Selzach
Fussballer füllten Saal an der Gemeindeversammlung bis auf den letzten Platz

Drei Stunden dauerte die Gemeindeversammlung – damit zeigten sich auch die 170 Anwesenden sportlich. Der Grossteil war wegen der Erweiterung des Sportplatzareals und des Klubhauses des FC Selzach erschienen.

Rahel Meier
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Das Beizli des FC Selzach und die bestehende Garderobe.

Das Beizli des FC Selzach und die bestehende Garderobe.

Hanspeter Baertschi

170 Stimmberechtigte nahmen an der ersten Gemeindeversammlung teil, die von Silvia Spycher geleitet wurde. Der grösste Teil war allerdings nicht wegen der neuen Gemeindepräsidentin da, sondern wegen des Verpflichtungskredites von 1,7 Mio. Franken für die Erweiterung des Sportplatzareals «Unter Leim» und der Erweiterung des Klubhauses. Diese sei für den Fussballclub wichtig, so FC-Präsident Peter Däster.

Der Verein sei in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen. Vor allem die Juniorenabteilung habe auf fast genau 100 Fussballbegeisterte zugenommen. «Damit haben wir mehr Mannschaften, mehr Spiele und mehr Trainings. Wir stossen mit einem Spielfeld ebenso an Grenzen, wie mit den Garderoben.» Die Erweiterung des Gebäudes ist mit 828 000 Franken veranschlagt, der neue Sportplatz mit Umgebung auf 763 000 Franken.

«Wir sind uns bewusst, dass das viel Geld ist. Wir wollen selbst 80 000 Franken dazu beitragen», so Däster. Das neue Gebäude sei ein reiner Zweckbau, ohne jeden Luxus. Und beim Spielfeld habe man sich ebenfalls bewusst für die günstigste Lösung entschieden. Eine der Auswirkungen des Um- und Ausbaus wäre, dass die über 12-jährigen Mädchen künftig in Selzach bleiben könnten. «Wir möchten eine Juniorinnenteam aufbauen.»

Antrag auf Urnenabstimmung

Grundsätzlich war das Projekt des FC Selzach nicht umstritten, und auf das Geschäft wurde eingetreten. Der Verein leiste gute Arbeit, vor allem im Bereich der Jugendförderung. Trotzdem seien die 1,7 Mio. Franken ein stolzer Betrag. Diverse Votanten stellten Zusatz- und Detailfragen. Mario Giacometto formulierte aus all diesen Überlegungen heraus einen Antrag auf Urnenabstimmung. «Bei einem so hohen Betrag sollten alle etwas dazu sagen können», meinte er. Der Antrag wurde allerdings deutlich verworfen. Nur gerade 15 Personen (bei fünf Enthaltungen) wollten den Kredit an die Urne bringen. In der Schlussabstimmung gab es fünf Nein-Stimmen und 12 Enthaltungen.

Auch die zweite grosse Investition, der Bau einer Fernwärmeanlage für rund 1 Mio. Franken, passierte die Gemeindeversammlung. Schon im nächsten September hofft man, die Anlage in Betrieb nehmen zu können. Angeschlossen werden vor allem öffentliche Gebäude. Ein Ausbau wäre aber in einer weiteren Phase noch möglich.

Das Budget für 2014 rechnet
mit einem Steuerfuss von 110 Punkten. Bisher waren es 115 Punkte. Diese Senkung sei sinnvoll und mit den geplanten Investitionen der nächsten Jahre und dem Finanzplan verträglich, erklärte Christoph Scholl (Vizegemeindepräsident und Präsident
Finanzkommission).

Schrittchenweise senken

Eher aussergewöhnlich war der Antrag, den Steuerfuss für die juristischen Personen nur um 2 auf neu 113 Punkte zu senken. Scholl erklärte das mit der Mentalität der Industrieunternehmen. «Das Mutterhaus eines unserer besten Steuerzahler ist in Amerika. Dort kommt es besser an, wenn die Steuern Jahr für Jahr um ein Weniges gesenkt werden, als auf einen Schlag um viel.»

Damit erklärte Scholl auch gleich, dass weitere Steuersenkungen durchaus möglich sind. Peter Brudermann wollte diese aber gleich schon beschliessen und stellte den Antrag auf eine Senkung auf 100 Prozent. Mario Giacometto brachte dann noch die Variante von 105 und 108 Prozent ins Spiel. Die Stimmberechtigten folgen aber dem Antrag des Gemeinderates.