Lommiswil
Gemeinde braucht «neue Wege für die Zukunft» statt «Luftschlössern»

Der Gemeinderat befürchtet, dass sich Lommiswil künftig in Richtung Schlafgemeinde entwickelt. Die Einwohnergemeinde sucht darum Engagierte für ein Zukunftsprojekt. Bei der Gestaltung des Projekts zählt man auf die Beteiligung der Bevölkerung.

Gundi Klemm
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Der Gemeinderat befürchtet, dass sich Lommiswil künftig in Richtung Schlafgemeinde entwickelt.

Der Gemeinderat befürchtet, dass sich Lommiswil künftig in Richtung Schlafgemeinde entwickelt.

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Ein «Azeiger»-Inserat macht darauf aufmerksam, dass Personen mit Herzblut für ihr Dorf ihre Ideen in das Projekt «Zukunft Lommiswil» einbringen können. Ziel ist, die Potenziale im Dorf zu erkennen und daraus gewinnbringend für alle zu schöpfen.

Lommiswil zählt eine rund 1450-köpfige Bevölkerung und ist – von aussen betrachtet – mit vielen Vorteilen, wie seiner wunderbaren Lage, guter Anbindung an den öffentlichen Verkehr, Schule, Mehrzweckhalle, Angebote der Grundversorgung und stabilem Steueraufkommen ausgestattet. Dennoch befürchten der Gemeinderat und seine Präsidentin Erika Pfeiffer, ihr Dorf könnte sich in Richtung Schlafgemeinde entwickeln.

«Wir brauchen Menschen, die sich aktiv zum Nutzen der Gemeinschaft einbringen und an der Entwicklung von Strukturen und Ressourcen mitwirken wollen», sagt die Gemeindepräsidentin. «Bei uns sollte ein Bewusstwerdungsprozess stattfinden, damit unsere Bewohnerschaft mit Stolz und Wertschätzung erkennt, was unser Dorf bietet und erst recht noch bieten könnte.»

Anmeldung

Bis 19. September via gemeindepraesidium@lommiswil.ch

Das Thema Mitgestaltung ist in Lommiswil schon länger aktuell. Vor vier Jahren wurden die Legislaturziele im Rahmen einer öffentlichen Mitwirkungsveranstaltung diskutiert. Vieles sei damals aber im Sinne von «wo der Schuh drückt» lediglich als Forderung deponiert worden. «Was wir aber brauchen, das sind nicht Luftschlösser, sondern Konzepte und gangbare, neue Wege für unsere Zukunft.»

Genau geplant

Der Gemeinderat hat bereits in der Person von Simon Gerber (Holderbank) einen qualifizierten Projektleiter gewählt, der schon ähnliche Vorhaben begleitete. Für die Arbeit des Projektteams aus 12 Personen stellt sich Gerber eine möglichst breite Beteiligung aller Bevölkerungsgruppen vor. Nach etwa acht Sitzungen innerhalb der nächsten Monate soll eine Befragung der Bevölkerung zu ihren Ideen betreffend Zukunftsgestaltung stattfinden.

Der «Frageleitbogen» als Grundlage der Interviews wird in der Projektgruppe ausgearbeitet. Mitglieder der Fachhochschule Nordwestschweiz werden eine möglichst heterogene Auswahl bei Einzelpersonen und Familien treffen. Wenn dann die Befragungsergebnisse ausgewertet und präsentiert sind, findet die Weiterarbeit in Projektgruppen statt, die aus weiteren Interessierten zusammengestellt werden. «Dort wird sich ergeben, wie Bedürfnisse aussehen und was zu deren Realisierung beizutragen wäre.»

Themen wie Kulturveranstaltungen, Alterswohnungen aber auch die Eigenständigkeit von Lommiswil im Kontext von Fusionsüberlegungen würden für spannende Diskussionen sorgen. Auch an den Nachwuchs ist gedacht: es entspricht deutlich dem Wunsch der Gemeindepräsidentin, dass in der Schule ein Mitwirkungstag veranstaltet wird.