Aeschi

Für den Bau der Druckleitung kommt ein ganz neues Verfahren zum Einsatz

In Aeschi wird zurzeit eine neue Abwasserdruckleitung gebaut. Statt in einem konventionellen Verfahren, mit offenen Gräben mitten in der Strasse, wird das Horizontalspülbohrverfahren angewandt.

Das hat für die Gemeinde gleich mehrere Vorteile, wie Gemeindepräsident Urs Müller zufrieden bemerkt. Die Strasse muss nicht geöffnet und der Graben danach wieder geschlossen werden. «Wir haben zudem eine fast hundertjährige Wasserleitung in der Luzernstrasse. Mit der neuen Bauweise sollte diese nicht gefährdet sein.»

Neue Maschine

Das Horizontalbohrspülverfahren ist eine relativ neue Technologie. Heinz Tschanz (Tschanz Grabenlos AG, Luterbach) erklärt das Verfahren. Vereinfacht gesagt wird zuerst ein unterirdischer Kanal gebohrt und danach wird beim Rückzug des Gestänges das Rohr oder die Rohre eingezogen. Die Bohrungen können mehrere Hundert Meter lang sein.

Am nördlichen Dorfeingang in Aeschi wurde eine Baugrube ausgehoben und daneben die Horizontalspülbohranlage der Firma Tschanz platziert. Es ist der erste Einsatz dieser neuen Maschine. Sie ist vollautomatisch und zirka 10 Tonnen schwer. Ein spezieller Bohrkopf wird, je nach Bodenbeschaffenheit, mit dem Bohrgestänge verschraubt und danach in die Zielgrube vorgetrieben. Diese ist in Aeschi rund 150 Meter entfernt. Der Bohrkopf wird von der Führerkabine der Maschine aus gesteuert.

In Aeschi wird gebohrt

An der Luzernerstrasse wird gebohrt

Die Anweisungen dazu kommen von einem zweiten Arbeiter, der mit einem Messgerät jede Bewegung des Bohrkopfes messen kann.Tatsächlich kann man es, auf der Strasse stehend, plötzlich laut rattern hören. «Jetzt bohrt sich die Maschine durch härteres Gestein vorwärts», so Tschanz. Der Bohrkanal wird mit Bentonit stabilisiert. «Der Kanal soll ja nicht wieder zusammenfallen, damit die Rohre später eingezogen werden können.»

60 Meter Radius

Das Gestänge und der Bohrkopf sind flexibel. Bis zu einem Radius von 60 können Richtungsänderungen gebohrt werden. Der Weg, den die Rohre nehmen, hängt auch davon ab, was für weitere Leitungen in den Strassen verlegt sind, in der gerade gebohrt wird. In der Luzernstrasse sind neben der bereits erwähnten Wasserleitung noch eine Leitung der Swisscom und eine Elektroleitung. «Diese Leitungen sollen beim Bohren nicht verletzt werden.» Deshalb werden diese vorgängig der bauarbeiten nach Lage und Tiefe sondiert und geortet.

Für zehn Meter braucht die Maschine durchschnittlich eine Stunde. «Es kommt etwas auf den Untergrund an. Bei Kies, Lehm oder Fels verhält sich das Bohren anders, härter oder weicher.»

Für Tschanz ist klar, dass das Horizontalspülbohrverfahren Zukunft hat. Die Bauzeit verkürze sich um mindestens die Hälfte. Zudem würden Ressourcen gespart, da beispielsweise nicht die ganze Strasse aufgerissen werden muss. «Auch der Verkehr wird dadurch weniger tangiert. «Schliesslich werden auch 20 bis 25 Prozent Kosten gespart.»

Heinz Tschanz ist leidenschaftlicher Tiefbauer und hat im Jahr 2005 mit der Grabenlos-Technologie begonnen. «Zuerst war es das Bersten von Wasserleitungen, danach kam das Pressen (Hausanschlüsse) und dann haben wir bereits die erste Maschine gekauft, mit der es möglich ist, gegen 100 Meter lange Leitungen grabenlos zu verlegen und heute sind es mit der neuen Maschine bereits 150 Meter.

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