Inseli-Fähre

Gemeinde ruft Spenden-Aktion zur Rettung der Inseli-Fähre ins Leben

Personen dürfen Vreni und Simon Antener auf der Fähre nicht mehr befördern. Materialtransporte sind bis Ende Januar erlaubt. fotos: cnd

Personen dürfen Vreni und Simon Antener auf der Fähre nicht mehr befördern. Materialtransporte sind bis Ende Januar erlaubt. fotos: cnd

Die Facebook-Gruppe zur Unterstützung der Familie Antener zählt bereits über 3'100 Mitglieder. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen wurde nun ein Spendenkonto eingerichtet. Ziel ist die Finanzierung einer sicheren Fähre.

Die Facebook-Gruppe «Pro Inselibuur» im Internet wächst stetig. Bereits hat die Gruppe über 3'100 Mitglieder, aber noch keine Spendenkonto, auf welches man einen Beitrag für eine neue Fähre der Familie Antener hätte einzahlen können.

Patrick Arn, der Gründer der Gruppe, hat nicht mit diesem Erfolg gerechnet und steckt selber mitten in Prüfungen, was die Abklärungen für die Kontoeinrichtung verzögerte, wie er erklärt.

Spendenkonto eingerichtet

Nun ist die Gemeinde Lüsslingen-Nennigkofen eingesprungen. Sie hat ein Spendenkonto eingerichtet. «Unsere Gruppe darf sich anschliessen», so Arn. Er hoffe, dass die Region sich nun solidarisch zeigt, und nicht alles nur ein Lippenbekenntnis war.

«Wir haben am Dienstag im Gemeinderat der Einrichtung eines Spendenkontos zugestimmt», sagt Gemeindepräsident Herbert Schluep. Voraussetzung sei gewesen, dass die Familie Antener dies wünsche.

Er habe das Gespräch gesucht und positiven Bescheid erhalten. «Sie sagten, sie seien um jeden Zustupf froh.» Gestern Nachmittag wurde das Konto eingerichtet und ist nun auf der Homepage der Gemeinde ersichtlich.

Die Gemeinde wird die Bewirtschaftung des Kontos übernehmen. Zur Motivation des Gemeinderates sagt Schluep: «Die Fähre ist etwas, das andere Leute selbstverständlich haben. Bei ihnen führt die Strasse bis zum Haus.» Zudem habe die Bauernfamilie den Kauf einer Fähre nicht in ihrem Finanzplan einberechnet.

Unterstützung ist ein Aufsteller

Aktuell ist die Familie Antener mit einer Werft aus Thun in Kontakt. Diese bietet eine Fähre eines niederländischen Bootsbauers an. «Die Pläne werden nun von den Behörden begutachtet», berichtet Vreni Antener. 100- bis 120'000 Franken kostet die neue Fähre.

Der Ertragswert des Hofes liege bei 50'000 Franken. Aufnehmen könne sie nur bis 120 Prozent des Ertragswertes. «Bisher lebten wir nach der Regel: Was wir nicht zahlen können, kaufen wir auch nicht», sagt Vreni Antener.

Und, sagt sie auch, ihre Tochter spare wie verrückt, verzichte auf Ferien, um später eine Umstrukturierung des Hofes finanzieren zu können. Deshalb würde sie nicht Nein sagen zu einer finanziellen Unterstützung durch Spenden.

«Es hat uns extrem aufgestellt, dass so viele Leute hinter uns stehen.» Habe sie sich doch aus purer Verzweiflung nach Neujahr beim Radio gemeldet. «Wir fühlten uns so hilflos und mausbeinallein gelassen.»

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