Sportfischerverein

Geht das abgebrannte Klubhaus am Aareufer in Fulebach bachab?

Beim verwaltungsgerichtlichen Augenschein wurde das Plätzchen am Aareufer, wo der Sportfischerverein Fulenbach sein abgebranntes Klubhaus wieder errichten will, genauer unter die Lupe genommen.bruno kissling

Beim verwaltungsgerichtlichen Augenschein wurde das Plätzchen am Aareufer, wo der Sportfischerverein Fulenbach sein abgebranntes Klubhaus wieder errichten will, genauer unter die Lupe genommen.bruno kissling

Den Mitgliedern des Sportfischerverein Fulenbach geht es um eine Herzensangelegenheit. Das Vereinshaus brannte im Februar 2011 komplett ab. Der Sportfischerverein und das Verwaltungsgericht nehmen nun einen Augenschein.

Vor anderthalb Jahren, am 14. Februar 2011, ist die am Aareufer gebaute Vereinshütte des Sportfischerverein Fulenbach komplett abgebrannt – technischer Defekt. Seither fehlt den geselligen Fischern ihr Herzstück, ihr Ort der Zusammenkunft.

Ein alljährliches, zweitägiges Fischessen für die breite Öffentlichkeit, die Generalversammlung, oder etwa gelegentlich einen Raclette-Abend hielten die Mitglieder des Fischervereins rund um Präsident Heinz Jäggi bis zum Brandfall in ihrer Vereinshütte ab. Und sie würden dies auch künftig gerne wieder tun. Deshalb reichten sie ein Baugesuch für den Wiederaufbau der Fischerhütte ein – und mussten einen negativen Bescheid sowohl auf Gemeinde- wie auch auf Kantonsebene hinnehmen.

Dieser Tage nun startete die Geschichte um den Wiederaufbau in ein weiteres Kapitel: Das Solothurner Verwaltungsgericht, vertreten durch Ersatzrichter Daniel Vögeli und Gerichtsschreiberin Barbara Kaufmann, sah sich bei einem Augenschein auf dem lauschigen Plätzchen an der Aare um.

Die zwei Welten

Vor Ort prallten zwei Welten aufeinander: Auf der einen Seite Mitglieder des Sportfischervereins als Beschwerdeführer. Sie wollen ihre Hütte und das damit verbundene traditionelle Fischessen zurück. Sie berufen sich hauptsächlich auf den Besitzstand. Auf der anderen Seite Beschwerdegegner vom Kanton: Robert Grütter, Leiter Baugesuche im Amt für Raumplanung, Rita Karli vom Rechtsdienst des Volkswirtschaftsdepartements, Birgit Mosler vom Rechtsdienst des Bau- und Justizdepartements (BJD) und Werner Schwaller, Kreisförster, befassten sich mit den gesetzlichen Fragen der Zonenkonformität, des Besitzstandes und der Standortbedingtheit.

Alte Hütte war nie bewilligt

Zu letzterem Punkt etwa hielt Mosler vom BJD-Rechtsdienst fest: «Die Generalversammlung und anderen Vereinsaktivitäten können Sie auch in einem Restaurant durchführen. Dafür brauchen Sie keine Hütte, die direkt an der Aare liegt.» Dagegen wehrt sich Präsident Heinz Jäggi sofort.

Grütter vom Amt für Raumplanung stellte zudem klar, dass es für die 52 Jahre alte Hütte nie ein Baugesuch gegeben habe und diese folglich nicht rechtmässig erstellt wurde. «Es gibt auch keinen Grund, sie nachträglich zu bewilligen.» Er brachte überdies die Störung der Natur als Argument ins Spiel. Mosler konkretisierte: «Wenn hier eine muntere Bande zusammensitzt, dann gibt es Lärm, Abfall bleibt liegen oder es gibt Rauch – das alles stört die Natur.»

Die Diskussionen beim verwaltungsgerichtlichen Augenschein nahmen teils komödiantische Züge an: Als vonseiten des BJD-Rechtsdienstes der Vorwurf aufkam, dass an sieben Tagen in der Woche Leute in der Fischerhütte verköstigt worden seien, wehrte sich Heinz Jäggi vehement.

«Die Leute, die das beweisen wollen, müssen Sie mir erst einmal nennen. Wir trinken hier unten nur hie und da ein Bier zusammen.» «Und wofür brauchen Sie dann diesen Grill hier?», wollte Karli vom VWD-Rechtsdienst wissen und zeigte auf den Rost. «Sie werden wohl kaum die Cervelat hier grillieren und sie dann zu Hause essen», bemerkte Ersatzrichter Vögeli daraufhin.

Neben dem lauschigen Plätzchen an der Aare, an dem die Fischer ihre abgebrannte Hütte wieder aufbauen wollen, nahm die Delegation aus Solothurn auch den kleinen Parkplatz am Waldrand genauer unter die Lupe. Für diesen liess der Sportfischerverein Fulenbach – in Absprache mit dem Förster – drei Bäume fällen und das Plätzchen in Eigenregie mit Schutt auffüllen. Das Absurde daran: Der Parkplatz liegt an einem Strässchen, an dem nur Zubringerdienst gestattet ist.

Was beiden Seiten sauer aufstösst

Zum Abschluss des Augenscheins gab Ersatzrichter Vögeli das Wort an die Parteien, woraufhin sich Alfons Lack, Rechtsvertreter der Beschwerdeführer, über das Verfahren erzürnte: «Es stösst mir sauer auf, wie das Gesuch behandelt wurde.» Mosler vom BJD-Rechtsdienst war um keine Antwort verlegen: «Und uns ist sauer aufgestossen, dass uns der Sportfischerverein angelogen hat.»

Das Urteil des Verwaltungsgerichts ist in den kommenden Wochen zu erwarten.

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