Weissenstein-Schwinget
Gastgeber treffen auf die bärenstarken «Mutzen»

Schwingen Die gastgebenden Nordwestschweizer treffen am Weissenstein-Schwinget auf harte Konkurrenz

Wolfgang Rytz
Merken
Drucken
Teilen
Bruno Gisler (rechts) will vor heimischem Publikum auf dem Weissenstein energisch zupacken.

Bruno Gisler (rechts) will vor heimischem Publikum auf dem Weissenstein energisch zupacken.

Wolfgang Rytz

Zuversicht klingt anders. Stefan Strebel, der Technische Leiter der Nordwestschweizer, glaubt kaum an einen «einheimischen» Festsieger am morgigen Weissenstein-Schwinget. «Für einen einheimischen Erfolg müsste einer einen ganz tollen Tag erwischen.» Immerhin ist Strebel froh, dass Bieri wieder erstarkt ist. Doch alleine kann der Aargauer Leader gegen die Gäste nicht bestehen. Der Berner Verband tritt mit einem grossen Teil seiner Spitze an.

Von den Titularen verzichten nebst Schwingerkönig Kilian Wenger nur Willy Graber und Matthias Siegenthaler auf das Bergkranzfest ob Solothurn. Als Favorit drängt sich nach fulminanten Siegen am «Nordostschweizerischen» und am Berner Oberländischen der Oberaargauer Matthias Sempach auf. Sollte er für einmal einen schlechten Tag erwischen, kommt auch Hüne Christian Stucki für den Tagessieg infrage. Der Seeländer fügte Sempach am «Oberaargauischen» eine empfindliche Niederlage zu.

Bieris neues Selbstvertrauen

Mit zwei Kranzfestsiegen in den letzten Wochen hat auch Christoph Bieri erkennen lassen, dass er wieder zur nationalen Spitze gehört. Der Untersiggenthaler gilt als Titelverteidiger, denn im Vorjahr, als er verletzt war, wurde der Weissenstein-Schwinget witterungsbedingt abgebrochen. «Als Sieger von 2010 will ich selbstverständlich wieder um den Sieg mitreden», erklärte er nach dem überlegenen Gewinn des Fricktaler Abendschwingets. Doch primär strebe er bei einer solchen Topbesetzung den Kranzgewinn an.

Weiterhin auf der Suche nach der überragenden Form der Saison 2011 ist der Solothurner Leader Bruno Gisler. Auch er figuriert schon auf der Weissenstein-Siegerliste. Allerdings kämpfte er 2003 für die Nordostschweizer. Am Baselbieter Kantonalfest liess er mit dem gemeinsamen Tagessieg mit Bieri aufsteigende Form erkennen. Seine Abschiedsvorstellung gibt der zweite Solothurner «Eidgenosse», Thomas Zindel. Er tritt Ende Saison 2012 zurück. Immer für einen Exploit infrage kommen die Gebrüder Guido und Mario Thürig. Die beiden Lenzburger zeigten in diesem Jahr ansprechende Leistungen, warten aber noch auf einen Kranzfestsieg. Ausserdem hofft Strebel, dass auch die beiden Baselbieter Andreas Henzer und Michael Gschwind den Bernern Paroli bieten.

Schwierige Aufgabe

Einen anspruchsvollen Job erwartet nicht nur die 60 Nordwestschweizer Schwinger, die auf je 15 Berner und Südwestschweizer treffen. Auch das Einteilungsgericht unter der Leitung von Stefan Strebel ist gefordert. «Das wird nicht einfach, weil wir Nordwestschweizer hinter der Spitze nur ein kleines Mittelfeld haben.» Zwar weist der gastgebende Verband deutlich über 60 Kranzschwinger auf. Doch Verletzungen und Startverzichte zwingen Strebel, mehr als ein Dutzend Nichtkranzer aufzubieten.

Auf den Ausgang an der Spitze soll dies keinen Einfluss haben. «Wer das Fest gewinnen will, muss drei bis vier Eidgenossen bezwingen», sagt Strebel klipp und klar. Auf Sempach, Stucki, Bieri und Co. wartet ein hartes Tagespensum.