Ein Autofahrer, der Langendorf durchfährt, muss ganz schön aufpassen. Viele Fussgängerstreifen befinden sich im Ortskern. Auf einer Strecke von 350 Metern überfährt ein Lenker insgesamt sechs davon. Am Donnerstag wurde in Langendorf eine Rentnerin mit ihrem Hund beim Fussgängerstreifen auf der Höhe des Gasthofs National von einem Lastwagen erfasst (wir berichteten). Sie starb an den Folgen der Verletzungen an Ort und Stelle. Bereits 2013 geschah an der Weissensteinstrasse ein Unfall bei einem anderen Zebrastreifen, der sich 75 Meter unterhalb befindet. Zuvor hatten die Behörden Korrekturen vorgenommen. Die Bushaltestelle «Chutz» wurde verlegt, damit die Passanten den besser gesicherten Übergang nutzen können. Ob weitere Massnahmen folgen, ist unklar.

Übergänge wurden geprüft

Sämtliche Zebrastreifen auf Kantonsstrassen wurden vom Kanton systematisch auf ihre Sicherheit geprüft. Laut Rolf Ziegler, Leiter Verkehrsmassnahmen vom Amt für Verkehr und Tiefbau, sollen sie keine Gefahren darstellen. Er appelliert an die Fussgänger: «Oft passieren Unfälle auch, weil die Leute keine Acht geben. Dagegen nützt der beste Fussgängerstreifen nichts», erläutert Ziegler. «Manchmal haben sie das Gefühl, sie würden die Strasse sicherer überqueren, wenn sie den Fussgängerstreifen nutzen. Der Zebrastreifen erteilt dem Fussgänger aber nur das Vortrittsrecht», erläutert er. Bei beiden Übergängen bestehe eine gute Sicht, meint Rudolf Eng, Präsident der Planungskommission Langendorf. «Für uns ist die Weglassung eines Fussgängerstreifens im Moment kein Thema», doppelt Urs Zaugg, Bauverwalter von Langendorf, nach. «Diese Übergänge sind wichtig für die Kinder, die auf dem Schulweg die Weissensteinstrasse überqueren.»

Kanton gegen Tempo 30

Die Unfälle entfachen ebenfalls die Debatte über eine Tempo-30-Zone im Dorfzentrum. Man werde das vielleicht diskutieren, tönt Eng an. «Die Gemeinde kann Anträge an den Kanton stellen.» Solche Geschwindigkeitsbegrenzungen seien vor allem für Gemeindestrassen in Quartieren sinnvoll und nicht für Kantonsstrassen. In Sachen Tempo 30 auf der Weissensteinstrasse dürften die Langendörfer aber nicht auf Gegenliebe stossen. Denn diese gehört dem Kanton Solothurn. «Grundsätzlich wehren wir uns gegen Tempo- 30-Zonen auf Kantonsstrassen», erklärt Ziegler. Bisher gibt es nur zwei Abschnitte mit Tempo 30 auf Kantonsstrassen. Eine befindet sich in Lüterkofen, die andere in Flumenthal. «In Lüterkofen haben wir eine Ausnahme gemacht, da sich der Eingang des Schulhauses gerade an der Strasse befindet», rechtfertigt sich Rolf Ziegler. Die 30er-Zone in Flumenthal gehört bald nicht mehr in das Strassennetz des Kantons. Sobald der Bau der Zufahrtsstrasse zum Kieswerk fertiggestellt ist, wird diese der Gemeinde übertragen.