Wasseramt - Bucheggberg
Gemeinden investieren für schnelleres Internet ins Glasfasernetz

Schnelles Internet in Form von Glasfasern erobert die Gemeinden. Vorreiterin im Wasseramt ist dabei Derendingen, das ab 2015 an das schnellere Netz angeschlossen sein soll. Aber auch die Gemeinden im Bucheggberg ziehen nach.

Christof Ramser
Drucken
Teilen
Arbeiter verlegen in Derendingen derzeit Glasfaserkabel.

Arbeiter verlegen in Derendingen derzeit Glasfaserkabel.

Hanspeter Bärtschi

Die Region Solothurn rüstet digital auf: Mehrere Gemeinden investieren direkt oder via ihre Versorgungswerke in eine schnelle Internetverbindung. Die weissen Flecken auf dem Breitbandatlas, der kürzlich im Internet aufgeschaltet wurde, verschwinden allmählich. Vorreiterin im Wasseramt ist Derendingen. Dort sind ab Ende 2013 sämtliche Liegenschaften an das Glasfasernetz angeschlossen. Derzeit ist das Netz zu 80 Prozent fertiggebaut. «Die meisten Einwohner begrüssen die neue Technologie, sie reagieren positiv», sagt Martin Reinhard, Geschäftsführer des Derendinger Energieversorgers EWD.

Wer sich gegen den Glasfaseranschluss sträubt, bei dem herrscht ab 2015 Mattscheibe. «Wir werden die Nutzer drei, vier Monate im Voraus darüber informieren», sagt Reinhard. Er ist davon überzeugt, dass der Breitbandverbindung die Zukunft gehört. Die EWD investiert 5 Millionen Franken in den Ausbau der Technologie. Als zusätzlichen Aspekt kann sie damit auch die Zählerablesung automatisieren und den Stromverbrauch besser steuern (smart metering).

Die Karte zeigt, in wie vielen Gebäuden eine Internet-Downloadgeschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde angeboten wird. zvg/bakom

Die Karte zeigt, in wie vielen Gebäuden eine Internet-Downloadgeschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde angeboten wird. zvg/bakom

Wie in Derendingen werden die Glasfaserkabel auch in Solothurn, wo ebenfalls ein Netz gebaut wird, bis zum Endverbraucher gelegt. Das System nennt sich FTTH (fibre to the home). Die Nutzer können das schnelle Internet quasi in der Wohnung anzapfen. Auf diese Weise wird die «letzte Meile» aus geschwindigkeitsdämpfenden Kupferkabeln überwunden.

Mit dem Bau des Glasfasernetzes können sich die Nutzer auf dem Markt ihr individuelles Angebot einkaufen. In Derendingen bieten unter anderem die Swisscom oder die GAW ihre Produkte an. Während die Swisscom dort demnächst mit der Vermarktung beginnt, schaltet die GAW laufend Verbindungen auf und verzeichnet bereits 150 Nutzer.

Aetigkofen investiert selbst

Doch nicht nur in der Agglomeration, auch in Bucheggberger Gemeinden können Internetnutzer und TV-Konsumenten bald von der vollen Bandbreite profitieren. Pionier ist Aetigkofen – dort wird bis Ende August ein Glasfasernetz bis in die Häuser verlegt (FTTH). Der Bau soll in den nächsten Wochen beginnen. Laut Gemeindepräsident Christoph Isch verhandelt man derzeit mit verschiedenen Anbietern, die ihre Produkte durch die Kabel leiten können. «Ziel ist es, eine möglichst grosse Auswahl an Anbietern zu haben.» Die Nutzer zahlen einzig die Anschlussgebühr von 1000 Franken. Heute gebe es Bauherren, die die Standortwahl ihres künftigen Heims auch von der digitalen Bandbreite abhängig machten. In Aetigkofen gibt es günstiges, erschlossenes Bauland – und demnächst schnelles Internet. Für ländliche Gemeinden sei ein Glasfasernetz also durchaus ein Standortvorteil.

Bedarf für 40 Jahre gedeckt

Aetigkofen lässt sich die Technologie 250 000 Franken kosten. Das Geld wurde von der Gemeindeversammlung bewilligt. «Für uns stellte sich die Frage, wie wir die Einnahmen aus dem Schulhausverkauf sinnvoll investieren», so Isch. Die Verbesserung der Infrastruktur sei durchaus eine Aufgabe für die Gemeinde. Dass es gleich die «Luxusvariante» mit einer Downloadrate von 100 Megabit pro Sekunde ist, sei für Aetigkofen auch eine Investition in die Zukunft. Die Technologie lässt einen Ausbau zu und dürfte den Bedarf für die nächsten 40 Jahre abdecken. «Wir wollten nicht warten, bis die Swisscom im nächsten Jahrzehnt die Glasfasern in die Häuser zieht. Darum haben wir es selber in die Hand genommen», sagt Isch.

Auch in Lüterswil-Gächliwil, Brügglen oder Messen investieren die Gemeinden in das schnelle Datennetz. In Brügglen, wo die Verbindung bisher relativ schlecht war, setzt man auf die günstigere Technologie FTTS (fibre to the street), bei der die Glasfasern von der Zentrale bis 200 Meter vor die Häuser gezogen werden. Bis in die Wohnungen bleibt dort das langsamere Kupferkabel im Einsatz.

Aktuelle Nachrichten