreiche Behindertenorganisationen und Naturverbände weitergeleitet, damit allfällige Noch-Mitglieder des Heimatschutzes «einen richtigen Entscheid treffen». Ausserdem sollten die Regionalplanungsgruppen aktiv werden. Feldbrunnens Gemeindepräsident Rolf Studer (FDP) ruft dazu auf, auch direkt beim Heimatschutz den Unmut der Gemeinden kundzutun. Hardy Jäggi hat im Facebook bereits eine «E-Mail-Aktion an Heimatschutz» gestartet.

Der Zuchwiler Leiter Abteilung Bau und Planung schliesslich möchte eine Mitgliederliste des Vorstandes des Solothurner Heimatschutzes zu Gesicht bekommen, «damit sich diese Herren und Damen beim Grossteil der Bevölkerung persönlich stellen müssen» (für ihn und alle, die es genau wissen wollen: «Organisation» auf www.heimatschutz-so.ch).